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Ehrung geht an „kulturellen Leuchtturm“: Kuki erhält Kinoprogrammpreis des Bundes
19.10.2017

 

Hanspeter Haeseler, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Heide Buhmann und Malte Strietzel (von links) bei der Preisverleihung

 

Ein Grund zum Feiern für das Kuki: Die Vorstände Hanspeter Haeseler, Heide Buhmann und Malte Strietzel haben in Potsdam von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) den Kinoprogrammpreis des Bundes für ein herausragendes Kinder- und Jugendprogramm erhalten.

 

Die Verleihung fand während einer Gala in der Potsdamer Waschhaus-Arena statt. Programmkino-Betreiber aus ganz Deutschland sowie engagierte Film-Verleiher und Ehrengäste waren dort zusammengekommen, um gemeinsam das engagierte Arthouse-Kino, das einen wertvollen Beitrag für eine diskussionsfreudige, offene Gesellschaft leistet, zu feiern.


In ihrer Laudatio stellte Kulturstaatsministerin Grütters das engagierte Programmkino als unverzichtbaren Kulturort heraus, der Filmperlen auf die Leinwand bringe und als kulturelle Institution unverzichtbar für eine offene Gesellschaft sei. Es gelte ein öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung des Kinos als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung aufrechtzuerhalten, gerade auch im ländlichen Raum.Grütters lobte diese Kinobetreiber für ihren Mut zum ökonomischen Risiko, diese brauchten die Anerkennung und Unterstützung durch die Film- und Kinoförderung.


Das Kuki erhält den Kinoprogrammpreis des Bundes als ein wichtiger Ort der Begegnung und als kultureller Leuchtturm in der Region: für sein Engagement, mit Phantasie und Kreativität den jungen Kino-Besuchern ein umfassendes Filmerlebnis zu bieten, das die Medienkompetenz und den eigenen Selbstfindungsprozess fördert, das einen Perspektivenwechsel ermöglicht und Kino auch als sozialen Ort erfahrbar macht.


Seit vielen Jahren arbeitet das Kuki mit anderen sozialen und interkulturellen Trägern, zum Beispiel dem CJD Schloss Hausen, der Ökologischen Forschungsstation und weiteren regionalen Kooperationspartnern zusammen, um den Kinobesuch für den Nachwuchs zu einem Ereignis zu machen. Abgestimmt auf die handverlesenen Familienfilme bietet das Kuki Theaterspiel, kreatives Gestalten, Filmpartys, Schminken, Kostümieren und Bewegungsspiele.


Ein Glanzlicht stellte in diesem Jahr das Mondlichtfest dar, das unter dem Motto „Piraten“ stand und mit Kino, Zirkustheater, Erlebnisparcours, originellen Aktionen und einer spektakulärer Feuershow Klein und Groß gleichermaßen begeisterte.

 
Jetzt wieder KUKI-KINO ab 6. Oktober
30.09.2017

 

 

Das neue KUKI-Programm Oktober steht ab Sonntag Abend zum Download bereit: über 20 aktuelle Kino-Highlights, darunter 6 spannende Filme für die ganze Familie.

Im Programm: The Circle, Bullyparade, Dunkirk, Grießnockerlparade, Cars, Happy Family. Da ist für jeden was dabei!

Die Film-Vorführungen beginnen kommenden Freitag, den 6. Oktober.

 
Florian Schroeders feinstes Kabarett zwischen Politik und Philosophie begeisterte
10.09.2017

 

Es gibt keine Tabus - Vorpremiere "Ausnahmezustand" im KUKI-ZELT

 

 

Schlüchtern (Andrea Euler). Richtig böse? Ja, das kann Florian Schroeder sein. Das hatte er angekündigt bei seiner Werbung für das neue Programm. Und er stellte das unter Beweis: Mit „Ausnahmezustand“ begeisterte er die Gäste im ausverkauften Kuki-Zelt am vergangenen Samstagabend.

 

Es war die Vorpremiere der neuen Show, und somit durften sich die Besucher als Regisseure fühlen: Mehr als drei Stunden brachte der Kabarettist und Parodist seine aktuelle Bewertung von Politik, Sozialstaat und Gesellschaft auf die Bühne, brachte die Gäste zum Lachen – und dazu, dass ihnen dann und wann auch das Lachen im Halse stecken blieb. „Ihr werdet Gags hören, die werden nie wieder andere hören“, kündigte der Kabarettist an, dessen verbales Feuerwerk von einer multimedialen Show mit pointierten Einspielungen illustriert wurde. Ganz ohne Parodie ging auch das aktuelle Programm nicht über die Bühne: Markus Lanz, Günther Jauch, Joachim Löw und Marcel Reich-Ranicki – da waren kaum die Worte notwendig, allein Ton und Gestik machten in Sekunden klar, wer da gerade persifliert wurde. Zur erkennbaren Begeisterung der Gäste übrigens, von denen viele schon vor zwei Jahren dem Auftritt von Schroeder in Schlüchtern gefolgt waren.

 

Für den Kabarettisten war die Begeisterung keine Überraschung: „Kabarett ist Leidenschaft. Das Schöne am Kabarett ist: Man ist sich so einig, man ist auf der richtigen Seite.“ Getreu dem Motto: „Man ist schlau, links und hat recht“, wie es sich für ein Kabarett-Publikum Schroederscher Prägung gehört, wussten die Anwesenden: „Wir sind die Guten. Wir stehen auf der Seite der Schwachen, der Chancenlosen – der SPD.“ Und dann ging es los, das mal ironische, mal sarkastische, mal hintergründige Sezieren der aktuellen (politischen) Situation im Lande kurz vor der Wahl. Und wer da nicht alles sein Fett weg bekam: Martin Schulz wurde zum „sympathischen Sozialkundelehrer“. Für Alexander Dobrindt, dessen Profession die des Diplomsoziologe ist, fand Schroeder harsche Worte: „Welch eine Beleidigung für dieses schöne Fach.“ Die Linke gilt ihm als „der Pfahl im Fleisch der SPD“. Und Angela Merkel? Die überstrahlt alle als „die Helene Fischer der Politik“.

 

Schroeder braucht nicht viel, um klar zu machen, wen er da gerade aufs Korn nimmt. Eine Handgeste – die berühmte Raute – und zwei in recht hohem Ton in typischer Manier hintereinander gequietschte Töne: Das Publikum ist begeistert. Und auch andere Bundespolitiker bleiben nicht verschont: Da spottet Schroeder über Katrin Göring-Eckhardt als „die Margot Käßmann für Arme“. Angela Merkel dagegen ist „der Fels des Guten in einer Welt des Bösen“. Denn: „Der Irrsinn ist männlich.“ Wie an Donald Trump perfekt zu erkennen sei: „Der ist kein Rassist. Der ist noch nicht mal in der Lage, eine rassistische Ideologie zu vertreten. Er ist Unternehmer: Hire and Fire.“ Quintessenz der akribischen Betrachtung: „Wir sind in der Hand eines Vierjährigen, gefangen im Körper eines 70-Jährigen.“

 

Von der neuen Kultur des Teilens, die nicht nur „das Easy-Jet-Prekariat und der Ryan-Air-Pöbel“ bei Airbnb nutze, sondern die man künftig auch auf Kinder und Organe ausweiten könne, vom Postulat: „Das Böse kommt aus der Provinz“, die Gefahr gehe in unserem Land nicht von Flüchtlingen aus, sondern von „unseren untervögelten Männern in der Provinz“ - Satire und Ironie wechselten sich ab im Programm, ein Sahnehäubchen Spott durfte nicht fehlen. Der Weg zum Bioladen: Natürlich im SUV. „Wird schon, mal kucken, kann sein“: Die Relativitätstheorie des Mannes. Das Umsortieren der Spülmaschine durch die Frau: „Die ultimative Degradierung des Mannes“, der heute „Bart tragen muss, aber bitte ohne Haare.“ Die „Doppelspitze“ aus Alice Weidel und Alexander Gauland bei der AfD: „Was ist denn das für ein links-grün-versiffter Kack?“

 

Dass er mit politischer Korrektheit nichts am Hut hat – für Florian Schroeder völlig klar: „Die will im Sinne der Gleichheit alle Unterschiede abschaffen. Das ist Gesinnungsstalinismus, der uns alle zu unmündigen Opfern macht.“ Bei Schroeder ist das – zur großen Begeisterung der Gäste – nicht gelungen.

 
Die Sterne der Hannelore Hoger
24.08.2017

Von Andrea Euler

Schlüchtern. Es ist keine Autobiografie im klassischen Sinne, die Hannelore Hoger da am zurückliegenden Mittwoch im roten KUKI-Zelt präsentiert. Bilder, Momente, Episoden sind es, „Mitteilungen aus meinem Leben“, wie es die jüngst 75 Jahre gewordene Schauspielerin nennt, deren signifikanter Stimme ein Teil der mehr als eine Stunde währenden Aufmerksamkeit an diesem lauschigen Sommerabend zu verdanken ist. Von ihrer Kindheit in Hamburg erzählt sie, von den Stationen ihrer beachtlichen Schauspiel-Karriere, von den Berühmtheiten, deren Weg sie kreuzte und mit denen sie zusammen arbeitete. Sie erzählt, als würde sie der Nachbarin vom gestrigen Tag berichten, während sie sich das für sie so typische, rote Haar aus dem Gesicht streicht – schnörkellos, in einzelnen Häppchen, erkennbar emotional bewegt von dem, woran sie ihr Publikum teilhaben lässt.
An ihrer Mimik und der Stimme kann das Publikum im ausverkauften KUKI-Zelt, das dank geöffneter Seitenwände auch noch auf der angrenzenden Freifläche Platz findet zum Zuhören, erkennen, wie stark manche Erinnerungen die Schauspielerin umtreiben: Etwa, wenn sie von ihrem Hund Flocki berichtet, der „von meinem Vater gegen Kaffeebohnen an einen Engländer verkauft“ wurde. Oder wenn sie gesteht, wie groß ihr Bedauern darüber ist, dass sie ihren Vater nicht mehr nach den Kriegsjahren befragen kann.
Viele der Anekdoten jedoch - von denen das Publikum glauben könnte, sie erzähle sie aus dem Stegreif, die jedoch genau so in dem Buch „Ohne Liebe trauern die Sterne“ verewigt sind – erzählt die Mimin im Plauderton, lacht zwischendurch über die Reaktionen der Gäste, macht aus der Lesung eher ein vertrautes Gespräch.
Gänzlich ohne Allüren lässt Hoger „Bella Block“, die Hauptfigur der gleichnamigen Krimiserie, vollkommen außen vor – lediglich eine kurze Erwähnung, dass in dem Buch im Rahmen eines Interviews zu ihr ausgiebig Stellung bezogen wird, ist sie ihr wert. Statt dessen: Erinnerungen an den legendären Kuchen ihrer Mutter, der mit Cognac präpariert und der Familie deshalb „aus der Hand gerissen“ wurde. Oder – nicht ohne eine gewisse Selbstironie – die Erinnerung an ein selbst gebasteltes Quizspiel, die sie kommentiert mit den Worten: „Nun ja, heute haben wir ja Fernsehen...“
An Ulm als „meine erste Theaterstation nach Beendigung der Schauspielausbildung in Hamburg“ erinnert sich Hoger, an die belegten Brötchen in der Kantine des Axel Springer Verlags, in dem sie „Zeitungen vom Fließband abheben und vorher eine Einlage reinlegen“ musste, um Geld zu verdienen. Dass sie als Laufmädchen mal einen Mantel geschenkt bekam, bracht sie zum Weinen – „aber nicht vor Freude, ich war auch beschämt. Wenn wir heute Sachen für Syrer abgeben, sollten wir sie vorher möglichst schon waschen“, hat sie aus dieser Erfahrung für sich mitgenommen.
Von dem schwierigen Verhältnis zu Regisseur Peter Zadek, der Arbeit mit Filmemacher Alexander Kluge, der Zusammenarbeit mit den Schauspielern Helmut Qualtinger und Götz George erfahren die Gäste, von Hingabe und Abneigung, von Krankheit und Tod – und von der neuen Leidenschaft der Schauspielerin, die „als eine der wichtigsten Bühnenkünstlerinnen der 70er und 80er Jahre“ gefeiert wird. „Ich gelte als zickig, zumindest nicht als unschwierig“, bekennt die Hoger, die sich im KUKI dann doch ganz anders präsentiert: Witzig, humorvoll, mit glucksendem Lachen und Selbstironie, wenn sie fragt: „Ich weiß nicht, ob es Sie langweilt oder ob wir lieber was anderes machen sollen. Ich kenn das ja schon...“ Das Publikum will nichts anders machen – und nutzt nach der rund einstündigen Lesung die Chance, am Büchertisch Hardcover und Hörbuch zu erwerben und signieren zu lassen. Zunächst jedoch gilt der Mimin auch noch der Dank der Veranstalter: Heide Buhmann ist sich am Ende des Abends sicher, „dass wir Sie nun noch mehr lieben als vorher.“ Warmer Applaus unterstreicht diese Worte – und dankt der berühmten Schauspielerin für diesen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben.

 
Hannelore Hoger - Showtime im KUKI-Zelt
23.08.2017

Am 23. August um 20 Uhr öffnet sich die KUKI-Bühne für eine der ganz großen Bühnen-Persönlichkeiten Deutschlands. Eigenwillig, entschlossen und nicht kleinzukriegen? - Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, ist Schauspielerin und Regisseurin. Sie zählt zu den profiliertesten deutschen Charakterdarstellerinnen. Dem großen Publikum ist sie vor allem durch die Rolle der ZDF -Kommissarin Bella Block bekannt, die sie seit 1993 verkörpert und für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Auch durch Auftritte im »Tatort« und bei »Derrick« ist sie fest in den Wohnzimmern der Republik verankert. Ein Meilenstein deutscher Kinogeschichte bleibt »Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos« (1968), in dem Regisseur Alexander Kluge Hannelore Hoger die Hauptrolle spielen ließ. Im Kuki-Zelt erzählt Hannelore Hoger aus ihrem bewegten Leben, den Begegnungen mit Regisseuren wie Peter Zadek und Edgar Reitz und Kollegen wie Ulrich Wildgruber und Götz George und stellt ihre neue Autobiografie „Ohne Liebe trauern die Sterne“ vor.
Der Vorverkauf ist abgeschlossen. Bei gutem Wetter, wie vorhergesagt, gibt es aber noch ein zusätzliches größeres Kartenkontingent an der Abendkasse, die um 19:00 Uhr öffnet. Dann wird das rote Zirkuszelt wieder an einer Seite geöffnet und mit weiteren Plätzen versehen. Aktuelle Infos auf www.kukikino.de. Servicetelefon (06661) 608-410, täglich von 14 bis 18 Uhr.

 
MondLichtFest des Kuki zum Ferienende bot tolles Programm und viele Attraktionen
14.08.2017

 

 

Jede Menge Piratenspaß trotz Nieselregens

 Freibeuter sind bekanntlich hartgesottene Gesellen, die sich nicht von schlechtem Wetter beeindrucken lassen. Und auch die kleinen und großen Besucher des Mondlichtfests am Samstag im und rund ums Kuki-Zelt trotzten dem Nieselregen und ließen sich den Spaß nicht verderben. Die Veranstaltung im Rahmen des Kinderkultursommers Main-Kinzig-Fulda stand unter dem Motto „Piraten“.

 

Die Seeräuber hatten an diesem Nachmittag und Abend den Park rund um das KUKi-Zirkuszelt geentert. Gleich am Eingang wachte ein riesiger, Respekt einflößender Engel aus schwarzem Metall, der auf Knopfdruck den Ankömmlingen Feuer entgegen spie. Und auch sonst hatten das Team des Kuki und seine bewährten Kooperationspartner wieder einmal ganze Arbeit geleistet und das Gelände rund ums rote Zirkuszelt mit viel Liebe zum Detail in ein Piratenlager verwandelt. Da durften natürlich Fässer, Kisten, Schatztruhen, Totenköpfe und flackernde Laternen nicht fehlen.

Gewandet in prächtige Piratenkostüme hatten sich die Akteure des Hofnarr Theaters unters Volk gemischt und hielten die Landratten nicht nur mit ihrem raubeinigen Charme bei Laune. 

Die Musikwerkstatt Ballin bot einen Trommel-, Tanz- und Sing-Workshop an. Wer wollte, konnte sich unter dem schützenden Pavillondach der Schminkwerkstatt Sunny Faces das Gesicht mit kunstvollen Papageien und Delfinen oder einer täuschend echten Narbe verzieren oder sich nebenan in der Photobox mit allerlei Requisiten als grimmiger Freibeuter ablichten lassen. 

Im Zirkuszelt präsentierte das Kuki ein kunterbuntes, kurzweiliges Programm: Den Anfang machte das Theater „Coq au Vin“ aus Berlin mit dem witzigen, interaktiven Stück „Die geheimnisvolle Truhe“. Anschließend ernteten die „Sweet Girls“ und die „Lucky Kids“ der Tanzabteilung des Turnvereins Schlüchtern mit ihren Auftritten tosenden Beifall. Danach kamen die kleinen Kinofans auf ihre Kosten: Für sie lief der Trickfilm „Mullewapp – eine schöne Schweinerei“. 

Für große Begeisterung und staunende Gesichter sorgte die faszinierende Feuershow des Berliner Artisten Thomas Endel nach Einbruch der Dunkelheit.  Kein Wunder, dass da nicht nur der Nachwuchs lautstark Zugaben forderte. Zum Finale des Mondlichtfests stand dann nochmals ein echter Piratenkracher für die etwas Älteren auf dem Spielplan: der spannende Abenteuerstreifen „Fluch der Karibik 5 – Salazars Rache“, den das Kuki wegen der kühlen Temperaturen nicht wie geplant auf der Open-Air-Leinwand, sondern im wohlig beheizten Zelt zeigte. 

Kurz nach Mitternacht machten sich die letzten Besucher auf den Heimweg. Einig waren sich alle: Das war ein gelungener Abschluss der Sommerferien!

 
Well-Brüder ausm Biermoos (Ex-Biermösl-Blosn) - Die Bayrische Kabarett-Legende im Zelt
07.08.2017

Politische Spitzzüngigkeit und virtuose Musik

Von Andrea Euler
Schlüchtern. Karl, Michael und Christoph (Stofferl) Well. Nummer 12, 13 und 14 der insgesamt 15 Kinder der Lehrersfamilie Well aus Günzlhofen. Drei Unikate mit großer Begabung: Mit der für das Spielen einer erstaunlichen Vielfalt an Instrumenten. Und mit der für den genauen und kritischen Blick auf das (nicht nur) aktuelle politische Geschehen. Was sie in Summe zur wohl bekanntesten Musik- und Kabarettgruppe Bayerns macht. Bekannt sind sie unter dem Namen Well-Brüder aus´m Biermoos – und als solche ließen sie es am vergangenen Montag abend im Schlüchterner KUKI-Zelt so richtig krachen.


Nicht mal das erste Lied verging, schon war die Stimmung im roten Veranstaltungszelt am Kochen: Ins erste Liad neigeräumt hatten die drei Brüder, die im vergangenen Jahr schon gemeinsam mit Gerhard Polt das Liveprogramm des KUKI bereicherten, nämlich wie bei ihnen üblich all das, was sie bei ihrem nachmittäglichen Besuch der gastgebenden Stadt Schlüchtern so erfahren und beobachtet hatten: Von der Perle vom Bergwinkel am Kinzigstrand war da die Rede, von einem motivierten Bürgermeister, der mit Begeisterung Ute Lemper im E-Auto durch die City chauffierte.


Zu den aktuellen Geschehnissen in Steinau stellten die Brüder fest: Der Uffeln ist so herausragend, dass es herausragender net mehr geht, wenn er zwischen zwei Gartenzwergen steht. Doch nicht nur über den Gastgeberort durfte gelacht werden, auch die Heimat der drei Musik- und Wortkünstler, die in breiter bairischer Mundart unterhielten, war als running gag den ganzen Abend über für den ein oder anderen Scherz gut: Die Kreisverkehre in Hausen: zu eng für die modernen Feuerwehrfahrzeuge. Der Heimatpfleger: Der Drexler Toni, der auch an der Entstehung des Hauses der Bayrischen Geschichte mitwirkt. Dies wiederum: Ein großartiger Ort, an dem unter anderem das Blasröhrchen einen Platz findet, mit dem dem späteren bayerischen Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) die 1,99 Promille nachgewiesen wurden, die er im Blut hatte, als er einen anderen Verkehrsteilnehmer zu Tode brachte.


Und der Drexler Toni war auch der, der herausfand, dass Georg Friedrich Händel einmal durch Hausen gefahren sei: Auf dem Weg von Wien nach London sei die Kutsche kaputt gegangen – und Händel habe die Zeit genutzt, um die große Feuerwehr-Suite in vier Sätzen zu schreiben. Ein Werk, das die drei Brüder dem Publikum, das es sich im Zelt, aber auch auf den gemütlichen Liegestühlen neben den geöffneten Zelteingängen und zu späterer Stunde im Vollmondlicht tummelte, nicht vorenthalten wollten

Generell sorgten die musikalischen Darbietungen, bei denen eine erstaunliche Vielzahl an Instrumenten zum Einsatz kam, immer wieder für einen Kontrapunkt zum oft fast schon bissigen Ton der satirischen Texte: Bayerische Gemütlichkeit war stets aufs Neue angesagt, wenn Klarinette, Steierisches Akkordeon, Banjo, Gitarre, Trompete, Kontrabass und sogar Alphörner zum Einsatz kamen. Oder der legendäre Brummtopf präsentiert wurde, ein angeblich uraltes Instrument, auf dem die ganze Welt gespielt hat – auch hier in Schlüchtern. Es ist überall ausgestorben, am längsten hat er sich in Regensburg im Priesterseminar gehalten, wie dem gespannten Publikum erklärt wurde, dem daraufhin ein Kochlöffel in einem Plastikfass präsentiert wurde: Ein Instrument, das seine Töne aufgrund des mehr oder minder rhythmischen Stoßens in eine Deckelnische erzeugt...


Immer auf´s Neue beeindruckten die drei Vollblutmusiker mit ihren musikalischen Darbietungen – Dudelsackklänge, Alphörner und arabische Musik wurden ergänzt von tänzerischen Darbietungen vom Schuhplattler bis hin zum Bauchtanz. Das Publikum war ebenfalls dran: Beim Jodeln, beim Mitsingen der Refrains, beim Applaudieren – und beim Mittragen der energisch vorgetragenen Botschaft in Forty Cent, bei der Christoph Well in Rap-Form für die faire Bezahlung der heimischen Milchbauern kämpfte. Das neue Artenschutzprogramm für die SPD, Bayern als Vorstufe zum Paradies, das Fehlen eines schwarzen Blocks in Bayern, weil die Bayerische Regierung selbst wie ein schwarzer Block da steht – zwei Zugaben waren nötig, bevor das restlos begeisterte Publikum seine Idole nach zweieinhalb Stunden von der Bühne ließ. Diese hatten aber ebenfalls ein Lob im Gepäck: Dass so ein Programm in Schlüchtern stattfindet, ist eine tolle Errungenschaft und eine tolle Sache, und es braucht immer Leute, die das unterstützen. Bei diesem Lob für die KUKI-Verantwortlichen nahm der Applaus nochmals deutlich zu...

 
Ein Strudel irischer Lebensfreude
01.08.2017

 

Von Dorothee Müller

Das Leben ist ein stilles Bächlein – und dann wieder ein reißender Fluss. Das vermittelt die Musik der Newcomer-Band Goitse, und am liebsten möchte man sich sofort hineinstürzen in dieses sanfte Fließen – und erst recht ins wilde Wirbeln und Strudeln dieser faszinierenden Folksongs, die irische Tradition nicht verleugnen und ihre Frische aus der Vielfalt der Weltmusik beziehen. Das Publikum im ausverkauften Schlüchterner Kuki-Zelt lässt sich liebend gern von diesen Wogen davontragen.

Glück oder Schicksal? Jedenfalls trafen vier junge irische Musiker vor wenigen Jahren an der Uni in Limerick auf einen ebenso virtuosen wie preisgekrönten amerikanischen Gitarrenspieler, und dann begann so etwas wie ein modernes Musikmärchen: Aíne McGeeney, Tadhg O’Meachair, Colm Phelan, Alain Reid und besagter Gitarrist Conal O’Kane, deren bloße Namen sich anhören, als würden sie nachts über die Elfentanzplätze der Grünen Insel gerufen, gründeten 2009 die Band Goitse (gesprochen: gwi:cha). Das ist übrigens Gälisch und bedeutet: Komm her.
Seitdem räumt das sympathische Quintett Preise ab: Bei den Live Ireland Music Awards wurde es zur Trad group of the year 2015 und in den USA bei den Chicago Irish American News Awards zur Group of the year 2015 gewählt. Im Januar 2016  gab es die Freiburger Leiter als beste Musikgruppe.
Es handelt sich schließlich um wahre Wunderkinder: Colm Phelan spielt die Bodhrán, die traditionelle irische Rahmentrommel, als habe er Pudding in den Handgelenken und Kolibriflügel an den Fingern. Schnell und scheinbar schwerelos fliegen die Hände über die Trommel. Kein Wunder, dass Phelan zum Weltmeister seines Faches gekürt wurde. Atemlos lauscht das Publikum im Kuki-Zelt seinem Solo.
Aber auch Alan Reid (Banjo) und Tadhg O’Meachair (Akkordeon und Piano) haben nationale Meistertitel errungen. Da wundert es nicht, dass auch die süße Sängerin und Geigerin mit einer Auszeichnung aufwartet: Aíne McGeeney wurde Ende 2016 bei den Irish American News Best of the Year Awards zur Best Female Vocalist gekürt.
Ihr glockenheller und dennoch zarter Sopran hat etwas Feenhaftes und jenen Hauch von Widerhall, der aus Sphären herüberzuklingen scheint, die älter sind als die Erde. Besonders berührend: The Hills Of Sweet Lislea, ein sehnsüchtiger Song, der auf einem Abschiedsbrief eines Soldaten an die Liebste daheim beruht.
Aber die Dame kann auch anders: Wenn ihre Füße aufstampfen und die Fiedel aufjuchzt, dann ist kein Halten mehr auf der Bühne und im Kuki-Zelt. Alles klatscht und johlt – schließlich haben die Iren dem deutschen Publikum kurz zuvor das herzhafte Frohlocken beigebracht. Euer Ja ist okay. Aber wir brauchen mehr Energie, stellt der Trommelspieler fest und schmettert einen Laut der Lebensfreude in die Luft, der seinesgleichen sucht. Die Besucher machen es gern nach, und so geht es hinein in den Strudel der Klänge, der einem einzigen übergeordneten Motto zu folgen scheint: Variationen zum Thema Tanzen über eine grüne Wiese. Davon gibt es rund um das Kuki-Zelt reichlich, und so ziehen einige Gäste die Schuhe aus und lassen sich von der irischen Lebens- und Musizierlust treiben.
Der Wechsel aus stillen, sehnsüchtigen Balladen und wilden Tanznummern gelingt dem Quintett perfekt – und es ist auch ausreichend Luft, damit jeder Einzelne der Starmusiker seine Instrumentalkunst präsentieren kann. Manchmal gibt es auch mitten im Stück eine Überraschung: Das 2012 veröffentlichte Transformed beginnt melodiös-romantisch und geht dann ziemlich ab. Auch auf dem neuen Album Inspired by Chance reicht das Spektrum der versammelten Folk-Schätzchen von besinnlich An Bonnán Buí bis rasend rhythmisch Banjoman Button. Schlüchtern ist die erste Station der Goitse-Deutschland-Tour 2017. Und sofort kommt der Gedanke: Aus der Mitte entspringt ein Fluss. Der wahrscheinlich noch viele mitreißen wird.

 
Double Drums - Groove Symphonies Open Air im Klosterhof
29.07.2017

Der Klang von Metallleiter-Stufen

 

Von Andrea Euler

Schlüchtern. Sie performen mit Mülltonnen, Plastikschüsseln, Sägen, Wasserkanistern, Reiben, Töpfen, Kartons, Trommeln, Regenhölzern, Akkubohrer und Kuhglocken. Und mit unbändiger Spielfreude und enormem Einsatz: Der Auftritt von „Double Drums“ am zurückliegenden Samstag im Klosterhof sorgte für ohrenbetäubenden Lärm und ein Rhythmusspektakel der ganz besonderen Art. Mehr als 300 Gäste lauschten in der lauschigen Nacht dem aktuellen Programm „Groove Symphonies“ von Philipp Jungk und Alexander Glöggler, die ihren Ruf als Vollblutmusiker wieder einmal bestätigen konnten. Und die ihr Publikum animierten, selbst einmal zu Trommelstöcken zu greifen: Nicht umsonst boten Heide Buhmann und Hanspeter Haeseler vom veranstaltenden Kulturverein KUKI in der Pause nicht nur die CDs, sondern auch Trommelstöcke an. Und eine Abnehmergruppe war gleich klar: Die jüngsten unter den Besuchern, denen es erkennbar in den Fingern juckte, auch einmal am heimischen Mobiliar und Interieur eine Klangsession abzuhalten.
Der Schlagzeuger-Nachwuchs der Nation ist offenbar männlich: Beim Workshop für Kinder ab elf Jahre, den die Star-Perkussionisten Philipp Jungk und Alexander Glöggler bei schönstem Hochsommerwetter auf dem Klosterhof in Schlüchtern gaben, tauchte nur ein einziges Mädchen auf. Sie machte ihre Sache hervorragend - genauso wie die 24 Jungs, die mit Mülltonnen-Deckeln und Scheibentrommeln einen super Sound produzierten. Mit knappen Erklärungen, Trillerpfeife und viel Humor wurden die Kinder von Jungk und Glöggler angeleitet und schafften es, in 45 Minuten eine tolle Perkussion-Nummer für den Beginn des Konzerts am Abend einzuüben. Ein perfekter Auftakt für das Perkussions-Spektakel von Double Drums - und das Publikum feierte den Nachwuchs mit begeistertem Applaus.
Überhaupt das Klatschen: Zu dem wurden die Gäste, die es sich in den neuen KUKI-Liegestühlen, auf Verandastühlen, an Stehtischen oder auf Mauern rings um den Veranstaltungsplatz gemütlich machten, von den beiden Trommelkünstlern immer wieder aufgefordert: Sie klatschten bei unterschiedlichen Taktarten gegeneinander an, bis es wieder einen gemeinsam Rhythmus gab – oder folgten den Klatschfolgen von Alexander Glöggler, der sich auf die Kunst versteht, ohne Worte und somit mit ausdrucksstarker Gestik eine ganz eigene Form der Kommunikation mit dem Publikum zu pflegen. Mit viel Rhythmusgefühl demonstrierte er die Klangfolgen – die Gäste folgten ihm mit mehr oder minder großen Geschick, jedoch stets mit viel Freude und zur allgemeinen Erheiterung.
Beeindruckend: Der Wechsel zwischen Anspruch und Entertainment. Da changierten die Darbietungen ins ohrenbetäubend Rhythmische, rasant und virtuos, das den Double-Drums-Kosmos ebenso ausmacht wie die fast schon sphärischen Klänge, ruhig und tiefgründig, die spontan einem Trommelerlebnis so gar nicht zugedacht werden. Ein Wirbel der Gefühls- und Klangwelten ist die Folge, optisch unterstützt von einem beeindruckenden Bühnenaufbau, der etliche der knapp 100 im Einsatz befindlichen „Instrumente“ zeigte, und zeitweilig sogar fluoreszierenden Drum Sticks, die die beiden Klangkünstler virtuos und in unglaublicher Geschwindigkeit durch die Luft und auf die Instrumente wirbeln ließen.
Es gibt keinen Gegenstand, so schien es, dem die beiden nicht den ein oder anderen mitreißenden Ton zu entlocken in der Lage sind. Seien es die Metallleiter-Stufen, der Mörteleimer, die Tülle einer Gießkanne oder die Käsereibe – mit dem richtigen Blick wird selbst der „Ausflug in ein schwedisches Möbelhaus“ zu eine Erlebnis der besonderen Art. Oder wie Jungk und Glöggler es ausdrückten: „Manchmal reicht der Gang in den Baumarkt um die Ecke. Obi liegt klanglich schon ganz weit vorn...“ Furios, originell, bisweilen witzig – die unglaubliche Vielfalt des Dargebotenen war es, die das Publikum zu stehendem Applaus und die Klangkünstler zu zwei bejubelten Zugaben bewegte.

 
Andresas Dresen | Axel Prahl & Band im KUKI
26.07.2017

Immer wieder und nie genug -  Dresen, Prahl und Band lieben das KUKI in Schlüchtern

Von Dorothee Müller

Warum der Abend so zu Herzen geht? Das hat viele Gründe. Der Kuki-Verein hat zum dritten Mal die Band von Andreas Dresen und Axel Prahl eingeladen, und die Schlüchterner Stadthalle platzt aus allen Nähten. 500 Leute sind da und erleben einen Abend voller Poesie, Leidenschaft und rumpelndem Rock. Und tief aus der Seele tauchen sie auf wie alte Bekannte: die alte Sehnsucht, die wütende Liebe und der Hunger nach Leben.

Es sind nicht die präzisen Gitarrenriffs, die exklusiven Arrangements oder die spektakuläre Bühnenshow, die diesen Abend unvergleichlich machen. Es ist schlicht und ergreifend die Authentizität der Akteure. Axel Prahl, Andreas Dresen und ihre Bandkollegen wirken wie große Jungs, die sich ein Bier gegriffen haben und im Hinterhof-Studio ein bisschen Mucke machen. Einfach aus Spaß. Und weil sie diese Lieder so lieben. Raue, poetische, ehrliche Songs von Gerhard Gundermann, Rio Reiser und Wolf Maahn. Und selbstverständlich auch ein paar selbst geschriebene Stücke von Axel Prahls Album Blick aufs Mehr (2011). Dessen Titelsong hatte übrigens im Erscheinungsjahr der Platte auf dem Kuki-Festival in Schlüchtern Welturaufführung: „Ich hab‘ ihn an diesem Abend noch vom Papier abgelesen, weil ich ihn noch nicht auswendig konnte“, räumt Prahl ein, und das Publikum jubelt. Viele erinnern sich an das legendäre Konzert, bei dem kurzzeitig der Strom ausfiel und der musizierende Schauspieler unversehens die Konzertbesucher einspannte: „Es geht doch nichts über ein gemeinsam gesungenes Lied“ schallte seinerzeit durch den Park am Kuki-Zelt – und auch in der Stadthalle reißt es die Leute wieder von den Stühlen.  Zwischendurch nimmt Axel Prahl einen Schluck regionales Bier und wundert sich über dessen Namen: „Schlapper Seppel – habt ihr uns das absichtlich hingestellt?“, und erzählt auf seine wunderbar lakonische Art, wie es ihn und Regisseur Andreas Dresen in die Arme der Musik getrieben hat.
Premiere hatten die beiden, unterstützt von der Lausitzerin Gabriele Maria Schmeide, 2008 in Berlin bei einem Gundermann-Gedenkkonzert. Dass sie am Ende von 3500 Leuten gefeiert wurden, hat ihnen wohl so etwas wie einen positiven Schock versetzt.
Und Lust auf alte Lieder geweckt: Mit Gitarrist Jürgen Ehle, Harry Roswog am Bass, Jens Quandt an den Keyboards und Schlagzeuger Nikolai Ziel haben Prahl und Dresen eine wackere Crew versammelt, welche die beiden Kapitäne sicher durch die Wogen deutsch-deutscher Liedermacherkunst begleitet.
Das selbst verfasste Stück „Reise, Reise“ klingt aus Prahls Mund wie ein uralter Piratensong, dessen Rhythmus tief im Magen zu rollen scheint wie die Wellen unterm Schiffsbug. Tatsächlich hat sich der Schauspieler wohl nasse Füße geholt, denn zuhause in Berlin steht der Keller unter Wasser, wie er am Rande des Konzerts erzählt. Daher wahrscheinlich auch die etwas kratzige Stimme, die hervorragend zum Repertoire passt. „Halt Dich an Deiner Liebe fest“ wird geröhrt wie zu Rio Reisers besten Zeiten, und es trifft in all‘ seiner Verzweiflung und Hoffnung immer noch mitten ins Herz. Sehen, fühlen, riechen, schmecken –  oft nivelliert durch die Atemlosigkeit des Alltags, hier auf diesem Konzert wird es wieder möglich. Hervorgerufen durch die ewige Lebendigkeit dieser Lieder. Deutsch: Was für eine reiche und wundervolle Sprache! Wenn man die Texte von Gerhard Gundermann hört, dem legendären Baggerfahrer aus der Lausitz, dann ist der Sommer zu spüren, der Zauber und der Fluch des Kind-Seins, das Unbehagen in der herrschenden Kultur der Ex-DDR, aber auch die Einzigartigkeit der Liebe und die unbändige Lust am Leben. 1998 starb Gundermann mit Anfang 40 an einem Hirnschlag, was er geschaffen hat, dauert fort. Im Herbst beginnt Andreas Dresen mit einem Film über den Liedermacher – und selbstverständlich spielt Axel Prahl auch wieder mit. Warum? Gundermann gibt Antwort: „Das war mein zweitbester Sommer/Ich schlürf ihn aus bis zum letzten Zug/Ich will das alles hier haben/Und immer wieder und nie genug.“ Dem Publikum scheint es auch so zu gehen: Nach mehreren Zugaben erst dürfen die Jungs von der Bühne.

 
Legalize a Cappella! Stürmisch gefeierter Abend mit Basta im KUKI / Stehgreifzugabe
14.07.2017

„Es wird Zeit für etwas Unerreichbarkeit.“ Mit dieser Ansage eröffnete Basta am vergangenen Freitag den A-Cappella-Abend im KUKI.

 Von Andrea Euler

 „Gut zwei Stunden ohne Klicken, ohne Wischen, Ziehen, Swipen, Liken, auf den Bildschirm blicken“ waren angesagt – und das nahm das rund 320köpfige Publikum wörtlich: Schließlich hatte es keine Hand mehr frei, begann es doch bereits bei diesem Einstiegslied mit dem Mitklatschen.
Auch die Männer übrigens, für die das Quintett gleich nach dem Eröffnungssong eine Runde Mitleid spendete. Schließlich seien die meisten Basta-Fans weiblich, die Männer oft „nicht ganz freiwillig dabei“. Für sie – und „den Herrn aus der dritten Reihe“ - sangen die fünf Musiker „Schön, dass Du gekommen bist, auch wenn es gegen Deinen Willen ist.“ Der Kontakt zum Publikum: Vom ersten Moment an ist er da, William Wahl als Songschreiber erklärt das ganz entspannt: „Wenn man auf die Bühne kommt, singt man  mit einer Hirnhälfte, mit der anderen checkt man das Publikum.“ Der Check dürfte in Schlüchtern bei ihrem nunmehr ersten Auftritt, spontan positiv ausgefallen sein: Gelächter und Applaus reichten schon eingangs an die Lautstärke der musikalischen Vorträgen heran.

 Diese widmeten sich thematisch einem Kaleidoskop vergleichbar schlaglichtartig den Erlebnissen des Alltags, insbesondere die Lieder der jüngsten CD „Freizeichen“ kamen zu Gehör: Da ging es um den Kanarenurlaub von William, an den dieser sich als „Sodom und Gomera, es geht immer noch was ordinärer“ erinnerte. Um „blanken Hass auf Gute-Laune Musik“, wenn der Ohrwurm nachts das Einschlafen verhindert. Berühmt werden heute? „Früher musstest Du richtig was reißen, Amerika entdecken oder so. Heute reicht eine Lebensmittelunverträglichkeit“, diese These führte zum Song „Laktosetolerant“. Und auch das Älterwerden wurde thematisiert: „Mit Anfang 20 haben wir von einem eigenen Starschnitt in der Bravo geträumt, heute von einem CD-Tipp in der Brigitte Woman.“ Vom Frühstück-Fetischismus, der ersten eigenen Putzfrau, einem „Liebeslied an alle Männer“ - die drei Tenöre William Wahl, Werner Adelmann und René Overmann, Bass Arndt Schmöle und der neue Bariton Hannes Herrmann wechselten sich mit den Hauptstimmen ab und brachten neben dem Gesang auch eine beeindruckende tänzerische Leistung auf die Bühne.

 Und sie plauderten in Kumpelmanier von ihren Eindrücken vom Gastort. Er selbst sei ja auch extrem „Schlüchtern“, betonte da Hannes, dessen im Vergleich zu seinen Musikerkollegen noch junges Alter immer wieder Anlass zu Späßen auf beiden Seiten lieferte. Eine „Woche Kegeln in Sterbfritz“ werde als Urlaubsplan in Erwägung gezogen, die heimische Eisdiele durfte ein dickes Lob für sich verbuchen – und das angeblich fehlende Handynetz in Schlüchtern brachte William Wahl zur Schlussfolgerung: „Wenn man hier wohnt, weiß man, man muss ein Satellitentelefon haben.“

 Fünf Männer – der Eindruck im Publikum: Das steht ein ganzes Orchester auf der Bühne, so eindrucksvoll und exakt waren die Darbietungen. Da wurde gesummt, gesurrt, gepfiffen – das ganze Spektrum möglicher Töne schien den Musikern zur Verfügung zu stehen. Neben den humorvollen Tönen zählten auch Balladen zum Repertoire: „50 Dinge“ beispielsweise, eine 2007 veröffentlichte Liebesgeschichte, oder das Lied von „Buhne 4“, eine bitter-süße Erinnerung an eine gemeinsame Zeit am Strand. Und dann wieder stimmungsvoll und lustig wie bei „Nachkommen“, in dessen Refrain sich ein Tee-Kesselchen versteckt: „Wir werden nachkommen, denn wir wollen Nachkommen. Du solltest vorfahrn, denn wir werden Vorfahrn...“ Reggae, Shanty, Tango – ein breites Spektrum an Rhythmen kam auf die Bühne, „YMCA“ von den Village People – die „dämlichen Texte von den Dorfleuten“ also – wurden auf Deutsch „noch viel blöder“ zu „Ich hab ADHS“. Und als schließlich René Overmann in typischer Grönemeyer-Marnier als Zugabe den Text zu Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ parodistisch daher stammelte, da war nach fast zweieinhalb Stunden die Stimmung in der Stadthalle am Kochen.

 Mit stehendem Applaus und langanhaltendem Beifall sorgten die Gäste für eine zweite Zugabe, bevor die fünf Musiker im Foyer an ihrem Merchandise-Stand noch für weitere Fragen zur Verfügung standen. Und sogar noch eine kleine Zugabe gänzlich unplugged herausrückten: „For the longest time“ belohnte die Gäste, die nach Konzertende noch bei den Künstlern verweilten. Am Ende waren sich sicher alle einig „Legalize a cappella“, wie dies musikalisch zwischenzeitlich von Basta gefordert und mit synchronem Armschwung der Gäste unterstützt worden war – eine solche Forderung kann man als Gast nach einem solch gelungenen Abend nur unterstützen.

 
Letzter Tango in Schlüchtern / Ute Lemper verführte Publikum und Bürgermeister mit Stimme und Strahlkraft
30.06.2017

 

Von Dorothee Müller

Wenn ihm da nicht abwechselnd heiß und kalt geworden ist: Zum ersten Mal in seiner noch jungen Amtszeit empfängt Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller einen Weltstar in der Bergwinkelstadt. Und die zweifelsohne als Frau wie als Sängerin höchst faszinierende Ute Lemper hat diebische Freude daran,  den ohne weibliche Begleitung erschienenen Möller in ein laszives Katz-und-Maus-Spiel zu verwickeln. Das Publikum in der ausverkauften Stadthalle verfolgt diesen Bühnenflirt mit Entzücken.

Die Lemper ist eine Sirene im schwarz schillernden, hautengen Abendkleid und offenbar hat sie es darauf angelegt, dass des Bürgermeisters Schiffchen heute an ihren Klippen zerschellt. Für 90 Minuten ertönt ihr Lockruf und weckt mehr als eine Ahnung  vom Glanz der großen weiten Welt – und von dem Universum, das Ute Lemper heißt.  Die geborene Münsteranerin Ute Gertrud Lemper ist Kosmopolitin. Sie füllt Konzerthallen rund um den Globus und lebt nach Stationen in Paris und London seit vielen Jahren in New York. Der Kuki-Verein, der seit einigen Jahren im Sommer ein hochkarätiges Kultur- und Filmfestival organisiert, hat sie nach Schlüchtern geholt. Die Lemper lässt ein kurzes Fremdeln mit der Provinz durchleuchten, doch eine nachmittägliche Rundfahrt im Elektroauto des smarten Stadtoberhaupts hat offenbar das Eis gebrochen.
Elegant und amüsant zugleich webt sie ihre kleinen Bürgermeister-Avancen in den schillernden Klangteppich ihres Programms. Mit „Last Tango in Berlin“ schlägt sie die Brücke zwischen Liedern aus den deutschen Kabaretts der 1920er und 30er Jahre, französischen Chansons und argentinischem Tango. Mit Astor Piazzolla startet sie und verwandelt sich Sekunden später in den „Blauen Engel“, der dem Bürgermeister zuraunt „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt.“
Ab dem ersten Vokal greift ihre Stimme Raum, führt durch schummrige Berliner Kaschemmen an die Seine und dann hinein in die Tangobars, in denen die Luft zwischen den Tanzenden zu brennen scheint. Rau und sexy klingt sie, dann wieder sehnsüchtig und sanft. Zweifellos eine große Stimme mit beeindruckenden Phrasierungen, die sich zwischen Gossendreck und hauchzarter Poesie bewegen. „Ich bin die fesche Lola, der Liebling der Saison“ – die singende Rotzgöre nimmt ihr das Publikum ebenso ab wie die großen Gefühle, die ihre Stimme mit Hilfe unsterblicher Chansons wie „Ne me quitte pas“ von Jacques Brel oder „Avec le temps“ von Léo Ferré beschwört.
Mit Victor Villena am Bandoneon und Vana Gierig am Flügel klappt die Kommunikation mindestens ebenso gut wie mit dem Bürgermeister. Die beiden Musiker sind der Wind in den Flügeln der Sängerin.
Ute Lemper verkörpert, was sie singt. Und die vielleicht zartesten und zerbrechlichsten Stellen offenbart sie, als sie ein Lied aus einem litauischen Ghetto intoniert. Auf Jiddisch. Ein Moment, in dem viel Trauer mitschwingt, aber auch eine Ahnung jener Heiterkeit, die in der Hoffnung auf Freiheit liegt.
Das Publikum dankt mit stehenden Ovationen für ein intensives Konzerterlebnis. Und Bürgermeister Matthias Möller bereitet sich auf den Höhepunkt des Abends vor: Last Tango in Schlüchtern.


 
Ute Lemper
30.06.2017

Ute Lemper in Schlüchtern: Weltstar verführt ihr Publikum mit Stimme und Strahlkraft

04. JULI 2017
 
SCHLÜCHTERN

Wenn ihm da nicht abwechselnd heiß und kalt geworden ist: Zum ersten Mal in seiner noch jungen Amtszeit empfängt Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller einen Weltstar in der Bergwinkelstadt.

Von Dorothee Müller

 Und die als Frau wie als Sängerin höchst faszinierende Ute Lemper hat diebische Freude daran, den ohne weibliche Begleitung erschienenen Möller in ein laszives Katz-und-Maus-Spiel zu verwickeln. Das Publikum in der ausverkauften Stadthalle verfolgt diesen Bühnenflirt mit Entzücken.

Die geborene Münsteranerin Ute Gertrud Lemper ist Kosmopolitin. Sie füllt Konzerthallen rund um den Globus und lebt nach Stationen in Paris und London seit vielen Jahren in New York. Der Kuki-Verein, der seit einigen Jahren im Sommer hochkarätige Kultur- und Filmfestivals organisiert, hat sie nach Schlüchtern geholt. Die Lemper lässt ein kurzes Fremdeln mit der Provinz durchleuchten, doch eine nachmittägliche Rundfahrt im Elektroauto des smarten Stadtoberhaupts hat offenbar das Eis gebrochen.

Elegant und amüsant zugleich webt sie ihre kleinen Bürgermeister-Avancen in den schillernden Klangteppich ihres Programms. Mit „Last Tango in Berlin“ schlägt sie die Brücke zwischen Liedern aus den deutschen Kabaretts der 1920er und 30er Jahre, französischen Chansons und argentinischem Tango. Mit Astor Piazzolla startet sie und verwandelt sich Sekunden später in den „Blauen Engel“, der dem Bürgermeister zuraunt „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt.“

Ab dem ersten Vokal greift ihre Stimme Raum, führt durch schummrige Berliner Kaschemmen an die Seine und dann hinein in die Tangobars, in denen die Luft zwischen den Tanzenden zu brennen scheint. Rau und sexy klingt sie, dann wieder sehnsüchtig und sanft. Zweifellos eine große Stimme mit beeindruckenden Phrasierungen, die sich zwischen Gossendreck und hauchzarter Poesie bewegen.

„Ich bin die fesche Lola, der Liebling der Saison“ – die singende Rotzgöre nimmt ihr das Publikum ebenso ab wie die großen Gefühle, die ihre Stimme mit Hilfe unsterblicher Chansons wie „Ne me quitte pas“ von Jacques Brel oder „Avec le temps“ von Léo Ferré beschwört.

Mit Victor Villena am Bandoneon und Vana Gierig am Flügel klappt die Kommunikation mindestens ebenso gut wie mit dem Bürgermeister. Die beiden Musiker sind der Wind in den Flügeln der Sängerin. Ute Lemper verkörpert, was sie singt. Und die vielleicht zartesten und zerbrechlichsten Stellen offenbart sie, als sie ein Lied aus einem litauischen Ghetto intoniert.

Auf Jiddisch. Ein Moment, in dem viel Trauer mitschwingt, aber auch eine Ahnung jener Heiterkeit, die in der Hoffnung auf Freiheit liegt. Das Publikum dankt mit stehenden Ovationen für ein intensives Konzerterlebnis. Und Bürgermeister Matthias Möller bereitet sich auf den Höhepunkt des Abends vor: Last Tango in Schlüchtern.

 
Herr Schröder - Frühpensionierung als Rettungsgasse
21.06.2017

 

Von Andrea Euler

Schlüchtern. „Ich bin Scheitern gewohnt. So sieht eine Verkettung von Fehlentscheidungen aus. So sieht halbtags aus. So sieht Leben am Korrekturrand der Gesellschaft aus.“
Herr Schröder, bürgerlicher Name Johannes Schröder, spart nicht an Selbstironie. Der studierte Deutschlehrer, dessen Programm „World of Lehrkraft. Ein Trauma geht in Erfüllung“ am vergangenen Mittwoch zahlreiche Pädagogen, aber auch andere Gäste ins übervoll besetzte KUKI-Zelt lockte, hat seine Berufserfahrungen in einem Comedy-Programm verarbeitet. Passenderweise wurde dieses durch das typisch penetrante Klingeln einer Pausenglocke eingeleitet – nachdem Heide Buhmann für die Veranstalter zunächst angesichts der abendlichen Temperaturen und unter dem Gelächter der Gäste „Hitzefrei“ verkündet hatte.
Denn heiß war es im KUKI-Zelt, trotz geöffneter Seitenwände und zusätzlich draußen aufgestellter Bestuhlung. Was Herrn Schröder nicht daran hindert, in der für ihn typischen Bekleidung auf der Bühne und im Scheinwerferlicht zu erscheinen: Braune Cordjacke, hellblaues Hemd über einer leichten Bauchwölbung, dunkelblaue Jeans, braue Lederschuhe. „Wir haben hier intuitiv die richtige Klassenzimmer-Atmosphäre nachgestellt: Halb dunkel, kein Sauerstoff“, flachste Herr Schröder gleich eingangs. Schon die lebhafte Begrüßung aus dem Publikum spiegelte ihm die Realität nicht glaubwürdig genug wider: „Gedehnte Stirb-langsam-Stimmen“ wollte er da hören, die Zurufe „Geh nach Hause“ und „Du Opfer“ wurden vergeben, den Männern über Vierzig „Urwaldgeräusche“ abverlangt, den Frauen „diese typische, nonverbale Geringschätzung“ – und dann war das Umfeld bereit für ein zweistündiges Potpourri an Anekdoten, Klischees und Erlebnissen rund um den Beruf des (Deutsch-)Lehrers.
Schröders Berufskollegen hatten einen beträchtlichen Anteil am Publikum, sie wurden deshalb auch gleich mittels „Schmerzreaktionstest“ nach eigenen Erfahrungen mit dem Sujet befragt: Inhaltsangabe? Stöhnen. Texterörterung? Mehr Stöhnen. Zwischen den Zeilen lesen? DA STEHT NIX!!! Gipfel der gefühlten Katastrophen: Bundesjugendspiele...
Spannend für Schröder dagegen die Elternsprechtage: „Ich möchte schon mal die Leute kennenlernen, die die ganzen Hausaufgaben und Referate anfertigen.“ Gejohle unter den Gästen, das auch nicht endete, als zu den Klängen von „Je t´aime ein typisch gelbes Reclamheftchen Liebkosungen erfuhr – und die Frage im Raum stand: „Wie hat wohl das Brainstorming ausgesehen, als das Cover-Layout festgelegt wurde? Die schwarze Schrift: Crazy! Und damit das so richtig krass wird, machen wir das alles in Times New Roman!“ Lieblingssujet des Comedian: Die Wirrungen der deutschen Sprache: „Wieso heißt es: Der Löffel, aber die Gabel?“ Und von Buh-Rufen begleitet: „Natürlich heißt es: Die Einparkhilfe. Die Entscheidungsschwäche.“ Prompt eine Replik aus dem Publikum: „Der Unsinn.“
Überhaupt die Interaktion: Da wird das Publikum zur Schülerschaft erklärt, Klassensprecherinnen werden ausgedeutet, Single Schröder kommt ins Flirten – und muss zugeben, dass „die 10A mich mit dem Geld ihrer Klassenkasse bei Elite-Partner angemeldet hat – als Premium-Partner. Und auch gleich den Text geschrieben hat: Vergilbtes Löschpapier im Buch des Lebens sucht frischen Tintenklecks zum Aufsaugen...“ Wobei Schröder („Der Augenschmaus im Dunkelrestaurant“) es schon für wichtig hielt, auch auf seine Liebhaberqualitäten hinzuweisen, die „die gattungsspezifischen Eigenschaften einer Kurzgeschichte“ aufwiesen. Unterstützt von Fachkollegin Anke aus dem Publikum erläuterte Schröder diese: „Direkter Einstieg, unvermittelt eintretendes Ende – und meist nur eine Hauptperson...“
Sei es die „objektive Notenvergabe direkt nach den Namen“, bei der „das ganze Cholerikum“ sich einig sei, pädagogische Härtefalle, Ausflüge als „pädagogischer Spülwaschgang“, der Umgang mit Euphemismen und Abkürzungen – mit seinen pointierten Anekdoten traf Johannes Schröder ganz offenkundig den Nerv seiner Berufskollegen, denen er für die Zukunft Mut machte: Die „Frühpensionierung als Rettungsgasse aus dem Papierstau des Lebens“ sei eine Option. Denn an Frustrationspotential mangele es nicht: Da ist der Sportlehrer als „Körperwelten-Plastinat“ und „bildungsferne Spaßgurke aus der Turnhalle“, die Kopierer, „die schon kaputt an die Schulen ausgeliefert werden“, die „scheckheftgepflegten Kinder“, für die die Mutter nachfragt, ob „die Nuss-Allergie nicht bei der Notenfindung berücksichtigt werden“ könne.... Und trotz allem „95 Prozent der Lehrer sind glücklich mit ihrem Beruf – sagt eine Forsa-Umfrage für die Monate Juli und August.“ Drei Zugaben, ein durchgeschwitztes Hemd – das hat Johannes Schröder in seiner Schullaufbahn so sicher nie erlebt....

 
Ennio Marchetto - Venezianischer Meister der Papierkostüme
15.06.2017

 

Von Andrea Euler

Schlüchtern. Kennen Sie von Billy Joel „We didn´t start the fire?“ Das Lied mit der stakkatoartigen Aufzählung von Berühmtheiten, Stars und Sternchen? Wie eine fleischgewordene Performance dazu kann man sich das Programm von Ennio Marchetto vorstellen, Comedian und Verwandlungskünstler, der am vergangenen Donnerstag im roten KUKI-Zelt auftrat: In seiner 80minütigen Show wirbelte der Venezianer über die Bühne, einem Kaleidoskop gleich funkelten immer für nur weniger als eine Minute die unterschiedlichsten Charaktere auf, sofort mit nur wenigen Handgriffen wieder eingetauscht in den nächsten Star, das alles nur repräsentiert mittels Pappe, Papier -–und fixiert durch ein paar Klettpunkte.
Ein rasanter Parforceritt, technisch unterstützt von Nebelschwaden, farbigem Licht – und einer nicht minder rasanten und beeindruckenden Musik-Show, bei der die jeweils bekanntesten Lieder der mehr als 50 dargestellten Stars zu Gehör kamen. Wenn es denn um Musiker ging – denn darauf beschränkte sich das Repertoire der Ikone der Papierkunst nicht, der mit seiner Form der Darstellung eine ganz eigene Kunstform geschaffen hat. Zwischen 300 und 400 Charaktere hat der Pantomime in seinem Portfolio, für das Programm in Schlüchtern wählte er neben internationalen auch ein gerüttelt Maß an deutschen Berühmtheiten wie die Biene Maja, Rammstein, Heino und Udo Lindenberg aus.
Das Skurrile an der Show: Der mit wenigen Handgriffen erreichte Kostümwechsel, für den  die Papp-Kostüm-Attrappen mal in der Mitte hochgezogen, mal seitlich aufgefaltet, mal durch die Wegnahme eines Kostümteils zu einem völlig neuen Outfit verändert werden. Da werden aus verborgenen Nischen (Papp-) Telefone, Fieberthermometer und behaarte Beine hervorgezogen, mal zwinkern die Augen von Ennio aus dem Bild der Mona Lisa, mal blinzelt das Gesicht aus einem ganzen Chor heraus. Besonderer Clou: Auch die Papier-Attrappen in sich sind nicht zwingend statisch: Da rollen die Augäpfel, mal sind die Augenlider geschlossen, mal nicht – und Elvis kann sogar in den Knien einknicken. Die Titanic schwankt in stürmischer See – und die Filmprotagonisten Leonardo DiCaprio und Kate Winslet stehen als papierne Figuren vorne drauf. Bei helene Fischers „Atemlos“ sind im Kostüm zwei kleine „Sauerstoff-Fläschchen“ verborgen, Angela Merkel ist schon an der berühmt gewordenen Handgeste – der Merkelraute – zu erkennen.
Glanz und Glamour quer durch die Musikrichtungen, auch die ein oder andere erotische Anspielung von den CanCan-Tänzerinnen bis hin zur nahezu nackten Miley Cyrus auf der berühmt gewordenen Kugel – die filigranen Kostüme, deren herauslösbare Teile nach Ablauf der Show den Bühnenboden übersäen und dem genauen Betrachter Rückschlüsse auf die (Klett-)Befestigungen ermöglichen, sind Kunstwerke für sich. Ebenso die zahllosen Accessoires, die dem pantomimisch singenden Ennio ein immer neues Aussehen verleihen: Papierne Brillen, Frisuren, der Stachel von Biene Maja, glitzernde Ohrringe und Kronen – der Tanz- und Musikkünstler, von dessen Körper nur die Arme und das Gesicht zu sehen sind, während der Rest im schwarzen Catsuit verborgen als Kostümträger herhalten muss, überzeugt überwältigend vielfältiger Gestik.
Das Publikum: Euphorisiert. Schon mit dem zweiten Charakter kommt der erste Szenenapplaus, der immer und immer wieder aufbrandet. Durchsetzt von schallendem Gelächter, Pfiffen, Gejohle – die Stimmung hätte einem Rock-Konzert zur Ehre gereicht, der Schluss-Applaus mit langen Standing Ovations machte klar: Die Erwartungen der Gäste wurden übertroffen. Um ein vielfaches. Möglicherweise sogar um die Anzahl der präsentierten Charaktere. Einhellige Bitte am Ende des Abends: Ennio möge bitte wiederkommen. Gefallen jedenfalls hat es ihm – so viel verriet er Heide Buhmann vom KUKI schon auf dem Weg ins Hotel, in das er nach dem grandiosen Auftritt zügig wollte. Duschen. Nach einer Show mit mehr als 50 Kostümen und ebenso häufig wechselnden Charakteren keine Überraschung.

 
Artistik, Rock, BBQ und Theater - Kuki bietet heute und morgen Programm auf dem HelleMarkt
06.05.2017

Die Artisten aus dem Spicy Circus spazieren unbeschwert Wände hoch. Möglich macht das ein Trampolin.  Foto: Spicy Circus

 

Das Kuki zieht zum Helle Markt mit dem roten Zirkuszelt für drei Tage auf den Stadtplatz. Dort er-leben die Besucher einen Vorgeschmack auf den Sommer – und eine spektakuläre Artistik-Show.

Wer möchte nicht manchmal "die Wände hochgehen"? Die Weltklasse-Akrobaten von "Spicy Circus" tun es. Und zwar am heutigen Samstag, 6. Mai, auf dem Stadtplatz vor dem Kuki-Zelt um 15, 17, 19 und 22 Uhr. Sie gehen buchstäblich "die Wände hoch" und springen aus knapp fünf Metern in die Tiefe. Hinzu kommen halsbrecherische Verfolgungsjagden in luftiger Höhe, Sprünge ins Leere, gepaart mit unglaublicher Synchronität, Eleganz und einem Schuss Erotik. Die mehrfach ausgezeichneten Trampolinspringer von „Spicy Circus“ gehören zum Besten, was die Trampolin-Wand-Szene momentan zu bieten hat. Sie alle haben früher für den Cirque du Soleil und für einige der renommiertesten Circusunternehmen gearbeitet.  

Auch das übrige Kuki-Bühnenprogramm ist vom Feinsten: Heute wird die Band Rockkonserve ab 20 Uhr die Tanzfläche zum Glühen bringen. Auf einer riesigen, an einer der Häuserfassaden befestigten Leinwand werden an beiden Abenden, nach Einbruch der Dunkelheit, Stummfilme – Slapstick-Klassiker – und Trailer und Musikvideos der kommenden Events laufen, die Lust auf den Kuki-Festival-Sommer machen.  

Diese lassen sich ganz entspannt von den neuen Kuki-Liegestühlen aus genießen, vielleicht mit einem Wein oder Kaffee-Cocktail in der Hand. „Grillen & Chillen“ heißt schließlich das Motto des Wochenendes. Auch kulinarisch wird einiges geboten, denn Smokys BBQ-Train macht mit Grillspezialitäten drei Tage lang Halt auf dem Stadtplatz. 

Am Samstag und Sonntag, jeweils ab 12 Uhr, kommen Familien auf ihre Kosten: An beiden Tagen bietet Sunnyfaces Kinderschminken und Glitzertattoos an, außerdem die Sunnyfaces-Fotobox: Kinder können sich ein Wunschkostüm aussuchen und werden vor einer passenden Fotowand fotografiert. Anschließend wird das Bild ausgedruckt, und das Kind kann dazu einen passen-den Bilderrahmen mit Dekomaterial gestalten.  

Das Hofnarr-Theater präsentiert am Sonntag um 14 Uhr auf der Kuki-Bühne das vergnügliche Kindermärchen "Der Froschkönig".

 

 
Teilnahmebedingungen für unsere Facebook Gewinnspiele
05.04.2017

Gewinnspiele, die auf unseren Facebookseite stattfinden und direkt vom KUKI e.V. ausgerichtet und abgewickelt werden, sind jeweils befristet und erfolgen zu den hier genannten Konditionen. Wer diesen Konditionen nicht zustimmt, darf am Gewinnspiel nicht teilnehmen.
Teilnahmeberechtigt sind alle Personen die zu der jeweiligen Veranstaltung zu der man Tickets gewinnen kann, auch eintittsberechtigt sind und ein Benutzerkonto bei Facebook haben.
Die Teilnahme erfolgt durch Liken und Kommentieren des originalen Gewinnspiel-Beitrags.
Die Preise des Gewinnspiels sowie das Ende der Teilnahmemöglichkeit wird im entsprechenden Gewinnspiel-Beitrag bekannt gegeben. Nach dem dort genannten Gewinnspielschluss werden alle weiteren Teilnahmen ignoriert und aus allen bis dahin Teilnahmeberechtigten ausgelost. Die Gewinner werden daraufhin über Direktnachricht auf Facebook kontaktiert. Außerdem wird der Facebook-Nutzername in einem Kommentar auf Facebook veröffentlicht.
Der Post darf nicht rechtswidrig sein, insbesondere keine falschen Tatsachenbehauptungen oder Beleidigungen enthalten oder gegen Schutzrechte des geistigen Eigentums, die Dritten zustehen (z.B. Marken-, Urheberrechte), verstoßen. Behauptet ein Dritter einen solchen Verstoß durch einen Post, stellt der Nutzer uns auf erstes Anfordern von der Inanspruchnahme durch den Dritten frei. Die Freistellung umfasst auch die Rechtsanwaltskosten für die ggf. erforderliche Abwehr solcher Drittansprüche.
Der Anspruch auf den Gewinn verfällt ersatzlos, wenn die Kontaktierung eines Gewinners aus Gründen, die in der Person des Gewinners liegen, nicht erfolgen kann.
Bei einem Verstoß gegen die Teilnahmebedingungen, insbesondere bei Falschangaben bzgl. der Teilnahmevoraussetzungen oder unzulässigen Mehrfachkommentierungen behalten wir uns das Recht vor, die entsprechenden Personen vom Gewinnspiel auszuschließen. Gegebenenfalls kann auch nachträglich der Gewinn aberkannt und zurückgefordert werden.
Sollte im Falle von höherer Gewalt (z.B. Unwetter) die Veranstaltung abgesagt werden, entfällt der Gewinn ersatzlos.
Eine mittels Liken und Kommentieren durchgeführte Gewinnaktionen ist kein Teil des Facebook-Netzwerkes und wird von Facebook weder angeboten, betreut noch unterstützt. Der Veranstalter dieses Gewinnspiels ist KUKI e.V.. Alle vom Gewinner angegebenen Daten (per persönlicher Nachricht oder E-Mail) werden in keiner Weise an Facebook übermittelt. Die Teilnehmerdaten werden ausschließlich für die Gewinnbenachrichtigung und relevante Informationen (z.B. Hinterlegen der Karten an der Abendkasse) rund um das aktuelle Gewinnspiel genutzt.
Datenschutzhinweis: Wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmt, wird euer Facebook-Benutzername und betreffend der Gewinner, der in einer E-Mail oder persönlicher Nachricht mitgeteilte reale Name von uns gespeichert und zur Abwicklung des Gewinnspiels genutzt. Wir geben diese Daten unter keinen Umständen an Dritte weiter.

Mit der Teilnahme (Liken/kommentieren des Gewinnspielbeitrages) stimmt der Nutzer den oben stehenden Teilnahmebedingungen und den Datenschutzrichtlinien zu.

 
Das KUKI im Pressespiegel (115 Artikel)
19.11.2016

 

Zusammen mit unserem Medienpartner Fuldaer Zeitung präsentieren wir Ihnen interessante Presse-Artikel zum KUKI.

Einfach Klick auf:  KUKI-Pressespiegel - Archiv Fuldaer Zeitung

 
Hessischer Film- und Kinopreis geht ans KUKI
21.10.2016

 

    

Die Preisträger des KUKI gemeinsam mit Dunja Hayali (Laudatorin), Heino Ferch (Bester Schauspieler), Klaus Maria Brandauer (Ehrenpreis), Margarita Broich (Beste Schauspielerin)

 

Am Freitag, den 21. Oktober wurden die Hessischen Film- und Kinopreise vergeben. Bei der mittlerweile 27. Verleihung der Hessischen Oscars waren zahlreiche Film- und Kinostars in der Alten Oper in Frankfurt.

 

Unter den Preisträgern ist auch das KUKI-KINO aus Schlüchtern. In der Begründung der Jury heißt es, die hessische Kinolandschaft sei geprägt von Vielfalt. Auf dem Land schafften es Kinos wie das KUKI in Schlüchtern mit ihrem Programm ein wahrer Kulturmagnet zu sein und das Herzstück ihres Ortes. Kinos auf dem Land seinen erstaunlich erfolgreich trotz eines vermeintlichen Standortnachteils.

 

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung und Gala in der Alten Oper in Frankfurt wurden hervorragende Spiel- und Dokumentarfilme sowie Fernsehproduktionen und Schauspieler ausgezeichnet, so Klaus Maria Brandauer, Margareta Broich, Heino Ferch.

 

Das KUKI-KINO wurde für sein herausragendes Jahresprogramm und sein besonderes kulturelles Engagement mit dem Hessischen Kinokulturpreis gewürdigt.

 

 
Konstantin Wecker Open Air im KUKI
20.09.2016
 
 
 
Konstantin Wecker füllt nicht nur seit Jahrzehnten Säle, sondern rockt – zumal mit Begleitband – selbst große Hallen. Während seines Gastspiels am Sonntagabend beim Schlüchterner Kuki-Sommerfestival genossen die etwa 750 Zuhörer aber das Privileg, die Liedermacher-Ikone in fast familiärem Ambiente zu erleben.

Der 69-Jährige agierte zeitweise ganz allein auf der Bühne – und es fehlte nichts. Zu der vor allem nach Einbruch der Dunkelheit geradezu intimen Atmosphäre hat zwar auch das von Bäumen umstandene Wiesengelände am evangelischen Gemeindehaus beigetragen, in erster Linie aber die ungeheure Bühnenpräsenz Konstantin Weckers.
Ihm gelingt es mühelos, selbst nach einer heißblütigen Rock n Roll-Nummer binnen weniger Augenblicke eine fast andächtige Stille zu schaffen. Und während dieser klebt ihm das Publikum willig an den Lippen, um entweder ein romantisches Gedicht oder eine amüsante Anekdote aus seiner Autobiografie zu hören.

Weckers Klavierspiel ist nicht mehr so hämmernd wie zu Zeiten des ARD-Scheibenwischers, dafür ist es jedoch filigraner geworden. Wenn er sich auf die Interpretation seiner Texte konzentrieren will, setzt sich mit seinem langjährigen Freund Jo Barnikel ein musikalisches Alter Ego an den Flügel. Der Pianist ergänzt Wecker auf kongeniale Weise, ohne aber ein Duo zu inszenieren.

In der Summe sind auf der Freiluftbühne am Kuki-Zelt im Grunde drei Konstantin Weckers aufgetreten: der Vollblutmusiker, der seine Lieder mit jeder Faser des Körpers präsentiert und diese Energie auf die Zuhörer zu übertragen vermag; der empfindsame Lyriker, den von Jugend an die Romantik fasziniert und der in Prosa-Zeilen über seine beiden Söhne oder seinen Vater innig-anrührende Momente erzeugt; den politischen Aktivisten, der für sich reklamiert: Ich bin für Poesie und Widerstand.
 
Fuldaer Zeitung
 
KUKI on Tour - Kino an besonderen Orten unterm Sternenhimmel
04.09.2016

 

 „Kuki on Tour“ ist wieder zurück: Nach vier Jahren Pause lud das Kulturkino für den 2. September wieder zum Filmgenuss unter freiem Himmel ein. Und das besondere dabei ist: Die Kulisse des Open-Air-Events ist genau auf den Film abgestimmt und erhöht so den Kinogenuss. An der Wanderhütte der Spechte mitten im hessischen Spessart zeigte das KUKI die Verfilmung der Jakobsweg-Saga „Ich bin dann mal weg“. Mit einer mobilen Projektoranlage, einer 20 Meter großen Air-Screen-Leinwand und mit einem Stromgenerator zauberte das KUKI mit tatkräftiger Unterstützung des Heimatvereins Hohenzell echte Kinoatmosphäre in den Nachthimmel und die idyllische Natur.

Und da das Wetter mitspielte, war das wunderbare Event unterm Sternenhimmel ausverkauft! 

 
Sky du Mont im KUKI - Älterwerden mal anders
30.08.2016

 

Sky Du Mont zeigt bei der Lesung seines Buches ‚Stehe ich jetzt unter Denkmalschutz’, dass Humor zum Altern dazugehört.

Amüsant und kurzweilig hat Schauspieler und Autor Sky Du Mont seine Lesung im Schlüchterner Kuki-Zelt gestaltet. Schonungslos offen und ehrlich gewährte er Einblicke in die mitunter arg geplagte Seele eines Mannes „auf der schlechten Seite der 60“.

Der international bekannte Schauspieler und Autor von mittlerweile sieben Büchern erwies sich auf der Bühne des roten Zirkuszelts als höchst amüsanter und facettenreicher Unterhalter. Das begeisterte Publikum erlebte ihn als sympathischen und weltoffenen Mann, mit Schalk im Nacken und einer sanften und tiefen Stimme, der man gerne lauschte, während sie die unterschiedlichen Figuren der fiktiven Erzählung sprach.

Große Wandlungsfähigkeit zeichnet Du Mont aus, wenn er mal leicht empört klang oder ins Weinerliche wechselte, die Stimme leicht spitz wurde und sich die Mundwinkel nach unten zogen. Ein unbeschwertes, jungenhaftes  Schmunzeln huschte über sein Gesicht, wenn das Publikum im vollbesetzten Zelt auf seine Späße mit lautem Lachen reagierte. Da rief er erheitert aus: „Ihr seid geil, ich liebe euch. Kann ich morgen noch mal hier lesen?“ So gelang es dem 69-Jährigen, die Botschaft seines amüsant geschriebenen Buches vortrefflich zu transportieren: Humor ist unabdingbar, will man mit den Zipperlein des Alters klarkommen. „Ich will mir am Ende nicht sagen lassen, ich sei die Spaßbremse meines eigenen Lebens gewesen

 
Götz Alsmann mit Band zaubert den Broadway auf die Bühne
23.08.2016

 

Von Schlüchtern direkt an den Broadway: Entertainer Götz Alsmann und seine Band entführten am Dienstagabend ihre Zuschauer auf dem Open-Air-Gelände des Kuki-Zeltes in die New Yorker Musik-Metropole längst vergangener Zeiten.

Der Broadway, jene legendäre Straße, wo klassische Musicals und unsterbliche Revue-Schlager das Rückgrat des „American Songbook“ gebildet haben, hat schon seit dem Beginn des Jazz-Zeitalters auch das europäische Publikum begeistert. Götz Alsmanns Konzert ist eine Hommage an Show-Größen wie Cole Porter, George Gershwin, Jerome Kern oder  Rodgers & Hammerstein – und zwar in deutscher Sprache. Da wird aus „Whatever Lola Wants“ das augenzwinkernde „Was immer Lola will“, aus „A Foggy Day“ „Der kleine Park“ und aus „My Funny Valentine“ die „Traumversion“. Große Unterstützung erfährt Alsmann, der höchstselbst am Piano sitzt und singt, von seinen fantastischen Musikern Alfred Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon und Trompete), Ingo Senst (Kontra-bass), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Paßlick (Percussion). 

Gegen Ende dieses wunderbaren lauen Sommerabends steht der Künstler dann noch mal ganz allein mit seiner Ukulele auf der Bühne und singt inbrünstig „Leise rauscht es am Missouri“ und „Der kleine Boy vom Grand Hotel“. Die ersten Sterne fangen an, über dem Open-Air-Gelände zu leuchten, Alsmann verspricht, gerne wieder ins KUKI zu kommen und bedankt sich beim Publikum und bei den Veranstaltern für die großartige Atmosphäre.

 
Hassknecht, der Kult-Star der ZDF heute-show, endlich live im KUKI-Zelt!
18.08.2016

 

Gibt es noch irgendwen, der diesen Namen nicht kennt? Unwahrscheinlich! Hassknecht wurde innerhalb kürzester Zeit zum Kult-Star der ZDF heute-show.

 „Sich Aufregen kann man schließlich nicht den Amateuren überlassen!“, ist seine Devise. Wortgewaltig, parteiübergreifend und laut – wenn der nur 1,63 Meter große Mann sich erstmal eine Meinung gebildet hat, kennt er weder Freund noch Feind. Wenn sich andere wegducken und noch nach Worten suchen, ist Gernot Hassknecht schon auf Betriebstemperatur. Jeder Tag ohne cholerischen Aufreger sei ein verlorener Tag. Manchmal allerdings sei die Vorfreude aufs Aufregen sogar noch schöner.

Heist schonte an diesem Abend mit seinem Programm „Das Hassknecht-Prinzip – in zwölf Schritten zum Choleriker“ niemanden, schon gar nicht die Bundesregierung oder seine Gattin Renate. Mit den Gästen im voll besetzten Kuki-Zelt trainierte er die Autoaggression. Dazu hieß es: Augen aufreißen, Farbe Rot vorstellen und das Wut-Chakra herauslassen. Die Autoaggression brauche man allerdings nur dann, wenn sich kein Grund zum Aufregen finde. „Das gibt es in einem Land wie Deutschland fast nie!“ Sich beschweren heiße schließlich, die Welt verbessern.

Das Publikum im ausverkauften KUKI-Zelt war begeistert und verlangte dem Kabarettisten zahlreiche Zugaben ab.

 
Zwei Seelen in einer Brust - Kabarettist Alfons kennt "Das Geheimnis seiner Schönheit“
27.06.2016

 

 

SCHLÜCHTERN. Um solch ein Programm zu machen, muss man tief in der Seele (auch) Deutscher sein. Bei Alfons, dem vermeintlich trotteligen Franzosen mit dem Puschel-Mikrofon, ist alles sorgsam ausgetüftelt und bis ins kleinste Detail geplant. Die große Kunst dabei: Alles wirkt locker-leicht-charmant. Nicht ohne Grund heißt sein neues Bühnenprogramm „Das Geheimnis meiner Schönheit“. Und es kommt daher wie Champagner im Bierkrug. Das Publikum des Kuki-Sommerfestivals im ausverkauften Saal nahe der Stadtkirche in Schlüchtern berauschte sich gern daran.

 

Alfons, erwartungsgemäß in seiner orangefarbenen Trainingsjacke aus der ehemaligen DDR, hatte zugegebenermaßen leichtes Spiel. Nach dem 3:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen das Team der Slowakei befand sich das Publikum in bester Stimmung. „Ihr Deutschen liebt es zu gewinnen, oder?“, stellte der Kabarettist mit dem typisch französischen Akzent fest und prophezeite: „In zwei Wochen seid ihr Europameister. Ich weiß es. Beckenbauer hat schon bezahlt.“ Und weil Alfons es toll finde, dass der Kuki-Verein mit lauter ehrenamtlichen Helfern ein fulminantes Sommer-Festival auf die Beine stellt, betätigte er sich als wandelnde Wohnungsanzeige. Denn eine junge Frau, die beim Kuki ihr Freiwilliges Soziales Jahr machen möchte, brauche dringend eine Bleibe in Schlüchtern.

 

Alfons, mit bürgerlichem Namen Emmanuel Peterfalvi, ist der Kulturanthropologe unter den Neuzeit-Comedians. Akribisch beschäftigt er sich mit Deutschland, den Deutschen und deren Neurosen. Während Alfons von einer erotischen Begegnung mit einer im Kamasutra schmökernden Heidi Klum träumt, unterstellt er dem Publikum, die einzige erotische Literatur der Deutschen sei der Bausparvertrag. Ein bisschen turnt er auf der Bühne herum wie ein hyperaktiver Junge, der seinen überbordenden Bewegungsdrang in ein Witz-Feuerwerk übersetzt. Aber Alfons wäre nicht Alfons, würde er nicht auch die stillen und poetischen Momente in sein Bühnenprogramm einbauen. „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“, heißt es in Goethes Faust. Und Emmanuel Peterfalvi ist es gelungen, diese beiden Seelen in der Kunstfigur Alfons zu vereinigen. Hier Präzision, Berechnung und Ordnung, dort Eleganz, Leichtigkeit und Humor. Beide Seiten sind weder nur deutsch noch eindeutig französisch. Wer aber Alfons zusieht und zuhört, erlebe europäische Eigenheiten wie in einem Spiegel. Und man wird den Verdacht nicht los, dass alles irgendwie zusammengehört. Das wird auch in seiner kleinen Geschichte von der kostbaren Vase deutlich, die den Frieden birgt und „Europa“ heißt.

 

 

Dann sind diese kleinen „Nachdenkereien“, wie Erich Kästner sie genannt hätte, wieder vom Tisch, und man sieht Alfons auf der Leinwand mit seinem berühmten Puschel-Mikrofon durch Deutschlands Fußgängerzonen marschieren. Mit seinen herrlichen Fragen schaffe er es, die deutsche Seele bloßzulegen. Nicht einmal vor Fragen zur Sexualität macht er Halt und will von einem deutschen Rentner wissen, was das Schärfste sei, das ihm seine Frau jemals präsentiert habe. Dieser antwortet: „Chili con carne.“ Das geheime Grauen von Schützenfesten, Fahrkarten-Automaten, AfD – es gibt nichts, was Alfons in seiner vermeintlich schusseligen Art nicht schonungslos offenlegte.  
 

Das Lachen könnte einem manchmal im Halse stecken bleiben. Aber dann zeigt der Kabarettist Erbarmen und fängt an zu erzählen: Von seinem Praktikum als kleiner Junge beim französischen Radio, von Schul-Streichen und Kindheitserlebnissen auf einem Bauernhof in der Provence. Von seinem philosophischen Freund Augustin, der ihm Nietzsches Worte mit auf den Weg gibt: „Werde, der du bist.“ Und der kleine Alfons, der denkt, Nietzsche sei ein Bauer aus der Nachbarschaft. Alfons hinterlässt an diesem Abend ein rundum glückliches Publikum in Schlüchtern. Er ist Geschichtenerzähler geworden. Und wenn wir den Blick aus Europa nach Asien richten und dem Dalai Lama Glauben schenken möchten, dann bedürften wir genau dieser Menschen am meisten: „Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten.“

 
Bayerischer Abend der Extraklasse: 800 Besucher feiern Gerhard Polt und die Well-Brüder aus’m Biermoos im Kuki-Festzelt
14.06.2016

 

 

SCHLÜCHTERN. Gerhard Polt und die Well-Brüder aus’m Biermoos – von Anfang an hatte das zutiefst hintersinnige und unbarmherzige, aber auch gnadenlos komische Quartett das Publikum am Montagabend fest im Griff und sorgte für einen ersten Höhepunkt des Kuki-Kultursommers.

 

Wegen des schlechten Wetters fand der als Open-Air-Veranstaltung geplante Abend in einem rustikalen Festzelt auf der Mauerwiese statt. Und das hatten die vielen Helfer des Kuki kurzfristig und in Rekordzeit aufgestellt. Die richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, denn das Ambiente hätte nicht passender sein können. Schon im Vorverkauf gingen die Eintrittskarten weg wie warme Semmeln, und am Ende erlebten rund 800 Besucher, wie das Urgestein bayerischen Humors und Satire und sein geniales Begleittrio die Bühne zweieinhalb Stunden lang „rockten“.

 

Mit einem „Schnaderhüpfel“, einem typisch süddeutschen Spottgesang, bewiesen Christoph, Karl und Michael Well gleich zum Einstieg, dass sie sich vor ihrem Auftritt gründlich über Schlüchtern und seine Interna kundig gemacht hatten. Da war vom neuen Bürgermeister Matthias Möller die Rede und vom scheidenden Falko Fritsch, von den aktiven Kernbereichen, dem Kümmerer und der „Entente Florale“, mittels der aus der Provinz die Provence gemacht werden solle. „Will man in Gelnhausen kulturell was erleben, muss man ins Schlüchterner Kuki-Zelt gehen“, beendeten die Drei das Gestanzl unter dem Jubel des Publikums.

 


Mit Betrachtungen über das 125-Jahre-Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Hausen, einem Vereinsmeier-Kabarett-Sahnestückchen vom Feinsten, startete Gerhard Polt seinen Part. Am Ende wussten die amüsierten Zuhörer Bescheid: über die Zahl der verspeisten Rollbraten und Fischbrötchen bei diesem kulturell höchst bedeutsamen Ereignis, über das 2000-Mann-Bierzelt im 800-Seelen-Dorf, die inkompetente Lokalreporterin und die zu Unrecht gescholtene Jugend, die mit ihrem selbst gezimmerten Enzian-Stand immerhin einen vierstelligen Betrag für die Drogen-Prävention einsammelte.

 

In seiner unnachahmlichen Art lotete der 74-jährige Grantler vor dem Herrn die Untiefen des menschlichen Daseins und die Widersinnigkeiten und Absurditäten des Alltags aus. So sinnierte er über das Rentnerdasein und gab den Opa, der seinem „Bubi“ die Demokratie und noch einiges mehr beibringt. Grandios auch sein Beitrag über die Rekatholisierung Bayerns, in dem sich ein indischer Pfarrer im Gespräch mit dem Miesbacher Merkur über die Zustände ereifert und auf innovative Neuerungen wie Espressomaschinen in der Frühmesse setzt. Ebenso großartig das Radiointerview mit dem passionierten Alkoholsportler Herbert, dem diverse Obstbrände zur Kür gereichten. Das Rückgrat seines sportlichen Engagements allerdings bildete stets das Bier, wie er betonte. Als Landrat und Wohltäter mit Vorliebe für Dom Perignon, Seilschaften, Amigos und Vitamin B nahm Polt danach gewohnt subtil und bissig die Lokalpolitik aufs Korn.

 

Mit gleichermaßen spitzfindigem wie spitzzüngigem Humor kommentierten und politisierten die Well-Brüder dazwischen, was das Zeug hielt, und zeigten, was sie musikalisch drauf haben – nämlich eigentlich alles: Harfe, Akkordeon, Gitarre, Alphorn, Drehleier, Tuba, Stehbass, Blockflöte, dazu Bauchtanz, Schuhplattler, schottischer Volkstanz und Rap mit stilecht hängender Lederhose. Kein Wunder, dass es die Zuhörer da am Ende nicht mehr auf den Stühlen und Bänken hielt. Nach mehreren Zugaben und einem inbrünstig zusammen mit dem Publikum intonierten afrikanischen Lied endete dieser formvollendete bajuwarische Abend der Extraklasse.  


 
Kuki-Kids-Festival sorgte für strahlende Kinderaugen - 500 kleine und große Gäste amüsierten sich prächtig
07.06.2016

 

 

SCHLÜCHTERN. 500 Kinder und Eltern, über lange Zeit strahlender Sonnenschein – das Kuki-Kids-Festival am vergangenen Sonntagnachmittag war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und sorgte für strahlende Kinderaugen.

 

Bei der Eröffnungsveranstaltung des Kuki-Kids-Kultursommers rund um das rote Zirkuszelt lockte ein Spaßparcours, den die Kinder mit großer Begeisterung absolvierten: Bogenschießen, Klettern, Verkleiden und Schminken, Basteln und Turnen, HipHop-Tänze bewundern und mitmachen, Riesen-Seifenblasen aufsteigen lassen und die Zauberkünste von Magier Gerrit bestaunen – die Kinder hatten ein großes Angebot. „Darf ich nochmal schießen?“, bettelte ein kleiner Junge, dem sein Vater gleich mit auf den Weg gab: „Einen Bogen kaufe ich Dir aber nicht.“ Und der dann dennoch richtig stolz war, als der Steppke es schaffte, den Pfeil zielgerade in der Scheibe zu plazieren.

Denn darum ging es beim Festival: sich selbst erproben, eigene Erfahrungen zu sammeln. Das ging schon los bei der ersten Station, an der es galt, Seifenblasen zu erzeugen: Kleine und große, die bunt schillernd im Sonnenlicht tanzten und ein Lächeln in die Gesichter der Kinder zauberten. An der acht Meter hohen Kletterwand war dann der Mut der Jungen und Mädchen gefragt: Sicher im Geschirr befestigt, durften sie versuchen, sich bis zur Spitze nach oben zu hangeln – ein Wagnis, das dem ein oder anderen dann doch ein wenig Angst machte: „Lässt Du mich bitte runter“, wollte etwa der sechsjährige Louis von „seinem“ Betreuer wissen, als ihm nach der Hälfte der Strecke doch ein wenig die Angst überwältigte. Und auch beim Bogenschießen, für das die Schützengilde Herolz verantwortlich zeichnete, war die Fertigkeit nicht ganz so einfach, wie dies auf den ersten Blick zu vermuten wäre: Zielscheiben und –figuren waren aufgebaut, aber die richtige Handhabung des Sportgeräts, die korrekte Positionierung und eine ruhige Hand waren nicht gleich beim ersten Versuch allen Kindern gegeben.

Sunny Faces Kinderschminken hatte einen umfangreichen Fundus an Kostümen dabei und sorgte hingebungsvoll auf ihrer Schminkinsel für die passende Bemalung und entsprechende Fotos zur Erinnerung an das denkwürdige Kinderspektakel. Richtig austoben konnte man sich beim Turnverein Schlüchtern, der zu Hula Hooping, Bewegungsspielen und Tanzen einlud. Bei der HipHop-Show zum Mitmachen, die das Ballettstudio Opsahl auf die Bühne brachte, waren nicht nur die erprobten Tänzerinnen in Aktion, sondern auch zahlreiche Besucher, von denen etliche in farbenfrohe Kostüme gehüllt waren.

 

Handwerkliches Geschick war bei der Kreativwelt gefragt, die mit den Gästen einen „Walk Of Fame“ kreierte – wer konnte bislang schon von sich sagen, er habe einen eigenen „Stern“, wie ihn sonst nur Hollywoodstars ihr Eigen nennen können? Einen solchen Stern hätte sich aus Sicht des Publikums sicher auch Magier Gerrit verdient, der in sein Bühnenprogramm im Kuki-Zelt die kleinen Magierlehrlinge einbezog: Da wurden leere Bücher auf einmal mit Zeichnungen gefüllt, Schwarz-Weiß-Zeichnungen prangten plötzlich in leuchtenden Farben. Bunte Bälle und Würfel wechselten ihren Ort, die Faszination für die Magie ergriff nicht nur die jungen, sondern auch die älteren Gäste. Die meisten von ihnen hatten bei der Show Leckereien in den Händen: Es gab Bio-Eis vom Bauernhof und leckeren Kuchen vom Café Wohnzimmer als Verköstigung.

Dass immer wieder ein Donnergrollen zu hören war, tat der Stimmung keinen Abbruch. Selbst die beiden Gewitter, die sich ab dem späteren Nachmittag noch über den Veranstaltungsort ergossen, konnten die Laune nicht vermiesen. Schnell waren Bierzeltbänke herbeigeholt und die Zeltplanen zur Seite gerückt, so dass beim  großen Finale, dem Film Spaß „Zoomania“ über eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Schmelztiegel der unterschiedlichsten Tierarten aus aller Welt, auch alle noch die Chance hatten, über die Abenteuer der Häsin Judy und die anderen Figuren dieses grandiosen Disney-Streifens zu lachen.


Gelacht wurde an diesem Nachmittag ohnehin viel: Die beiden Clowns begeisterten mit ihren Späßen, die beteiligten Akteure bewiesen trotz des Besucherandrangs Nerven und gute Laune und kümmerten sich engagiert um ihr junges Publikum. Für drei Kinder gab es als Belohnung für ihr Engagement beim Spaß-Parcours beachtliche Preise: einen Bastelkurs bei der Kreativwelt, eine Motto-Party-Verleihkiste von Sunny Faces und eine Familienkarte, für die Kuki-Theateraufführung „Tranquilla Trampeltreu“.

 

Nicht verpassen - die Kids-Highlights im Juni und Juli:

 

Sonntag, 12. Juni: „Rico, Oscar und der Diebstahlstein“ im Rahmen des "Fests der Sinne" (Festbeginn. 12 Uhr, Filmbeginn: 17 Uhr).
Sonntag, 19. Juni: „Die Wilden Kerle 6 - Die Legende lebt", ab 15 Uhr Fußball-Mottoparty mit Torwandschießen und mehr, Filmbeginn 17 Uhr.
Sonntag, 24. Juli: „Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“, Beginn der Mitmach-Aktionen um 15 Uhr, der Film startet um 17 Uhr.
Sonntag, 3. Juli: Kinderliedermacher Ferri – „Piratenlieder“, Musiktheater für Kinder ab 4 Jahren, Beginn der Mitmachaktionen um 15 Uhr, Vorstellungsbeginn: 17 Uhr.
Sonntag, 10. Juli: „Angry Birds“, Mitmach-Aktionen ab 15 Uhr, Filmstart: 17 Uhr.
Sonntag, 17. Juli:  „Ölga und das Schlossgespenst“ – Varieté-Theater für Kinder ab 4 Jahren, Vorprogramm ab 15 Uhr, Vorstellungsbeginn: 17 Uhr.
Sonntag, 31. Juli: „Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte“ – Schatten-/Figurentheater nach Michael Ende. Vorprogramm ab 15 Uhr, Vorstellungsbeginn: 17 Uhr.

 
„LaLeLu“ eröffnen Kuki-Kultursommer im ausverkauften roten Zirkuszelt mit fulminanter A-cappella-Comedy-Show
06.06.2016

 

 

SCHLÜCHTERN. Sie kamen, sangen und siegten: Die Hamburger A-cappella-Comedy-Truppe „LaLeLu“ legte am Samstagabend zur Eröffnung des Kuki-Kultursommers im ausverkauften roten Zirkuszelt einen furiosen Auftritt hin, den das begeisterte Publikum mit stehenden Ovationen quittierte.

 

„20 Jahre LaLeLu“ – zum Bühnenjubiläum präsentierten Jan Melzer, Tobias Hanf, Sanna Nyman und Frank Valet das Beste aus zwei Jahrzehnten und lieferten eine erstklassige, höchst unterhaltsame Mischung aus Gesang und Kabarett, Parodie und Stand-up-Comedy, Pop und Klassik, Nonsens und Tiefgang ab – kurz: bestes Entertainment, mit starken Stimmen und ganz ohne Instrumente. Und einmal mehr zeigte sich: Das lauschige Zirkuszelt des Kulturvereins Kuki mit dem besonderen Ambiente ist wie geschaffen für Veranstaltungen dieser Art.

 

In der witzigen Nummernrevue der vier Nordlichter, die mit Vielseitigkeit und Spontaneität glänzten, outete sich unter anderem der jammernde Schmalzbarde Enrique Iglesias als Weichei hinterm Lenkrad, besang die schrille Mandy aus Sachsen nach einem Spanisch-Kochkurs die Vorzüge der deutschen Küche im Flamencostil. Grandios geriet die Darbietung von Peter Maffays Schmachtfetzen „Und es war Sommer“ mit anschließender literaturwissenschaftlicher – und hochkomischer – Auslegung des bedeutungsschwangeren Textes. Ein weiterer Höhepunkt: Der Auftritt des Chores der deutschen vegetarischen Gesellschaft, der mit seiner romantischen Brahms-Ode an einen fliegenden Grünkernbratling die sichtlich amüsierten Zuhörer anrührte.

 

Das Comeback des Jahres feierte Schlagerstar und Sensibelchen Florian Klüver. Der krachlederne Naturbursche mit der Heavy-Metal-Matte konnte sich vor seinen weiblichen Fans kaum retten und wurde mit Plüschblumen und Damenunterwäsche überschüttet, die sein Manager vorsorglich im Publikum verteilt hatte. Danach demonstrierte das wandelbare Quartett, wie sich die Wartezeit am Bahnhof verkürzen lässt: mit einer wilden Percussioneinlage auf Reisekoffern. Viel Jubel erntete Stimmparodist Tobias Hanf, der eine Diskussion zwischen Reiner Calmund, Helmut Kohl, Franz Beckenbauer, Marcel Reich-Ranicki, Jogi Löw, Willy Brandt, Dieter Bohlen und anderen noch lebenden und toten Promis anzettelte.

 

Zum Abschluss ihrer rasanten Geburtstagsparty, die im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda stattfand, pressten „LaLeLu“ noch schnell die größten Hits des letzten Jahrhunderts in zehn Minuten und ließen – nach stehenden Ovationen und Zugabe-Rufen – Elvis auferstehen, im schönsten Plattdeutsch. Am Ende des gelungenen Festivalauftakts im Zelt dankten sie auch dem Team des Kuki: „Ihr seid unheimlich sympathische Leute, wir haben uns hier sehr wohlgefühlt.“ Und vielleicht war es ja nicht das letzte Mal, dass das mobile A-cappella-Kommando aus Hamburg im Bergwinkel, „im Norden von Frankfurt“, Halt gemacht hat.

 

 

 
Dank Cinema Connect - Hörgenuss für Hörgeschädigte
01.06.2016

Ab sofort ist das KUKI eines der ersten Kinos in Hessen, das mit der neuesten Streaming-Technologie von Sennheiser ausgestattet ist. Für alle Menschen, deren Hörfähigkeit eingeschränkt ist, und alle, die ihre Lautstärke individuell einstellen wollen bietet die neue App  „Cinema Connect“ Abhilfe. Über die kostenlose App, die kostenlos downgeladen werden kann, wird der der Filmton über kostenfreies W-Lan im KUKI-ZELT automatisch auf das eigene Smartphone übertragen. Dort kann der Kinoton individuell angepasst werden . Zum Ohr gelangt der Ton über Kopfhörer oder direkt in das Hörgerät mittels einer Induktionsschleift.

 

 
„Zoomania“, Zaubershow und viele Attraktionen - Großes Kinderspektakel zum Auftakt der Kuki-Saison für Kids
25.05.2016

 

 

Die Kuki-Saison für Kids startet mit einem echten Knaller: Am Sonntag, 5. Juni, warten von 13 bis 19 Uhr zahlreiche Attraktionen auf die jungen Besucher, ihre Eltern und Großeltern. Herzstück der Eröffnungsveranstaltung im und rund ums rote Zirkuszelt ist der große Spaßparcours mit professionellen Bogenschießen für Kids, angeleitet von der Schützengilde Herolz, einem Filmstudio mit Kinderschminken, Verkleiden, Szenenspiel und Fotoshooting unter der Regie von SunnyFaces, Hofnarr Theater und KreativWelt, einer Riesen-Seifenblasen-Station sowie einer Acht-Meter-Kletterwand, die die mutigen Kraxler gesichert unter Anleitung erklimmen können. Hula-Hooping und lustige Bewegungsspiele bietet der Turnverein Schlüchtern an.

 

Im Zelt gibt es glänzende Kinderaugen und staunende Gesichter, wenn Zauberer Gerrit seine verblüffenden Tricks, magischen Späße und unglaublichen Illusionen zeigt. Der Ballettsaal Opsahl führt coole Hiphop-Tänze auf – Mitmachen ist natürlich ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Zum Finale läuft dann ab 17 Uhr Disneys tierisches Animationsabenteuer „Zoomania – Ganz schön ausgefuchst!“ auf der großen Kuki-Leinwand.

 

 

Wer mindestens vier Attraktionen des Kuki-Spaßparcours ausprobiert hat, kann tolle Preise gewinnen. Auf einem Laufzettel werden die Besuche der Kinder notiert und dann in die Losbox geworfen. Zur Stärkung steht der Bio-Eiswagen bereit, und es gibt leckeren Kuchen vom Café Wohnzimmer sowie Getränke und Speisen zu familienfreundlichen Preisen. Und während sich die Kleinen nach Herzenslust austoben, können die Großen unter den schattigen alten Bäumen im idyllischen Park rund um das Kuki-Zelt entspannt den Nachmittag genießen. Der Eintritt kostet am Eröffnungstag 6 Euro für Kinder und 8 Euro für Erwachsene, einschließlich des Disneyfilms „Zoomania“.

Bei Regen findet das große Kids-Festival im Zelt und im Kinosaal (ev. Gemeindezentrum) statt.

 

 

Auch an den kommenden Sonntagen bleibt das Programm für die Kids im Kuki spannend und abwechslungsreich. Freuen kann man sich auf aktuelle attraktive Kinderfilme, wie „Angry Birds“, „Ice Age 5 – Kollision voraus“, „Pets“, auf atemberaubende Theaterkunststücke und Musik zum Zuhören und Mitsingen. Immer steht der Kids-Nachmittag am Sonntag unter einem bestimmten Motto, zu dem die weiteren Aktionen auf dem Gelände mit pädagogischem Einfallsreichtum angeboten werden. Mit viel Engagement arbeitet hier das Kuki seit langem im Netzwerk mit der Bastelwerkstatt Kreativwelt, der Schminkinsel „Sunny Faces“ zusammen. Weitere Partner und Angebote kommen hinzu – je nach dem, ob sich das Gelände etwa beim Film „Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln" mit ein bisschen Phantasie in ein farbenprächtiges Märchenreich verwandelt, oder der Musiker Ferri zu seinen Piratenliedern mit selbstgezimmerten Schwertern und Augenklappe empfangen wird. Was aber erwartet die kleinen und großen Gäste bei dem faszinierenden Schattentheater über die beharrliche Schildkröte „Tranquilla Trampeltreu" vor der Aufführung auf dem Zelt-Gelände? Man darf gespannt sein! Geburtstagskinder haben freien Eintritt. Gruppenermäßigung / Sonderveranstaltungen für Kindergärten, Vereine und Schulklassen sind möglich.

 

Tickets für alle Kino- und Live-Events ab sofort auch online über www.kukikino.de mit Klick auf die Uhrzeit. VVK-Stellen: Schlüchtern: Ticketshop der Kinzigtal Nachrichten im Kaufhaus Langer; Steinau: Brüder-Grimm-Bücherstube, Brüder-Grimm-Straße 65, Sterbfritz: Hölzer Kommunikation, Schlüchterner Straße 8, Flieden: Die2 – Küche + Design, Hauptstraße 37. Weitere Infos auf www.kukikino.de sowie unter Service-Telefon (06661) 608-410, täglich von 10 bis 12 Uhr.



Das Kids-Programm im Juni und Juli
Sonntag, 5. Juni, ab 13 Uhr: Großes Kids-Festival mit Spaßparcours, Zaubershow, „Zoomania“ und coolen Attraktionen auf dem Kuki-Gelände.
Sonntag, 12. Juni: „Rico, Oscar und der Diebstahlstein“ im Rahmen des Fests der Sinne (Festbeginn. 12 Uhr, Filmbeginn: 17 Uhr).
Sonntag, 19. Juni: „Die Wilden Kerle 6 - Die Legende lebt", ab 15 Uhr Fußball-Mottoparty mit Torwandschießen, Filmbeginn 17 Uhr.
Sonntag, 24. Juli: „Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“, Beginn der Mitmach-Aktionen um 15 Uhr, der Film startet um 17 Uhr.
Sonntag, 3. Juli: Kinderliedermacher Ferri – „Piratenlieder“, Musiktheater für Kinder ab 4 Jahren, Beginn der Mitmachaktionen: 15 Uhr, Vorstellungsbeginn: 17 Uhr.
Sonntag, 10. Juli: „Angry Birds“, Mitmach-Aktionen ab 15 Uhr, Filmstart: 17 Uhr.
Sonntag, 17. Juli:  „Ölga und das Schlossgespenst“ – Varieté-Theater für Kinder ab 4 Jahren, Vorprogramm ab 15 Uhr, Vorstellungsbeginn: 17 Uhr.
Sonntag, 31. Juli: „Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte“ – Schatten-/Figurentheater nach Michael Ende. Vorprogramm ab 15 Uhr, Vorstellungsbeginn: 17 Uhr.

Vorschau: „Ice Age 5 – Kollision voraus“,  „Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“, „Pets“.

 
Von Konstantin Wecker bis Götz Alsmann: Zahlreiche Höhepunkte für die Zelt Saison 2016 stehen fest
26.03.2016
 
 
Das Kuki-Kino bereitet sich derzeit auf den Sommer im Kuki-Zelt vor, das von Anfang Juni bis Ende September wieder auf dem Parkgelände, Kirchstraße 32, aufgestellt ist. Den Organisatoren ist es gelungen, erneut hochkarätige Künstler nach Schlüchtern zu holen. 
 
Die ersten Künstler für die Saison 2016 stehen fest:
 
Konstantin Wecker gibt am 18. September ein Konzert und dann ein weiterer unglaublicher Höhepunkt: Gerhard Polt kommt zusammen mit den Well-Brüdern (Ex-Biermösl Blosn) am 13. Juni (geänderter Termin wegen der Fußball-EM). Es ist eines der immer selteneren Gastspiele, die man mit der absoluten Legende des bairischen Kabaretts erleben darf. Das wird ein unvergesslicher Abend werden mit Polt, dem grantigen Moralisten. Und mit den 3 Well-Brüdern, seinem Begleittrio. Wenn die Vier auf der Kuki-Bühne stehen und kräftig poltern & blosn - das ist die absolute kabarettistische Steigerung! 
 
Götz Alsmann & Band ist am 23. August mit seinem Programm „Broadway“ zu Gast und präsentiert Klassiker aus dem Great American Songbook. 
 
Zur großen Eröffnung der Zelt-Festivalsaison am 4. Juni kommen „La Le Lu“ - Deutschlands Nummer eins der A-Capella-Comedy. Die Gruppe aus Hamburg bringt ihr Jubiläumsprogramm „20 Jahre La Le Lu“ auf die Bühne. Und für die Kids gibt es am Sonntag, 5. Juni, ein großes Kinderspektakel auf dem Gelände mit anschließendem Film.
 
Weitere Live-Veranstaltungen und Events im Kuki-Zelt, die bereits terminiert sind: Beispielsweise das „Public Viewing“ zur Fußball EM mit französischem Flair. Alle deutschen Spiele werden live im Zelt auf großer Leinwand übertragen, dazu gibt es kulinarische Köstlichkeiten aus der französischen Bistro-Küche, wie Zwiebelsuppe, Crème brûlée, Quiche Lorraine, Crêpes … Gutes Essen gehört zur französischen Lebensart!
Zur Europameisterschaft zeigt das Kuki verstärkt französische Filme und Komödien. Am 26. Juni stellt Alfons - der aus dem Fernsehen bekannte rasende Reporter und Comedy-Künstler mit französischem Akzent und Puschelmikrofon - sein neues Programm vor.
 
Am Sonntag, 3. Juli, gibt es ein Kinderkonzert und vorher Spiel und Action auf dem Gelände. Fünf Tage später ist die Theaterpremiere von „Antigone“, inszeniert und gespielt vom Hofnarr-Theater (weitere Vorstellungen 17. und 22. Juli). Zwischendurch feiert am Sonntag, 12. Juni, die Lebenshilfe mit Kuki im Zelt und auf dem Gelände das Fest der Sinne.
Am Donnerstag, 4. August, tritt Chin Meyer, Deutschlands bekanntester Finanz-Kabarettist, Steuerfahnder und Komiker, mit seinem aktuellen Programm „REICHmacher! Reibach sich wer kann!“ nach dem Motto „Bei Geld fängt der Spaß erst richtig an“ auf.
Schließlich am 25. September die Veranstaltung „11 Freunde“. Die beiden Chefredakteure des Magazins für Fußballkultur, Jens Kirschneck und Philipp Köster, würdigen auf ihre Weise mit erstklassigem Humor das Fußballgeschehen in Texten und mitgebrachten Filmchen.
 
Der Vorverkauf für die Veranstaltungen startet in Kürze.
 
Kino mal ganz anders: 1200 Schüler aus Bergwinkel bei Schulkinowochen im Kuki 
20.03.2016
 
 
Filmgespräche mit Regisseuren über aktuelle Projekte 
Die 10. Schulkinowochen waren sowohl in Hessen als auch im Kuki in Schlüchtern ein großer Erfolg. Während sich hessenweit mehr als 62.000 Schülerinnen und Schüler mit dem Kino auseinandersetzten, waren es in der Bergwinkelstadt mehr als 1200.
Der Programm-Höhepunkt in diesem Jahr war das Filmgespräch mit der Regisseurin Cornelia Grünberg zu ihrem spannenden Langzeit-Dokumentations-Projekt über Teenie-Mütter.
Noch ein weiterer Regisseur machte seinen Besuch kurzfristig wahr: Tali Barde, der Regisseur des Jugend-Thrillers „For No Eyes Only“ über die Gefahren des Internets und die Privatsphäre im Netz, zog die Schüler in den Bann. In einer anregenden Diskussion ließen sich Schüler der Stadtschule Schlüchtern und der Kinzig-Schule über Filmidee und ihre Umsetzung aus erster Hand erzählen und waren sprachlos, wie einfach es Hackern gelingen kann, sich ihres Computers oder Smartphones zu bemächtigen und sie auszuspionieren. Barde zeigte, was filmischer Schnitt und unser Augenzwinkern gemeinsam haben und wie sein Thriller aus einer Schul-AG heraus entstand. Denn in diesem Jahr regt der Themenschwerpunkt „Kamera & Licht“ besonders zur Reflexion über Ästhetik und Produktion von Filmen an. 
 
große silvester party 5vor12 - eintritt frei
26.12.2015
Der Bergwinkel lässt es krachen !
 
Das KUKI präsentiert:
silvester party "5 vor 12" @ open air rund um das ev. gemeindezentrum, kirchstraße 32, Schlüchtern 
 eintritt frei
 
Die ultimative Silvester Party für alle Kurzfristigen - für alle, die sich nicht ewig vorher festlegen mögen, denn hier ist der Eintritt frei… ! Wer zuerst da ist, hat zuerst Spaß….
Als DJs legen auf: „Diskotheker Kollektiv Rote Nadel“ - und zwar ausschließlich Vinyl, denn das hat Stil ! 
der heißeste Sound aus Northern Soul, Motown, Rythm & Blues, Rock-Klassiker, Ramber Zamber, Halligalli ... 
Alle sind jederzeit willkommen!
 
Der liebgewonnenen Tradition der Schlüchterner „5vor12“-Parties wird in diesem Jahr ein neues Kapitel hinzufügt: Auf dem Platz vor dem KUKI erlebt man das Schlüchterner Feuerwerk zum Jahreswechsel in voller Pracht. Und auch das gemeinsame Anstoßen auf das neue Jahr mit einem Glas Sekt wird nicht zu kurz kommen.
Ein Festkommitee hat sich gegründet und ist offen für Ideen, weitere Vereine, die sich beteiligen wollen. 
 
Kulinarisches und fetzige Musik ab 22 Uhr
Aber damit nicht genug! Die Party-Location öffnet bereits ab ca. 22 Uhr ihre Tore, um bei diversen Attraktionen den Abend zu beginnen. DJ-Musik sorgt für Stimmung und gute Laune. Sicher gibt es die ein oder andere Überraschung und Darbietung.
Es gibt auch leckere Speisen wie Spaghetti parmigiano (Original Rezept Spaghetti im Parmesanrad) und Teigtaschen. Und es gibt kulinarischen Leckereien wie Falafel. Lassen Sie sich überraschen!

 

 
Galaktische KUKI-Premiere des neuen Star Wars-Streifens
22.12.2015

Am 31. Dezember um 20 Uhr stimmt das KUKI mit dem neuen Star Wars VII - Das Erwachen der Macht auf den Sylvesterabend ein.

Wer Lust hat, kann auch im Kostüm in das legendäre Star Wars-Universum eintauchen. Im  Foyer erwartet die Besucher spektakuläre Banner, lebensgroße Filmfiguren und typische Utensilien wie Laser-Schwerter, mit denen man sich fotografieren lassen kann. Das sorgt für galaktische Stimmung. Im Vorfeld ist die Bar geöffnet und bietet galaktische Drinks: Schäumenden Yoda-Soda, einen erfrischenden Skywalker-Smoothie oder man versucht einen Pangalaktischen Donnergurgler.

Sandra Schulz mit professionellem Händchen wird eine Person im Original Star Wars Look maskenbildnerisch in einen der Star Wars Charaktere aus "Das Erwachen der Macht" verwandeln. 

Die Kinzigtal Nachrichten verlosen dazu zwei super Face Paintings. Die beiden Gewinner werden von SunnyFaces fachmännisch in Yoda und Keylo Ren verwandelt .

 
KUKI-Verein mit neuer Spitze
08.12.2015

 

v.l. nach r.: Dr. Günter Bornholdt, Hanspeter Haeseler, Monika Meyer, Heide Buhmann, Fabian Röhrborn

SCHLÜCHTERN. Der KUKI-Verein hat am 8. Dezember alte bewährte und neue Mitglieder in seinen Vorstand berufen. Gleich berechtigt nebeneinander stehen Günter Bornholdt, Heide Buhmann, Hanspeter Haeseler, Monika Meyer und Fabian Röhrborn. Die KUKI-Spitze wird noch verstärkt durch drei erweiterte Vorstände, die vom neuen Vorstand berufen werden. 

Heide Buhmann ließ im Namen des Vorstands einige der herausragenden Ereignisse der vergangenen zwei Jahre Revue passieren. Sie nannte zahlreiche hochkarätige Live-Gäste, die im KUKI Zelt aufgetreten sind, darunter „Tatort"-Kommissar Axel Prahl, Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff, die Moderatorin und Schriftstellerin Christine Westermann (Literarisches Quartett), Kabarettist und Parodist Florian Schröder, Bestseller-Autor Jan Weiler, das Englische Musik- und Comedy-Duo Carrington & Brown, die Weltmusikgruppe Quadro Nuevo oder der Schauspieler Florian Stetter. Und auch das Open-Air-Jubiläumskonzert der lokalen Kultband Nexus fand Erwähnung.

Ausdrücklich hob Buhmann den Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit hervor, hier das Kooperationsprojekt "Bildung macht stark - Kinder ins Kino" mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der AG Kino Gilde, dem Verband der deutschen Filmkunsttheater als Schirmherren für das lokale Netzwerk für den besonderen Kinderfilm. 

Großen Dank spendete die Mitgliederversammlung Sandra Keidel, die  während  ihrer Amtszeit als Kalte Markts Präsidentin eine großartige Botschafterin des KUKI war.

Sehr erfolgreich hat sich ebenso das Winterkino im evangelischen Gemeindesaal etabliert. Ein Hauptaugenmerk in der Programmgestaltung lag in der Organisation interkultureller Veranstaltungen, zum Beispiel der Kinoabend mit dem Brückencafé und dem Film „Selma“ sowie der Multivisionsvortrag mit Hartmut Darmstadt über die Projektarbeit in SriLanka.

Die Kassenlage wurde von Wirtschaftsprüfer Gerd Euler im Namen des Finanzteams des KUKI vorgetragen. Die Kassenprüfer Günther Treuherz und Annegret Droste bescheinigten eine solide Buch- und Kassenführung, sodass die Entlastung des scheidenden Vorstandes einhellig erfolgte.

Der erweiterte Vorstand legte der Mitgliederversammlung eine Grundsatzresolution vor, die als kulturelle Leitlinie für Toleranz und gegen Fremdenfeindlich mehrheitlich von den KUKI-Mitgliedern verabschiedet wurde (seperate News-Meldung).

Hanspeter Haeseler gab am Ende der Jahreshauptversammlung noch einen kurzen Ausblick auf das kommende Festival „Kultursommer im KUKI-Zelt“, das erneut auf den bewährten Mix aus Kino und Live-Veranstaltungen setzen wird. Gespannt ist Herr Haeseler schon auf die Inszenierung der „Antigoné“ von Anouilh durch das Hofnarr-Theater, die im Juli im KUKI Zelt Premiere feiert. Zudem stellt er heraus, dass in diesem Jahr „Das Fest der Sinne“ auf dem lauschigen Gelände rund um das KUKI Zelt stattfinden und damit dem Inklusionsfest eine neue Qualität geben wird. „Das wird ja wieder eine starke Festival-Saison“, kommentierte ein Mitglied erfreut. Im März finden darüber hinaus im Saal des evangelischen Gemeindezentrums die Schulkino-Wochen statt, die wieder ein spannendes Programm für die Klassenstufen 1 bis 13 bieten werden – unter anderem auch ein Werkstattgespräch mit einer Regisseurin aus Berlin.

Mehr als die Hälfte der Mitglieder des KUKI waren auf der MV anwesend.

 
Öffentliche Erklärung für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit
08.12.2015

 

Auf der Mitgliederversammlung des KUKI am 8.12. wurde eine öffentliche Erklärung verabschiedet, die als kulturelle Leitlinie für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit mehrheitlich bei nur zwei Gegenstimmen von den Mitgliedern verabschiedet wurde. Voraus ging eine lebhafte und angeregte Diskussion, bei der sich die Anwesenden kompromisslos für ein Miteinander der Kulturen aussprachen. Anlass dafür war unter anderem ein Link der BürgerBewegung Bergwinkel (BBB) auf das KUKI, der ebenso wie die Kandidatur von KUKI-Mitgliedern bei Besuchern zu großer Irritation führte und eine politische Nähe des KUKI zur BBB nahegelegt habe. Beim Vorstand und einzelnen Mitgliedern waren dazu etliche Anfragen von Kinogängern und Schlüchterner Bürgern eingegangen. Mehr als die Hälfte der Mitglieder des Vereins waren auf der MV anwesend.

 

Erklärung im Wortlaut:

 

Das KUKI ist in seinem Auftrag laut Satzung parteipolitisch unabhängig und keiner parteilichen Gruppierung oder Organisation verpflichtet.

Als Mitglied im Arthouse-Verband der bundesweiten Filmkunsttheater fühlt sich das KUKI im besonderen Maße verpflichtet, für alle potenziellen Besucher der näheren und weiteren Region um Schlüchtern ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles, unterhaltendes Kinoprogramm anzubieten, das auch die Begegnung mit anderen Kulturen fördert und Menschen verschiedenster Kulturzugehörigkeit zusammenführen möchte, auch Angehörige des islamischen Glaubens.

Dies kann dazu beitragen, Angst vor Fremden abzubauen und Toleranz im Alltag zu leben. Das KUKI distanziert sich ausdrücklich von der BürgerBewegung Bergwinkel (BBB), die gegenüber dem Islam (siehe Homepage der BBB) eine kulturelle Ausgrenzungspolitik propagiert, und ist der Auffassung, dass Menschen, die diese politische Richtung als Kandidaten der BBB vertreten, keine Heimat im KUKI haben.

 
Start in die Herbstsaison
15.10.2015

Der Herbst hat längst Einzug gehalten in den Bergwinkel und es wird höchste Zeit für das neue Herbstprogramm des KUKI-Kino. Das prall gefüllte Programm wartet wieder mit der ganzen Bandbreite hochwertiger und spannender Filmkunst auf, von der Komödie "Fack Ju Göthe 2" über das packende Geschichtsdrama "Der Staat gegen Fritz Bauer", den lustigen Zeichentrickfilm "Alles steht Kopf" oder die bitterböse Hitler-Satire "Er ist wieder da" bis zum aufwühlenden Ehedrama "45 Years". Und für Anfang Dezember ist natürlich der neue James Bond-Streifen fest eingeplant.

Für die diesjährige Herbst-Winter-Saison wird der Filmgenuss noch abgerundet durch die bequemen Stühle mit Armlehne, die aus dem Zelt mit in den großen Saal des Gemeindehauses umgezogen sind.

 

 
Kulturpreis für das KUKI
09.10.2015

Eine besondere Ehrung wird dem KUKI zuteil! Der Sonderpreis des Kulturpreises des Main-Kinzig-Kreises wird in diesem Jahr an die Eheleute Heide Buhmann und Hanspeter Haeseler aus Schlüchtern vergeben.

Der Vorsitzende der Jury Prof. Schilling schreibt in der Begründung: „Vor allem ihr langjähriges Engagement im Verein Kuki macht sie zu herausragenden Kulturanbietern unseres Landkreises, die unter anderem durch Kino an besonderen Orten viele Menschen zusammenzubringen, sie inspirieren und dadurch Lebensqualität schaffen." Dieses Lob bestärkt das gesamte Team des KUKI in seiner Arbeit, und es geht motiviert in die kommende Wintersaison im evang. Gemeindesaal. Auch die eine oder andere neue Idee für das nächste Sommerfestival wird schon entwickelt.

Zu den überregional bekannten Künstlern, die in den vergangenen Jahren bereits im KukiZelt zu Gast waren, zählen u. a. Axel Prahl, Iris Berben, Ingrid Noll, Klaus Hoffmann, Florian Stetter und Mundstuhl.

 

 
Abschluss des Sommerfestivals mit der Band Rockkonserve
28.09.2015

Das KUKI lud zum Abschluss seines Sommerkultur-Festivals zu einem Konzert der Extraklasse. Die Coverband Rockkonserve machte ihrem Namen alle Ehre und zauberte in das rote KUKI-Zelt die unverwechselbare Atmosphäre eines Beat-Klubs der 1960er und 70er-Jahre.

Die vier Jungs Nico Voss (Gitarre), Johannes Schneider (Bass), Malte Striezel (Schlagzeug) und Stefan Rummel (Keyboard) überzeugten mit viel Leidenschaft und echter musikalischer Handarbeit. Bei ihren Interpretationen von Songs der Rolling Stones oder der Beatles, von Eric Clapton oder den Doors heizten sie dem Publikum doch richtig ein und brachten das KUKI-Zelt zum Beben. Das Publikum stürmte begeistert die Tanzfläche und feierte noch bis weit in die Nacht.

 
Kabarettist Florian Schroeder brilliert im ausverkauften KUKI-Zelt
14.09.2015

Witzige und intelligente Unterhaltung war garantiert beim Auftritt von Florian Schroeder aus der ersten Liga der deutschen Kabarettisten. Schroeder redet zwar ohne Punkt und Komma, aber stets mit Hintersinn. In seinem neuen Bühnenprogramm "Entscheidet euch!" deckt er schonungslos den Selbstoptimierungswahn und die Entscheidungsschwäche einer ganzen Nation auf, der eigentlich alle Optionen offen stehen, aber oft schon an der Entscheidung für eines der mehr als 50 verschiedenen und mit verwirrenden Werbebotschaften beworbenen Shampoos scheitern.

In unglaublichem Tempo seziert der 36-jährige Verbalakrobat das aktuelle tagespolitische Geschehen und die gesellschaftlichen Verwerfungen und macht auch vor der Analyse des Beziehungslebens der Deutschen nicht halt. Die Suche nach dem perfekten Partner oder der optimalen Schwangerschaft und dem Streben nach der bestmöglichen Förderung des überbehüteten Nachwuchses als Drohnen-Eltern.

Mit virtuoser Leichtigkeit bewegt sich Schroeder zwischen Kabarett und Comedy, zwischen Politik und Philosophie, zitiert Adorno und Augustinus und genüsslich jagt eine Pointe die nächste. Besonders die gelungene Parodie der sonntäglichen Jauch-Talkshow brachte das Publikum zu Jubelstürmen.

 

 
Ausverkaufte Lesung mit Christine Westermann
13.08.2015

Im mit mehr als 200 Besuchern restlos ausverkauften KUKI-Zelt ist an einem lauen Sommerabend die bekannte Fernweh-Moderatorin ("Zimmer frei") und Autorin Christine Westermann zu Gast. Sie erzählt von den Herausforderungen des Alters und liest aus ihrem Bestseller "Da geht noch was - mit 65 in die Kurve".

Gar nicht draufgängerisch wie der Titel ihres Buches vermuten läßt, sondern warm, nah, klug, ehrlich kommt sie an diesem Abend rüber. Die populäre Journalistin erzählt mal neugierig und enthusiastisch, mal zweifelnd und ängstlich, aber immer herrlich erfrischend und bodenständig.

Auch die melancholischen Seiten kommen nicht zu kurz, wenn sie von der Entstehung des Buches berichtet, wie sie das erste Mal mit einem Geburtstag Probleme hatte und es schwierig war sich mit dem kommenden Lebensabschnitt auseinanderzusetzen. Auf einmal sah sie sich mit Fragen konfrontiert wie "Was will ich noch vom Leben?" oder "Was will das Leben noch von mir?" Das war der Anlaß zu ihrem Buch, in dem sie drei Strategien für einen unaufgeregten Umgang mit dem Alter empfiehlt. Erstens: Gedankenblasen verbannen und aufzuhören, sich ständig Gedanken zu machen, was die anderen von einem denken. Zweitens: Den Moment genießen, denn "was zählt ist das hier und heute". Und drittens: Vorurteile abbauen und den Menschen unvoreingenommen begegnen. Diese drei Punkte lassen sich aus den vielen persönlichen und warmherzigen, in ihrem Buch versammelten Geschichten und Erlebnissen herausdestillieren, obwohl sie das Buch nicht als Ratgeber verstanden wissen will. Das Publikum war begeistert und ließ sich von ihrem Lebensmut anstecken und umlagerte Christine Westermann bei der anschließenden Signier-Stunde.

 
Glänzend aufgelegter Max Moor erzählt vom kleinen Dietr
16.07.2015

Ein maximal guter Abend über die Schweiz erwartete die Besucher des Kuki-Zeltes. Max Moor stand auf der Bühne und präsentierte Unterhaltsames aus seinem neuen Buch "Als Max noch Dietr war - Geschichten aus der neutralen Zone".

Die Stimmung im vollbesetzten Zelt ist ausgelassen und schon als der gebürtige Schweizer Max Moor die Bühne betritt, wird er mit großem Beifall empfangen. „Es ist nur eine Lesung“, warnt der glänzend aufgelegte Moor das Publikum mit einem breiten Grinsen. Der Mann untertreibt eben gerne. Im Gepäck hat er heute witzige und höchst charmante Geschichten aus der helvetischen Eidgenossenschaft der 1960er Jahre, die er aus der Sicht eines pfiffigen Buben erzählt. Und schon geht es mitten hinein in die Welt des kleinen Dietr, der so gerne alle Schönheiten der riesengroßen Schweiz kennenlernen möchte. Gelegenheit dazu hat er genug, bei den erlebnisreichen Sonntagsausflügen im "Fauweh" mit Vatti, dem Muätti auf dem Todessitz sowie Matti und Vreni auf der Rückbank.

Dass der 57-Jährige viele Talente hat, ist bekannt: Er moderiert seit vielen Jahren erfolgreich im Fernsehen, schreibt Bestseller, ist ausgebildeter Schauspieler und nun auch noch unter die Biobauern gegangen. Und auch das Vorlesen – mit komödiantischem Geschick und vollem Körpereinsatz – gehört eindeutig zu seinen Stärken. Dieser Abend war maximal gelungen.

 
Zauber einer göttlichen Mischung - Musik-Comedy-Duo Rebecca Carrington und Colin Brown begeistert das Publikum im Kuki-Zelt
07.07.2015

 

Es gibt sie, diese göttlichen Mischungen: Eine brillante Musikerin, ein ausgezeichneter Sänger und Schauspieler, beide ausgestattet mit Klugheit, Herz und viel Humor. Mit dieser unwiderstehlichen Kombination zieht das Duo Rebecca Carrington und Colin Brown das Publikum im Schlüchterner Kuki-Zelt in seinen Bann.

 

Es ist ein Genuss zu erleben, wie Rebecca Carrington und Colin Brown ihr Dasein musikalisch und künstlerisch auf die Bühne bringen. Hier geben sie ihre Eindrücke von ihrem Leben in Deutschland zum Besten.

 

Von Beginn an bezaubern die britischen Musik-Komödianten nicht nur durch ihr Können, sondern auch durch ihre Menschlichkeit und Wärme: Schon beim Aufbau für das große Kulturereignis am Abend wird jeder Kuki-Helfer von Rebecca und Colin mit Handschlag begrüßt. Die beiden Wahl-Berliner, die seit einigen Jahren in der Hauptstadt leben, sind witzig und entspannt . So wird das Tische- und Bänke-Schleppen, das Aschenbecher-Aufstellen, das Getränke-Auffüllen und das Kabel-Ausrollen für die Kuki-Truppe bei tropischen Temperaturen zu einem vergnüglichen Ereignis. Am Abend strömt das Publikum: Leises Lachen, Gläserklingen, das Summen der Stimmen fröhlich und freundlich gestimmter Menschen wird gleichsam zum klangvollen Vorspiel für ein besonderes Konzert. Nicht oft erlebt das Publikum solch einzigartige Künstler aus dieser Nähe und in diesem besonderen Rahmen.  

 

 

 

Auf mehreren Ebenen findet hier etwas Außergewöhliches statt: Eine Darbietung, die von Tempo und Kontrasten lebt, die aber in keiner Sekunde oberflächlich und grell wird. Hier der schwarze Sänger mit Dread-Locks und einer Familie „in der immer gefeiert wurde und der ganze Tisch voll Essen war“ – dort die Upper-Class-Britin, Spross einer Musikerfamilie, wo der Übergang zum  Abend mit einem gepflegten Gin Tonic zelebriert wird.  Mit ihrer Herkunft spielen die beiden Künstler, die auch privat ein Paar sind, ebenso wie mit ihren Stimmen, ihren Körpern und Joe, dem Cello. Auch das Zusammenleben zwischen ihr, der Chaotin, und ihm, dem Saubermann,  ist Thema – und die leidige Steuererklärung sowieso. „Nichts ist heilig“ sagen Carrington-Brown und parodieren die klassische Oper ebenso wie Jazz, Folk, Blues und Pop, reißen Witze über schrullige  Hollywood-Komponisten und die Fallstricke der deutschen Sprache. Dass das deutsche Wort „Fahrt“ in der gesprochenen Version exakt so klingt wie das englische Wort „Fart“  -  für Furz  - sorgt allenthalben für Entzücken. Selbst solch ein profanes Thema wird mit Witz und Charme vorgetragen zum Quell der Freude.

 

„Dream a little Dream“ heißt das Programm, und es trifft zu. Denn bereits im Titelsong zeigen die beiden, was sie drauf haben:  Das Stück gerät zum Possenspiel auf höchstem Niveau, indem Rebecca Carrington mit quietschiger Kleinmädchenstimme auf die Avancen von Louis Armstrong antwortet, der mal kurz und intensiv von Colin Brown verkörpert wird. Die beiden geben zu jeder Zeit alles und das Publikum weiß es zu honorieren.


Rebecca Carringtron und Colin Brown haben keine Scheu zu zeigen, wer sie sind und woher sie kommen: Das erzeugt Nähe. Die kluge Idee, mit Hilfe eines Schlaflieds zu beschreiben, wie unterschiedlich die Kinderstuben und das Heranwachsen der beiden waren, ist nur ein Beispiel für den Einfallsreichtum des Duos. Im Handumdrehen wird die Verwandtschaft der beiden vor das geistige Auge geführt: Der karibische Onkel, der im Reggae-Stil „Hush little baby“ singt, oder die verrückte Tante aus Amerika, die mit ihrem Faible für Country-Musik nicht mal das Kinderzimmer verschont.

 

Es ist ein Parforce-Ritt durch zwei Leben, zwei Familien, zwei künstlerische Laufbahnen, und doch verschmelzen die beiden Persönlichkeiten Musik, Worte, Mimik und Gestik zu einem wunderbaren Ganzen. Sie sind laut und leise, heftig und sanft, schwarz und weiß, derb und fein. Das Ganze wissen sie wohl zu dosieren – und besondere Momente wie das von Rebecca Carrington vorgetragene Liebeslied der beiden werden zu Inseln der Zärtlichkeit und Intensität im stürmischen Meer des Comedy-Programms. Die beiden kommen, sehen und siegen. Am Ende tanzt das Zelt.

 

Dorothee Müller

 

 

 
Aufbauarbeiten für KUKI-Zeltsaison 2015 haben begonnen
21.04.2015

 

Erster Abschnitt geschafft

 

Am vergangenen Wochenende haben zahlreiche Helfer des KUKI gemeinsam mit den Planemächern aus Schlüchtern das KUKI-Zelt aufgebaut. Zum 5. Mal veranstaltet das KUKI sein einzigartiges Sommerfestival.

 

Eine begeisterte Truppe von 28 Helfern und Mitgliedern des Schlüchterner Kulturkino-Vereins hatte sich eingefunden, um das rot-weiße KUKI-Zelt aufzustellen. Dank der inzwischen schon routinierten Zusammenarbeit aller Beteiligten erhob sich bereits gegen Mittag das Dach des Pagodenzeltes in den wolkenlosen Schlüchterner Frühlingshimmel, und die weithin sichtbaren Fähnchen flatterten im Wind.

 

Zwar bietet sich von außen den Kultur- und Kinobegeisterten im Bergwinkel schon wieder der gewohnte Anblick des bunten KUKI-Zeltes. Doch bevor wieder hochkarätige Live-Künstler aus Musik, Theater, Kabarett und Lesung sowie ein abwechslungsreiches Kinoprogramm erlebt werden können, ist im Inneren des Zelts noch einiges zu tun.

 

Das KUKI-Team freut sich, wenn sich für die vielfältigen Aufgaben noch kinobegeisterte und vor allem auch technisch versierte Helfer für Licht, Ton, Kinovorführungen finden, die zum reibungslosen Ablauf des Sommerfestivals beitragen wollen. Interessant ist auch die Möglichkeit, ein Freiwilligenjahr als BFD oder FSJ Kultur im KUKI zu absolvieren. Interessierte melden sich beim Service-Telefon des KUKI 06661-608 410 (täglich 10-12 Uhr) oder unter mail@kukikino.de.

 

Ab Juni starten die Kinovorstellungen gleich fulminant mit dem Europäischen Filmfest. Und mit Klaus Hoffmann steht der erste prominente Sommer-Gast am 20.6. auf der Bühne im KUKI-Zelt. Der Kartenvorverkauf dafür startet jetzt. 

 

Das KUKI freut sich auf Ihren Besuch!

 

 

 

 
Filmemacherin Leonore Poth präsentiert ihre Trickfilme
15.03.2015

 

Foto: SchulKinoWochen Hessen

Filmemacherin Leonore Poth, - Tochter des bekannten Satirikers, Zeichners, Karikaturisten und Comiczeichners Chlodwig Poth (PARDON, TITANIC), ist am 16. März im KUKI zu Gast.

In einem Workshop zeigt sie Schülern ihre Trickfilme und erklärt daran anhand typischer Beispiele ihre Schnitt- und Montagearbeit. Seit Jahren bietet Poth ihre Trickfilm-Workshops auch im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt/Main für Kinder und Schulklassen an. Im KUKI erzählt sie, wann und wo sie die Figuren „entdeckt“ hat und wie sich deren Geschichten entwickelt haben. Dazu bringt sie typische Materialien ihrer Filme mit. 

Trickfilme eignen sich gut, Schülerinnen und Schülern filmisches Erzählen zu vermitteln. Die Geschichten sind sehr gefühlvoll und erschließen sich aufgrund der Kombination mit Bild, Ton und Musik. Wesentliche Elemente des Films wie Bildsprache, Montage und Produktion werden verständlich gemacht. Das Filmgespräch unterstützt die Heranwachsenden in ihrem alltäglichen Umgang mit Filmen und fördert deren Filmkompetenz. Trickfilmprogramm - Anmeldung für Schulen: Tel. 06661- 608 410 (tgl 10-12 Uhr) Dauer ca. 70 Min

 
„Wenn man für etwas wirklich brennt, dann kommt man auch an sein Ziel“ - Schauspieler Florian Stetter im KUKI
28.02.2015

   Foto: privat

Filmgespräch mit Florian Stetter

Film- und Theater-Schauspieler Florian Stetter kam auf Einladung des KUKI nochmal nach Schlüchtern – diesmal zum Gespräch mit Schülern des Beruflichen Gymnasiums, Kinzig-Schule, über die Arbeit hinter den Kulissen des Films „Die Geliebten Schwestern“, über seinen Beruf als Schauspieler. Ganz ohne Allüren steht der 37-Jährige den Kinzig-Schülern Rede und Antwort, erzählt auch vom Scheitern und von Neuversuchen. Er selbst habe seinen Realschulabschluss nur mit Mühe erreicht, aber: „Wenn man für etwas wirklich brennt, dann kommt man auch an sein Ziel." Seine Worte klingen noch lange nach im Klassenraum. Manchmal wirke eine Rolle noch länger in den Alltag hinein, berichtet der Grimme-Preisträger. Gut zwei Monate habe er gebraucht, bis er seine jüngste Rolle als KZ-Häftling in der Fernseh-Neuverfilmung „Nackt unter Wölfen“ wieder loslassen konnte. „Ich fand es toll, dass Florian Stetter so offen und ehrlich uns gegenüber war." lautet das Fazit einer Schülerin, mit dem ein spannender Montagnachmittag zu Ende geht. "Wir konnten alles mit ihm besprechen, was uns wichtig war, und wir haben Besonderes von der Arbeit eines Leinwandstars und über die Dreharbeiten eines Films hautnah mitbekomme

 
Gerhard Schöne-Doppelkonzert
30.01.2015

  

Die ev. Kirchengemeinde Schlüchtern und das KUKI laden herzlich ein zu einem ganz besonderen Konzert-Erlebnis:

Familien- und Abendkonzert am 1. Februar 2015

Wir freuen uns sehr, dass es klappt: Der populärste und produktivste ostdeutsche Liedermacher, der heute längst in allen Himmelsrichtungen ein hochgeschätzter Künstler ist, kommt gleich für zwei Konzerte nach Schlüchtern! Am Sonntag 1. Februar wird er nachmittags um 15:00 h ein Familienkonzert (ab 4 J.) und ab 19:00 h ein Abendkonzert (ab 12 J.) geben. Anlass ist der Start des KUKI-Winterprogramms im Saal des ev. Gemeindezentrums.

 
Das KUKI hat ein neues Winterdomizil
25.01.2015

   Foto: KUKI

Der neue Saal des KUKI hat Stil, ein Besuch lohnt sich. Modernste Kinotechnik, große Leinwand, gemütliche Atmosphäre mit einer schönen Bar, die zum Verweilen einlädt. An Wochenenden und jeweils am Montag werden attraktive und hochwertige Kinofilme über die Leinwand flimmern.

 
Ein voller Erfolg: KUKI-Zelt-Saison 2014 mit Besucherrekord
15.10.2014

  

Fast 10.000 Besucher, 54 % mehr Zuschauer, 16 Wochen täglich wechselndes Programm, 132 Kino- und Live-Events, ausverkauftes Haus und kurzfristig anberaumte Zusatzvorstellungen – diese Schlaglichter belegen eindrücklich den außerordentlich großen Erfolg der vierten Sommersaison im KUKI-Zelt.

Über 80 Arthouse-Filme wurden gezeigt, darunter das Europäische Filmfestival, in Kooperation mit dem Kultursommer Main-Kinzig-Fulda. Das umfangreiche Kids-Kino mit einem passendem Kreativ- und Mitmachprogramm entwickelt sich zum Anziehungspunkt nicht nur für junge Cineasten. Großer Beliebtheit erfreut sich das Kulinarische Kino, das in raffinierter Weise Filmgenuss und Gaumenfreuden miteinander verbindet. Bei den Live-Veranstaltungen stehen die Abende mit Filmschaffenden wie Volker Schlöndorff, Axel Prahl und Florian Stetter, die Lesung von Jan Weiler und die Konzerte der Weltmusikgruppe Quadro Nuevo sowie das Comedy-Duo Mundstuhl in der Gunst des Publikums ganz oben. Zahlreiche Live-Gäste aus Film und Kultur geben den Besuchern einen tiefen Einblick in die Magie der Leinwand und Bühne.

Das KUKI-Zelt mit seinem einzigarten Ambiente, idyllisch im Park, wird zum überregionalen Besuchermagnet zwischen Rhön, Vogelsberg und Spessart.

 
Schiller-Darsteller Florian Stetter kommt ins KUKI-Zelt zum Filmgespräch
01.09.2014

  Foto: Senator


Der bekannte Schauspieler und Grimme-Preisträger Florian Stetter stattet am Donnerstag, 4. September, dem roten Zirkuszelt des Schlüchterner Kulturkinos KUKI einen Besuch ab, um dort seinen neuesten Film vorzustellen.

In Dominik Grafs hochgelobten Sturm-und-Drang-Drama „Die geliebten Schwestern“ spielt er an der Seite von Hannah Herzsprung und Henriette Confurius den jungen, aufrührerischen Dichter Friedrich Schiller, der eine leidenschaftliche Ménage-à-trois mit zwei mittelosen Schwestern eingeht.

Beginn des Kinoabends ist ausnahmsweise bereits um 19.30 Uhr. im Anschluss an den moderierten Film-Talk mit Florian Stetter startet der Film.

Der 37-jährige Wahl-Berliner brilliert im KUKI-Zelt-Programm in weiteren Hauptrollen: In dem bei der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichneten Drama „Kreuzweg“ spielt er einen ultra-konservativen Geistlichen. Auch während des Europäischen Filmfests im KUKI-Zelt war Florian Stetter bereits auf der großen Zeltleinwand zu erleben – in der berührenden Bestsellerverfilmung „Der Geschmack von Apfelkernen“. 

 

 

 
Das Kids-Kino im KUKI-Zelt geht weiter – Kinderkonzert mit Quadro Nuevo zum Finale im September
11.08.2014


Die erfolgreiche Reihe „Kids-Kino im KUKI-Zelt“, die beste Unterhaltung, Spiel und Spaß für die ganze Familie bietet, wird auch im August und September fortgesetzt.


Am Sonntag, 24. August, steht das charmante, kunterbunte Zeichentrickabenteuer „Tinkerbell und die Piratenfee“ auf dem Spielplan (Filmstart: 17 Uhr), in dem es Peter Pans Feenfreundinnen mit einer fiesen Piratenschar und der frechen Fee Zarina aufnehmen müssen. Davor gibt es ab 15.30 Uhr wieder jede Menge Kreativ- und Mitmachangebote für den Nachwuchs, außerdem leckere Kuchen aus dem Café Wohnzimmer.


Zwei ungleiche Freunde, die einem Kindesentführer auf die Schliche kommen und dabei selbst in Gefahr geraten: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ zählt zu den größten Kinderbucherfolgen der vergangenen Jahre. Nun ist Andreas Steinhöfels mehrfach prämiertes Buch für die Kinoleinwand adaptiert worden. Herausgekommen ist ein ebenso amüsanter wie warmherziger Kinder- und Jugendfilm mit famoser Besetzung (u.a. Axel Prahl, Anke Engelke, Milan Peschel), der am Sonntag, 7. September, zu sehen ist und auch den erwachsenen Zuschauern einen Riesenspaß bereiten dürfte.


Beide Filme werden an den darauffolgenden Dienstagen um 17 Uhr nochmals wiederholt – dann allerdings ohne Rahmenprogramm. Karten im Vorverkauf für alle Kino-und Liveveranstaltungen gibt es täglich von 19 bis 20 Uhr an der Kasse im KUKI-Zelt, Kirchstraße 32 in Schlüchtern.


  

Quadro Nuevo spielt die schönsten Kinderlieder


Zum krönenden Abschluss der Kids-Kino-Reihe in diesem Sommer präsentiert das KUKI noch einmal einen absoluten Höhepunkt: Am Freitag, 12. September, um 16 Uhr spielt das bekannte Weltmusik- und Jazzquartett Quadro Nuevo die schönsten Kinderlieder – ein Kinderkonzert mit Herz und Leidenschaft, das Lust und Laune macht und zum Mitsingen, Mitklatschen und Mittrommeln einlädt. Neben traditionellen Werken stehen eigene Stücke auf dem Programm, die von den Abenteuern der vier Ausnahmemusiker erzählen.


Übrigens sind die Virtuosen von Quadro Nuevo auch noch einmal am Abend zu hören, dann mit ihrem Programm „End of the Rainbow“ für die Erwachsenen: Und die dürfen sich auf Tangos, betörende Arabesken, Melodien aus dem alten Europa freuen – bezaubernde Kleinode und fast schon verklungene Lieder, die es Wert sind, bewahrt zu werden, mit Grandezza vorgetragen und dennoch intim beleuchtet. Beginn ist um 20 Uhr.


Das Kids-Kino-Programm im August und September im Überblick

 

  • So., 24. August, 17 Uhr: „Tinkerbell und die Piratenfee“, davor ab 15.30 Uhr Spiel & Spaß rund ums Zelt. Wiederholung: Di., 26. August, 17 Uhr.
  • So., 7. September, 17 Uhr: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, davor ab 15.30 Uhr Spiel & Spaß rund ums Zelt. Wiederholung: Di., 9. September, 17 Uhr.
  • Fr., 12. September, 16 Uhr: Kids-Kino-Finale – Kinderkonzert zum Mitsingen, Mitklatschen und Mittrommeln: Quadro Nuevo spielt die schönsten Kinderlieder und eigene Stücke, die von Abenteuern aus aller Welt erzählen.

 

 
Großes Kino neu erleben – mit der „Arthaus-Klassiker“-Reihe ab 7. Juli im KUKI-Zelt
05.07.2014

     Foto: Studiocanal


Immer montags kehren von nun an zeitlose, unvergessliche Meisterwerke auf die große Leinwand im KUKI-Zelt zurück, digital überarbeitet und in perfekter Bild- und Tonqualität. Auftakt ist am Montag, 7. Juli, mit Jim Jarmuschs Schwarzweißkomödie „Down By Law“ (Foto) aus dem Jahr 1986.


Mit seinem dritten Film gelang dem Kultregisseur der internationale Durchbruch: In einer Gefängniszelle in New Orleans treffen der Aufschneider Jack (John Lurie), der arbeitslose Discjockey Zack (Tom Waits) und der italienische Tourist Roberto (Roberto Benigni) aufeinander. Letzterer spricht zwar kaum Englisch und zitiert vorzugsweise Phrasen aus einem Wörterbuch, erweist sich aber umso einfallsreicher, was das Ausklügeln eines Fluchtplanes anbelangt. Gemeinsam flieht das Trio – und lernt sich erst auf der Flucht durch die Sümpfe so richtig schätzen …


Bei der Auswahl der Klassiker hat sich das KUKI-Team einige Gedanken gemacht: Pünktlich zum Ferienbeginn etwa steht Jacques Tatis „Trafic – Im Stoßverkehr“ auf dem Spielplan, eine gnadenlose Satire auf Autowahn und Fortschrittsglauben. An den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert hingegen „Die große Illusion“ aus dem Jahr 1937, ein Plädoyer für Menschlichkeit und die Kraft der Liebe. Jean Renoirs Meisterwerk mit dem großen Jean Gabin in einer der Hauptrollen ist durch die digitale Restauration das erste Mal überhaupt im Kino zu erleben. Bernd Giesemann, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Bergwinkel, wird vor Filmbeginn eine kurze Einführung zu den historischen Hintergründen geben.


Die „Arthaus-Klassiker“ im Überblick
Mo., 7. Juli: „Down By Law“ von Jim Jarmusch (1986)
Mo., 14. Juli: „Der englische Patient“ von Anthony Minghella (1996)
Mo., 21. Juli: „Fitzcarraldo“ von Werner Herzog (1982)
Mo., 28. Juli: „Trafic – im Stoßverkehr“ von Jacques Tati (1971)
Mo., 4. August: „Die große Illusion“ von Jean Renoir (1937)
Mo., 11. August: „Die Reifeprüfung“ von Mike Nichols (1967)

 
Begnadeter Spötter und Wortjongleur - Kabarettist Arnulf Rating am 20. Juni live im KUKI-Zelt
12.06.2014

  Foto: Jim Rakete


„Der Rating, der lange Blonde, achten Sie mal auf den, wenn der auftritt, der kann sich vor Ekstase jedes Nachthemd zerreißen, ich hab sowas noch nicht erlebt! Unglaublich!“
(Wolfgang Neuss, Kabarett-Legende)


Er steht für ein Politkabarett, das Hirn und Lachmuskeln gleichermaßen strapaziert: Arnulf Rating. Am Freitag, 20. Juni, kommt er um 20 Uhr mit seinem Solo „Ganz im Glück“ (Regie: Ulrich Waller) ins rote Pagodenzelt des Schlüchterner Kulturkinos KUKI. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda statt und wird gefördert durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.


Scharfzüngig, schlagfertig, originell und blitzgescheit: In seinem neuen Programm „Ganz im Glück“ läuft der begnadete Spötter und Wortjongleur wieder einmal zur Hochform auf. Dabei schöpft er aus den umfangreichen Patientenakten von Dr. Mabuse. Hier spiegeln sich wie in einem Mikrokosmos alle Verwerfungen unserer Zeit. Dr. Mabuse selbst weiß, was viele seiner Patienten mit Burn-Out-Syndrom in seine Praxis und in die Verzweiflung treibt. Für ihn ist der Mensch die Hardware, die pausenlos mit Software gefüttert wird: Fortschrittsglaube, Religion, Sozialdemokratie. Das ist oft nicht kompatibel und führt immer wieder zu Systemabstürzen.


Als Arnulf Rating begann, Kabarett zu machen, wurde in der Meldebehörde noch im Zweifingersuchsystem in die Triumph Gabriele getippt. Und wenn jemand über das Telefon wischte, dann war es die Putzfrau. Heute finden wir manches kurios, was die Menschen in all den Jahren in ihrem Streben nach Glück und immer flacheren Bildschirmen bewegt hat. Aber Rating ist sicher: Es besteht Hoffnung. Jedenfalls solange es Menschen gibt, die nicht nur Bio-Eier wollen, sondern auch ein iPhone aus artgerechter Chinesenhaltung.


Arnulf Rating, geboren 1951 in Mülheim an der Ruhr und aufgewachsen in Wuppertal, studierte in Münster Mathematik und Physik, bis er schließlich als Student der Theaterwissenschaften in Berlin landete. Dort gründete er 1977 zusammen mit Günter Thews die legendäre Anarcho-Kabarett-Truppe „Die 3 Tornados“. 1990 trat Rating zusammen mit Matthias Beltz, Achim Konejung, Heinrich Pachl und Horst Schroth im Reichspolterabend auf, der die deutsche Vereinigung begleitete. Seit 1993 spielt er Soloprogramme. Arnulf Rating hat die wichtigsten deutschen Kabarett- und Kleinkunstpreise erhalten und ist regelmäßig in vielen Kabarettsendungen im Fernsehen zu Gast, darunter „Mitternachtsspitzen“, „Schlachthof“, „Neues aus der Anstalt“ oder „Satire-Gipfel“.


Mehr über Arnulf Rating erfahren Sie hier.

 
Open-Air-Fan-Fest im Höbäcker Hof – KUKI überträgt alle deutschen WM-Spiele und die Finalrunde live
11.06.2014


Morgen wird der FIFA World Cup in Brasilien angepfiffen. Wer zusammen mit anderen begeisterten Fans einen ausgelassenen Fußballsommer in Biergarten-Atmosphäre erleben möchte, der ist im Höbäcker Hof (ehemaliges Brauhaus, Höbäcker Weg 3) genau richtig. Denn ab Montag, 16. Juni, überträgt das Kulturkino KUKI dort alle deutschen WM-Spiele sowie die Finalrunde live und unter freiem Himmel – auf einer 24 Quadratmeter großen Leinwand, der größten in Schlüchtern.


Los geht das Open-Air-Fan-Fest am kommenden Montag mit der Begegnung Deutschland – Portugal. Anstoß ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gibt frisch gezapftes Bier und Spezialitäten vom Grill. Bei schlechtem Wetter steht eine Überdachung zur Verfügung.


Die nächsten Public-Viewing-Termine
Sa., 21. Juni: Deutschland – Ghana, Anstoß: 21 Uhr
Do., 26. Juni: USA – Deutschland, Anstoß: 18 Uhr

 
Das 3. Europäische Filmfest im KUKI-Zelt vom 8. bis 22. Juni zeigt große internationale Filmkunst
07.06.2014

 Foto: DCM-Verleih


Ein Blick auf Europas Vielfalt – in äußerst unterhaltsamer und erhellender Weise. Mit dem 3. Europäischen Filmfest, das am morgigen Sonntag, 8. Juni, beginnt, präsentiert das KUKI wieder 12 herausragende Filme jenseits des kommerziellen Mainstreams: thematisch und stilistisch sehr unterschiedlich, doch allesamt spannend und engagiert. Zwei Wochen lang lädt das KUKI dazu ein, auf Entdeckungsreise zu gehen, neue Seite Europas kennenzulernen und sich auch auf unbekanntere Filme einzulassen. Es lohnt sich!


Zum Auftakt erzählt Wes Anderson in seiner herrlich skurrilen Komödie „Grand Budapest Hotel“ vom alten, noblen Europa und vom abenteuerlichen Schicksal einer Luxusherberge und deren Personals. Auch die aberwitzige, schwedische Bestsellerverfilmung „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ gibt einen eigenwilligen Rückblick auf die markanten Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts. Das biografische Drama „Yves Saint Laurent“ hingegen setzt nicht nur der Designerlegende ein Denkmal, sondern vermittelt auch das Lebensgefühl der 1960er und 1970er Jahre in Paris. Der poetische Streifen „Ida“ aus Polen offenbart ein dunkles Familiengeheimnis aus der Zeit der deutschen Besetzung – eine Annäherung an die Gemengelage aus Antisemitismus, Katholizismus und Kommunismus. Diese mehrfach ausgezeichnete Perle europäischen Filmschaffens legte Regisseur Volker Schlöndorff bei seinem jüngsten Besuch in Schlüchtern dem Publikum besonders ans Herz. Höchst aktuell vor dem Hintergrund des spektakulären Kunstfundes in einer Schwabinger Wohnung ist „Monuments Men“. George Clooney führt einen Trupp Kunsthistoriker hinter die feindlichen Linien, um auf abenteuerliche Weise Kunstschätze vor dem Zugriff der Nazis zu retten.


Alltagsgeschichten und persönliche Emotionen sind das Salz in der Suppe beim Europäischen Filmfest im KUKI-Zelt, das im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda stattfindet. Von einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte, in der die Fetzen fliegen, handelt das Regiedebüt „Love Steaks“ aus Deutschland, das zu den Entdeckungen dieses Kinojahres gehört. Nicht minder intensiv fällt das hervorragend komponierte Beziehungsdrama „Le Passé – Das Vergangene“ aus Frankreich aus. In dem britischen Streifen „Philomena“ geht Judi Dench nach einem halben Jahrhundert auf die Suche nach ihrem Sohn, während sich in „A Long Way Down“ vier lebensmüde Londoner gegenseitig vom Sprung vom Hochhausdach abhalten. Das Familienepos „Der Geschmack von Apfelkernen“ nach dem Roman von Katharina Hagena verknüpft raffiniert die Schicksale starker Frauen aus drei Generationen. In „La Grande Bellezza“ (Foto), einer hinreißenden Hommage an die ewige Stadt Rom und den großen Federico Fellini, wird ein alternder Playboy aus dem süßen Nichtstun geschreckt. Kein Film für schwache Nerven ist der beinharte Psychothriller „Stereo“, in dem das Leben eines Automechanikers, gespielt von Jürgen Vogel, durch einen Fremden (Moritz Bleibtreu) auf den Kopf gestellt wird.


Das Programm des 3. Europäischen Filmfests im Überblick
So., 8. Juni: „Grand Budapest Hotel“(GB/D)
Mo., 9. Juni: „A Long Way Down“ (GB/D)
Di., 10. Juni: „Love Steaks” (D)
Mi., 11. Juni: „Yves Saint Laurent” (F)
Do., 12. Juni: „Ida“ (PL/DK)
Fr., 13. Juni: „Stereo“ (D)
Sa., 14. Juni: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (SE)
So., 15. Juni: „La Grande Bellezza“ (I)
Di., 17. Juni: „Le Passé – Das Vergangene“ (F)
Mi., 18. Juni: „Der Geschmack von Apfelkernen“ (D)
Do., 19. Juni: „Philomena“ (GB/F/USA)
So., 22. Juni: „Monuments Men“ (USA/D)


Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro (7,50 Euro bei Überlänge). Bei kühler Witterung ist das KUKI-Zelt beheizt.

 
Unterhaltung, Spiel und Spaß für die ganze Familie – große „Kids-Kino“-Eröffnungsparty am Pfingstsonntag, 8. Juni
04.06.2014


Das KUKI hat wieder eine Auswahl der schönsten Kinderfilme getroffen und bringt tolle Geschichten für die Kleinen auf die ganz große Leinwand. Auftakt ist am Sonntag, 8. Juni, um 15 Uhr. Zur großen Eröffnungsparty kommt Liedermacher Helmut Meier, dessen Songs zum Mitmachen und Mitlachen garantiert für gute Laune sorgen werden. „Max geht fliegen“ heißt sein aktuelles Programm für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren.


Ums Fliegen und heiße Samba-Rhythmen geht es anschließend auch in dem turbulenten Trickfilmspaß „Rio 2 – Dschungelfieber“, der um 17 Uhr beginnt. Darin verschlägt es das Ara-Pärchen Blu und Jewel mit ihren drei Kindern in die farbenfrohe Wildnis des Amazonas, wo sie auf neue und alte Freunde treffen und manches gefährliche Abenteuer bestehen müssen. Natürlich darf auch der durchtriebene Kakadu Nigel nicht fehlen, der sich erneut einen ebenso fiesen Plan zurechtgelegt hat, um sich an Blu zu rächen.


An insgesamt sechs Sonntagen präsentiert das KUKI ausgewählte Filme für die ganze Familie, neben „Rio 2 – Dschungelfieber“ (8. Juni) werden gezeigt: „The Lego Movie", „Amazonia“, „Bibi & Tina“, „Pettersson & Findus“ und „Das Mädchen Wadjda“. Davor geht es auf dem parkähnlichen Gelände rund ums rote Zirkuszelt heiß her: mit bunten Unterhaltungs- und Mitmachaktionen.


Während sich die Kleinen beim Kinderschminken und Zöpfeflechten, beim Verkleiden und Theaterspielen, beim Malen und Basteln, beim Musik machen oder Zaubern die Zeit vertreiben, können die Großen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen im Schatten der alten Bäume entspannen. Für Spiel und Spaß an allen Sonntagen sorgen: KreativWelt, das Hofnarr Theater, Schminkwerkstatt Sunny Faces, Junge Afrikanerinnen vom CJD Schloss Hausen,sowie das Café Wohnzimmer. Überrachungsgast: Zauberer Käptn Ballon.


Tickets: Eröffnungsparty + Liedermacher + Spiel und Spaß + Kino „Rio 2“: zusammen nur 6 Euro. Jeder weitere Sonntag: Spiel und Spaß + Kinofilm : zusammen nur 5 Euro.


Das "Kids-Kino"-Programm im Überblick:
So., 8. Juni: Eröffnungsparty mit Liedermacher + Spiel und Spaß + „Rio 2 – Dschungelfieber“: Beginn 15.00 Uhr
So., 15. Juni: Spiel und Spaß + „The Lego Movie“: Beginn 15.30 Uhr
So., 22. Juni: Spiel und Spaß + „Amazonia“: Beginn 15.30 Uhr
So., 6. Juli: Spiel und Spaß + „Bibi und Tina“: Beginn 15.30 Uhr
So., 20. Juli: Spiel und Spaß + „Pettersson und Findus“: Beginn 15.30 Uhr
So., 27. Juli: "Maleficent", Filmbeginn 17 Uhr, ohne Rahmenprogramm, empfohlen ab 10 Jahren
So., 10. August Spiel und Spaß + „Das Mädchen Wadjda“: Beginn 15.30 Uhr


Mit Ausnahme von „Amazonia“ und „Das Mädchen Wadjda“ werden die Filme jeweils am darauffolgenden Dienstag um 17 Uhr – dann allerdings ohne Rahmenprogramm – wiederholt. Der „Kids-Kino“-Programmflyer liegt an allen bekannten Stellen aus.

 
Axel Prahl stellt Komödie „Alles inklusive“ am 7. Juni live im KUKI-Zelt vor
02.06.2014

 

Foto: Hanspeter Haeseler 2014

Das viermonatige KUKI-Sommerfestival im roten Zirkuszelt hat begonnen. Neben handverlesenen Kinofilmen aus aller Welt darf sich das Publikum auch auf jede Menge Live-Musik, Kabarett und Comedy, Varieté, Tanz und Theater vom Feinsten freuen. Und gleich zu Beginn des Kultursommers im Zelt erhält das KUKI prominenten Besuch: Bereits zum dritten Mal ist Schauspieler und „Tatort“-Kommissar Axel Prahl am Samstag, 7. Juni, zu Gast. Er spielt Lieder zur Gitarre und stellt seinen neuen Film "Alles Inklusive" vor.

Darin mimt er den großmäuligen Pauschaltouristen Helmut, der einen Urlaubsflirt mit der Grande Dame des deutschen Films, Hannelore Elsner, startet. Am Ende landen die beiden im Bett, und die Zuschauer dürfen sich auf eine grandiose, urkomische Sexszene freuen. Gewohnt locker und lakonisch wird Prahl über die Dreharbeiten und die Arbeit mit Regisseurin Doris Dörrie plaudern. Danach hat das Publikum Gelegenheit, sich die Komödie über Mütter und Töchter, alternative Lebensformen und die Suche nach dem Glück selbst anzuschauen. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Kinofans sollten sich darüber hinaus schon einmal die Zeit vom 8. bis 22. Juni dick im Kalender anstreichen: Denn dann läuft im KUKI-Zelt das 3. Europäische Filmfest – mit zwölf herausragenden deutschen und internationalen Produktionen. Die Besucher erwarten spannende Geschichten, große Gefühle, starke Bilder und ein ebenso unterhaltsamer wie erhellender Blick auf die Vielfalt Europas! Los geht es am Sonntag, 8. Juni, mit Wes Andersons herrlich skurrilem Meisterwerk „Grand Budapest Hotel“.

 
Ein Filmemacher von Weltrang - Volker Schlöndorff stimmt auf das Sommerfestival 2014 im KUKI-Zelt ein
12.05.2014

  Foto: Kathrin Noll 2014

SCHLÜCHTERN Mit seinen Werken hat er Filmgeschichte geschrieben. Doch Volker Schlöndorff ist nicht nur ein Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von Weltrang, sondern auch ein fesselnder, humorvoller und ungemein unterhaltsamer Gesprächspartner. Im Vorfeld des diesjährigen Sommerfestivals im KUKI-Zelt war der 75-Jährige zu Gast in der Aula des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums. Knapp 200 Gäste lauschten der spannenden Gesprächsrunde mit Heide Buhmann und Dorothee Müller, zu der das KUKI in Kooperation mit dem Huttengymnasium und der Kinzig-Schule eingeladen hatte.

Locker, lebendig und authentisch plauderte Schlöndorff über seine Kindheit und Jugend im Taunus, die regelmäßigen Kinobesuche in Wiesbaden („amerikanische Western und Krimis“) und die Anfänge seiner Leidenschaft zur Fotografie. Den „diffusen Wunsch, Filme zu machen“, weckte in ihm das französische Kino, das er während seiner Schulzeit in einem liberalen Jesuitischeninternat in der Bretagne kennen und lieben lernte. „Ich wollte Kameramann werden“, erzählte Schlöndorff rückblickend. „Von Regisseuren hatte ich damals keine Ahnung.“ Von den Jesuitenpatern ermutigt, wagte er den Sprung nach Paris, wo er 1960 als Regieassistent für Louis Malle, einem bedeutenden Vertreter der „Nouvelle Vague“, arbeitete. „Wir wollten das veraltete, sklerotische Kino durch etwas Neues, Aufregenderes ersetzen“, erinnerte er sich. „Ich war fasziniert von der Begeisterung des Publikums und der Kritik für den Film als Ausdrucksform der Zeit.“

Mit dem Oberhausener Manifest (1962) und dem „Neuen deutschen Film“ entfachten junge Regisseure diesen Funken auch in der Bundesrepublik. 1966 drehte Schlöndorff seinen ersten Film, „Der junge Törless“, nach dem Roman von Robert Musil – der Anfang einer Reihe eindrucksvoller Literaturverfilmungen, darunter Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, Max Frischs „Homo Faber“ oder Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“. Internationale Stars wie Alain Delon, Brigitte Bardot, Dustin Hoffman, John Malkovich oder Jeremy Irons standen für ihn vor der Kamera. „Wenn ein großer Schauspieler und eine große Rolle zusammenkommen, dann ist das eine magische Verbindung“, schwärmte er. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm die Zusammenarbeit mit dem damals 24-jährigen Rainer Werner Fassbinder bei dem Brecht-Drama „Baal“: „Er war wie ein Vulkan.“ Nach mehr als 40 Jahren Aufführungsverbot eröffnet der Streifen nun am Sonntag, 1. Juni die Festivalsaison im KUKI-Zelt. „Er kommt mir vor wie ein neuer Film, frisch und frech. Ich bin immer wieder verblüfft, wenn ich ihn sehe“, sagte Schlöndorff.

Für ihn war es bereits der zweite Besuch in Schlüchtern; 1998 hatte das KUKI eine Werkschau in der ehemaligen Synagoge veranstaltet. Seitdem fühlt sich der Filmemacher mit dem kleinen, ehrenamtlich betriebenen Kulturkino verbunden. Dass dieses schon seit Längerem über keine feste Spielstätte mehr verfügt, empörte ihn. „Ihr macht hier etwas, mit dem ihr viele begeistert und dass es in Fulda und drumherum nicht mehr gibt“, lobte er. Im Anschluss an die Veranstaltung nahm er sich Zeit für persönliche Gespräche mit den Besuchern und signierte auf Wunsch seine 2008 erschienene Autobiografie „Licht, Schatten und Bewegung“.

 
Axel Prahl und Andreas Dresen rocken vor dem Kuki-Zelt
17.07.2013

Prahl_Dresen_Band_KUKI Foto: KUKI 2013

Ein "Tatort"-Kommissar und ein Regisseur, die sich gemeinsam mit einer Hand voll Musiker auf die Bühne stellen, um unter dem Motto "Schlüchtern im Rausch" ordentlich zu rocken. Dass die Idee funktioniert und auch das Publikum anlockt, haben Axel Prahl ("Tatort" Münster) und Andreas Dresen ("Sommer vorm Balkon") und ihre Band am Dienstagabend auf der Wiese im Garten des Schlüchterner evangelischen Gemeindehauses bewiesen – bereits zum zweiten Mal. Wegen der guten Wetterprognose hatten die Kuki-Organisatoren entschieden, den Gig der diesjährigen Schirmherren des Kuki-Zeltes auf die Wiese vor dem Zelt zu verlegen. Dort spielten Prahl, Dresen und Band vor hunderten Zuhörern Titel von Rio Reiser und Gerhard Gundermann sowie eigene Songs.

 
Iris Berben eröffnet die Saison 2013 im Kuki-Zelt - Hochkarätiges Film- und Liveprogamm
27.04.2013

 

Iris Berben Kukizelt Foto: Kuki-Zelt/Peter Hromek

 

SCHLÜCHTERN: Vier Monate Kino und Kultur satt, ein täglich wechselndes Programm aus Unterhaltungs- und Arthouse-Filmen, aus jeder Menge Live-Musik, Comedy und prominenten Gästen – das alles in lauschiger Atmosphäre: Zum dritten Mal schlägt das Kulturkino Kuki sein rotes Zirkuszelt auf der Mauerwiese auf und beschert dem Bergwinkel wieder einen bunten, spannenden Sommer.

Bereits zur Eröffnung der Sommersaison im Kuki-Zelt am Freitag, 24. Mai, hat sich prominenter Besuch angekündigt: Die bekannte Schauspielerin Iris Berben wird gemeinsam mit Christoph Amend, dem Herausgeber des „ZEIT“-Magazins, zu Gast in Schlüchtern sein und aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit erzählen. In ihrer Funktion als Präsidentin der Deutschen Filmakademie setzt sich Iris Berben für den Erhalt kleiner, unabhängiger Programm- und Filmkunstkinos ein. Mit dem Besuch in Schlüchtern möchte sie ihre Verbundenheit zum Kuki ausdrücken, das schon seit 1993 Kino im Bergwinkel betreibt.

Die Schirmherrschaft für das Kuki-Zelt haben der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Andreas Dresen („Halbe Treppe“, „Halt auf freier Strecke“), der auch Mitglied der diesjährigen Berlinale-Jury war, und TV-Kommissar Axel Prahl („Tatort Münster“) übernommen. Beide werden mit Band am Dienstag, 9. Juli, im Zelt Station machen. Schon 2011 sorgte das Duo dort für einen vielumjubelten Kino- und Konzertabend und zog Hunderte Besucher in den lauschigen Garten des evangelischen Gemeindehauses, Kirchstraße 32, in dem das Kuki sein Sommerquartier aufgeschlagen hat.

Hochspannung pur bietet das Krimi-Festival im Juni mit Filmen, Lesungen und Überraschungsgästen, darunter Bestseller-Autor Jörg Maurer, der seinen neuesten Alpenkrimi „Unterholz“ vorstellt. Das Beste und Aufregendste, was das nationale und internationale Kino momentan zu bieten hat, ist beim 2. Europäischen Filmfestival im Juli zu sehen.

Die erfolgreiche Reihe „Kulinarisches Kino“, die auf eine raffinierte Mischung aus Film und Köstlichkeiten setzt, wird ebenfalls fortgeführt. Mit dem Kids-Filmfest startet ab Mitte Juli das Sommerferienprogramm für die ganze Familie. Für Comedy vom Feinsten sorgt am 13. Juli der Puppenspieler und Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises, Mchael Hatzius, mit seiner Show „Die Echse und Freunde“.

Mitreißende Live-Musik versprechen die ersten Konzerte im Zelt: Am 31. Mai tritt die Schlüchterner Sängerin Astrid „Line“ Lamm (Acoustic Music) auf, am 1. Juni Gernot Dechert & Band mit Peter Osterwold - „Rodgau Monotones“.

(von Kathrin Noll)

 

 
Das Kuki startet im roten Pagoden-Zelt in die Zeltsaison - Pralles Sommerprogramm
01.05.2012
SCHLÜCHTERN Alles neu macht der Mai: Das KUKI meldet sich zurück – mit frischem Elan, neuem Vorstand und einem hochkarätigen Programm. Ab 5. Mai beginnt die Saison im roten Pagodenzelt des Vereins. Unter dem Motto „Kultursommer im KUKI-Zelt“ werden von Mai bis August zahlreiche hochkarätige Kino- und Liveveranstaltungen im KUKI-Zelt präsentiert, das auch in diesem Jahr wieder im Garten des evangelischen Gemeindehauses in der Kirchstraße 32 stehen wird. „Das Gelände ist einfach ein besonderer Ort. Es strahlt Ruhe aus, belebt aber gleichzeitig das Umfeld“, sagt KUKI-Vorstandsmitglied Heide Buhmann. Besonders im Sommer sei dieser Platz mitten in der Stadt sehr schön. Zu den Höhepunkten der diesjährigen Zeltsaison zählt sicherlich die offizielle Eröffnungsgala des 12. Kultursommers Main-Kinzig-Fulda am Freitag, 25. Mai, mit einem bunten Varieté-Programm. Das KUKI-KINO und das KulturWerk Bergwinkel richten diese Veranstaltung gemeinsam in Kooperation mit dem Kultursommer Main-Kinzig-Fulda aus. Zudem werden das KUKI und das KulturWerk weitere Events im Zelt in Zusammenarbeit organisieren. Einer der Schwerpunkte des Kultursommers im Zelt wird das „Europäische Filmfestival der Generationen“ im Mai und Juni sein. Zur Europa-Woche, die in diesem Jahr unter dem Motto „Aktives Altern“ und „Solidarität zwischen den Generationen“ steht, zeigt das KUKI täglich wechselnde Filme, die das Älterwerden in Europa und das Zusammenleben der Generationen in allen Facetten beleuchten. Bereichert werden die Vorführungen durch kurze Vorträge und Gesprächsrunden mit spannenden Gästen aus der Region. Im zweiten Teil des Festivals, dem Wettbewerb mit Publikumspreis, küren die Zuschauer am Ende ihren Lieblingsfilm und können mit etwas Glück auch gewinnen. In der Reihe „Kulinarisches Kino“ im Juni bilden Kino und Küche eine verlockende Symbiose. Nach den Vorführungen werden jeweils einige von den Filmen inspirierte Leckereien serviert. Neben dem abwechslungsreichen Filmprogramm bestehend aus aktuellen Streifen und den Arthaus-Highlights des vergangenen Jahres werden renommierte Künstler wie die Kabarettisten Christoph Sieber und Sinasi Dikmen, der bekannte Schauspieler und Hörbuch-Sprecher Hanns Zischler, das Comedy-Duo Ulan & Bator oder die Schlagzeug-Sensation „Power Percussion“ live auftreten. Doch auch Theatergruppen und Musikern aus der Region soll eine Plattform geboten werden, um sich auszuprobieren und vorzustellen. Bereits im vergangenen Jahr hat das KUKI erfolgreich Liveveranstaltungen im Zelt ausgerichtet. Künstler und Publikum schwärmten damals gleichermaßen von der besonderen Atmosphäre im Zelt und waren begeistert von der Nähe und Direktheit zwischen Besuchern und Bühnengeschehen. Insgesamt werden es mehr als 75 Kino- und Live-Veranstaltungen des Kultursommers im KUKI-Zelt von Mai bis Ende August werden.
 
Das Kuki hat ein Sommerdomizil
10.05.2011
Das KUKI kauft ein Zirkus-Zelt für den Sommer… …das wir auf der Mauerwiese neben dem evangelischen Gemeindehaus aufstellen wollen. Von Mai bis in den Oktober werden wir dort spannende neue Filme wie „The King’s Speech“ „Black Swan, oder den im Mai startenden „Fluch der Karibik 4“ zeigen. Außerdem wird es auch interessante Veranstaltungen von Gruppen des KulturWerks geben – beispielsweise schrille Stücke vom Wiener Maskentheater. Das Zelt ersetzt natürlich keine feste Spielstätte für die Kultur und wir sind weiterhin intensiv bemüht, wieder feste Räumlichkeiten mit zwei Sälen zurück zu bekommen. Derzeit läuft noch die Mediation durch Pfarrer Truss mit dem KUKI und der Stadt. Die Finanzierung… …des Zeltes ist schon durch Spenden in Höhe von 24.000 € von Schlüchterner Bürgerinnen und Bürgern sowie Geschäftsleuten gesichert. Mit dabei sind auch die Kreissparkasse, die Volksbank, die ÜWAG, der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Schlüchtern. Für die Restfinanzierung seiner Ausstattung … …fehlen allerdings noch 6.000 € für Bestuhlung, Bühne, Technik, Leinwand und Innenleben des Zeltes. Deshalb bitten wir jetzt alle Freunde des KUKI – ja, auch alle, die ihre Wertschätzung in der großen Resonanz auf die Aktion ICH LIEBE DIESES KUKI gezeigt haben – uns mit einer Spende zu unterstützen. Auch kleinere Beträge sind willkommen und helfen, das Vorhaben zu verwirklichen. Sie können also dabei sein. Ab einer Spende von 50 € sind SIe sogar mit einer Stuhlpatenschaft beteiligt, heißt, wenn Sie wollen, wird auf einem KUKI-Stuhl Ihr Name als Widmung angebracht – das ist schon etwas ganz Besonderes. Einfach den Geldbetrag auf das KUKI-Konto mit dem Vermerk „Stuhl-Patenschaft“ überweisen und Sie erwerben eine dieser gefragten limitierten Patenschaften mit Widmung auf dem Stuhl. Unsere Bankverbindung für Spenden ist KUKI Schlüchtern, VBR-Bank Schlüchtern, BLZ 530 613 13, Konto 0165409 KUKI ist beim Finanzamt Gelnhausen als gemeinnützig anerkannt und kann abzugsfähige Spendenquittungen ausstellen. Wo steht das Zelt? Die evangelische Kirchengemeinde in Schlüchtern stellt uns ihr Gelände neben der Mauerwiese zum Aufschlagen des Zeltes zur Verfügung. An Pfingsten steht es für Aktivitäten des evangelischen Kreiskirchentags zur Verfügung. Anlässlich der Wiedereröffnung des Acisbrunnen werden wir auf dem Acis im Zelt unsere Kinopremiere feiern. Wenn alles klappt, zeigen wir bereits am letzten Mai-Wochenende und am Himmelfahrtswochenende ein spannendes Kinoprogramm mit sehr prominenten Live-Gästen aus der deutschen Film- und Kinoszene. Lasst euch überraschen. KUKI ON TOUR Neben den Kinovorführungen im Zelt wird es dieses Jahr nur einige Veranstaltungen KUKI ON TOUR an bewährten Orten geben: Auf Schloss Fasanerie in Eichenzell, auf dem Gelände des Golf Clubs Spessart in Alsberg, und – das wird viele freuen – auf dem Fronhof in Steinau. Ein Neuanfang nur mit Euch … …frei nach dem Motto: „Fragt nicht, was Eure Stadt für euch tun wird – fragt, was Ihr für Eure Stadt tun könnt.“ Ganz ehrlich: ohne Ihre Mithilfe werden wir das alleine nicht stemmen können. Die Vorführungen im Zelt brauchen neue tatkräftige Mitstreiter. Wer hier mit dabei sein will, für einen Abend Kassen- oder Abriss-Dienst, Plakate aufhängen, Zelt aufstellen, Inneneinrichtung zimmern, ist herzlich willkommen und melde sich bei Inge Thaler, Tel. 06661-2625, bei Hanspeter Haeseler, Tel. 06661-1823 oder per e-mail: mail@kukikino.de Also auf bald im Kino-Zelt!
 
METROPOLIS: Stummfilmklassiker in modernem Soundgewand
22.08.2010
STEINAU (KN) Expressionistische Filmkunst trifft auf moderne Clubsounds – eine Mischung, die zunächst befremden mag. Doch das Experiment funktioniert: Antonio Bras Neuvertonung des Stummfilms „Metropolis“ stellt die bekannten Bilder in einen neuen Kontext. Fritz Langs wegweisender Science-Fiction-Film, der in den Jahren 1925 bis 1926 gedreht wurde, gehört zweifellos zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte. Er hat neue ästhetische und tricktechnische Standards gesetzt. Das Schlüchterner Kulturkino Kuki zeigte den Stummfilmklassiker im Zuge seiner Sommer-Open-Air-Tour am Samstagabend im Innenhof der Steinauer Dreiturm-Werke. Zum ersten Mal überhaupt fand dort eine Kulturveranstaltung statt. Der Schauplatz hätte nicht besser ausgewählt werden können: Die denkmalgeschützten Fabrikgebäude der vor 185 Jahren gegründeten Firma harmonieren architektonisch hervorragend mit der Filmkulisse von Langs Meisterwerk, entstammen sie doch etwa der gleichen Zeit. Die Live-Vertonung der Rekonstruktion von 2001, die die Unesco als erster Film überhaupt in das Weltdokumentenerbe aufgenommen hat, überraschte wohl so manchen: Statt des klassischen Orchestersoundtracks von Gottfried Huppertz oder Klavierbegleitung waren in teils ohrenbetäubender Lautstärke vielschichtige elektronisch erzeugte Klangcollagen zu hören. Dabei verband der aus Portugal stammende Medienkünstler und Musiker Antonio Bras gekonnt verschiedene Stilelemente elektronischer Populärmusik, wie man sie sonst nur aus Clubs gewohnt ist, darunter Down Tempo, Ambient, Trance und Industrial. Aber auch klassische Instrumente, etwa Gitarre oder Piano, teils synthetisch erzeugt und gesampelt, sowie Geräusche flossen in den Klangflächen zusammen. Die treibenden, harten Rhythmen und die tiefen Bässe unterstrichen die beklemmende Atmosphäre der futuristischen Großstadt mit deren ausgeprägter Zweiklassengesellschaft: Während die Oberschicht in gigantischen Wolkenkratzern lebt, im Luxus schwelgt und sich rauschhaften Vergnügungen hingibt, schuftet die Arbeiterklasse tief unter der Erde an monströsen Maschinen, damit die Reichen noch reicher werden. Bras technoide, düster-bedrohliche Klangwelt verband sich auf beeindruckende Weise mit den mehr als 80 Jahre alten Bildern, untermalte Gefühle und theatralische Gesten der Darsteller, erzeugte Spannung und Tempo und stellte die Handlung in einen modernen Kontext. Nicht jedem der etwa 250 Zuschauer dürfte Bras gelungene Neuinterpretation zugesagt haben. Aber eines wurde an diesem außergewöhnlichen Kinoabend unter freiem Himmel klar: „Metropolis“ ist für die große Leinwand gemacht und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren.
 
Grosses Kino, große Mühen: KUKI ON TOUR BACKSTAGE
16.08.2010
SCHLÜCHTERN (KN) Zwei Monate ist das „Kuki on Tour“-Team mit spannenden und unterhaltsamen Filmen auf Achse. Damit die Zuschauer die Kinovorführungen unter freiem Himmel genießen können und alles reibungslos klappt, haben die Helfer alle Hände voll zu tun. Im halbüberdachten Hof der Bergwinkel-Werkstätten duftet es nach frischem Holz. Wo sonst von den Mitarbeitern der Schreinerei Bretter und Platten verarbeitet werden, ragt nun eine riesige Leinwand in den grauen Himmel. Davor stehen vier große Lautsprecher, noch umhüllt mit schwarzen Plastiksäcken. Am Abend wird hier im Rahmen der Sommer-Open-Air-Reihe „Kuki on Tour“ der Film „Vincent will Meer“ zu sehen sein. Doch bis dahin gibt es für die Helfer noch einiges zu tun. Allein bis die so genannte „Airscreen“, die im ersten Moment an eine senkrecht aufgestellte Hüpfburg erinnert, steht, dauert es zwei Stunden. Dietmar Jakisch, der mit seiner Firma Film-Veranstaltung-Technik (FVT) aus Hanau auch die Ausstattung stellt, zwei seiner Techniker, Manfried Nieber und Lutz Hartfiel, sowie Malte Strietzel vom Kuki-Kino wuseln geschäftig umher. Am zeitaufwändigsten stellt sich das Befüllen der vier je 1000 Liter fassenden Kunststofffässer heraus, die als Ballast für die zwölf mal sechs Meter große Leinwand dienen – die größte, die bislang auf dieser Sommertour zum Einsatz kam. Sie steht unter Dauerbelüftung, da die Nähte Luft verlieren; ein konstantes Windgeräusch ist zu hören. Der Film wird dies später übertönen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Geländes steht ein kleiner Anhänger. Darin befindet sich das Herzstück, der 35-Millimeter-Projektor. Regen schreckt Helfer nicht „Das ist echtes Kino“, schwärmt Malte Strietzel. Währenddessen misst Dietmar Jakisch, der sich auf Stummfilm- und Open-Air-Vorführungen spezialisiert hat, durch ganz Europa tourt und mit dem Babelsberg Filmorchester und dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt zusammenarbeitet, die Entfernung zwischen Leinwand und Projektor aus. Dies ist entscheidend für die Auswahl des richtigen Objektivs. Insgesamt 80 Objektive lagern in drei unscheinbaren Sicherheitskoffern, der Inhalt eines jeden ungefähr so viel wert wie ein neuer Mercedes Benz. 500 Stühle im Einsatz Neben dem Projektor befindet sich eine kleine Werkbank. Auf der schmalen Arbeitsfläche ist ein Filmstreifen aufgeklebt, der Jakisch und seinen Technikern zum Abmessen dient: 25 Bilder, eine Filmsekunde also. An der Wand lehnt die Rolle von „Vincent will Meer“ – etwa 3200 Meter Film, die Jakisch zwei Tage vorher per Hand auf Fehler überprüft hat. Bis zu 85 Kilogramm kann eine solche Filmrolle wiegen. „Jetzt haben wir schon seit drei Wochen Regenspiele“, meint der 61-Jährige, der vor 18 Jahren den Kuki-Verein mitgegründet hat. „Bei jedem Aufbau sind wir nass geworden.“ Und auch heute nieselt es. Doch das Team nimmt es mit Humor. Am frühen Abend werden weitere Helfer eintrudeln, etwa 260 weiße Plastikstühle und eine Theke aufstellen, an der es später für die Zuschauer Getränke und Brezeln geben wird. Bis zu fünf, sechs Stunden dauert der Aufbau, manchmal auch länger, zumal bei der Mehrzahl der Termine eine zweite Regenalternative eingerichtet wird, sagt Strietzel. Doppelte Arbeit für den 23-Jährigen und die Helfer. Mit einem Kleinbus, der abwechselnd von der Firma Kroeplin und dem Autohaus Fehl zur Verfügung gestellt wird, werden die 500 Stühle zu den Vorführorten transportiert. Kurz vor 20.30 Uhr ist alles bereit, selbst Petrus hat ein Einsehen: Der Himmel ist blau, die Sonne geht unter. Die ersten Kinofans trudeln mit warmen Decken und Jacken ein. Die Mühe für alle Beteiligten hat sich gelohnt: 250 Besucher kommen, die Stimmung ist toll. Und am Ende erntet „Vincent will Meer“ begeisterten Applaus.
 
QUERSCHLÄGER: Trashige Indie-Produktion feiert gelungene Premiere
01.08.2010
STEINAU (KN) Von wegen Western von gestern: Der Film „Querschläger“ verlegt das Motiv der Selbstjustiz in die Neuzeit und erzählt zugleich eine tragische Liebesgeschichte – angereichert mit Krimielementen und Komik. Tim Schätzke ist sichtlich erfreut. Mit so vielen Zuschauern hatte der 20-Jährige nicht gerechnet. Weit mehr als 400 Menschen sind am Freitagabend zum alten Feuerwehrgerätehaus nach Steinau gekommen, um unter freiem Himmel die Premiere des Films „Querschläger – Gute Nacht mein Freund“ mitzuerleben. „Querschläger“ ist das zweite Filmprojekt von Gandayo, einer Gruppe junger Filmschaffender, Studenten und Auszubildender aus dem Bergwinkel, das nun im Rahmen von „Kuki on Tour“ erstmals vor Publikum gezeigt wurde. Kein Hollywood-Blockbuster also, sondern eine kleine, trashige Independent-Produktion mit Lokalkolorit und Humor – wenn auch stellenweise unfreiwilligem. Etwa ein Jahr dauerte es bis zur Vollendung des modernen Westernkrimis, der unter der Regie von Michael Treiber aus Ahlersbach ohne Sponsorengelder realisiert wurde. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Schätzke, der auch Geschäftsführer von Gandayo ist. Die Story ist simpel: Jan (Thomas Hummel) und Katja (Rebecca Büttner) wollen heiraten. Nach einem heftigen Streit betrinkt sich Katja in einer Kneipe und wird nachts auf dem Heimweg angefahren und schwer verletzt. Jan, ein Investmentbanker der hiesigen Sparkasse, macht sich auf den Weg, um den Menschen zu finden, der sein Glück zerstört hat. Er will Rache. Auf seiner Odyssee durchs nächtliche Frankfurt, wo er den Unglücksfahrer vermutet, begegnet er einer geheimnisvollen Prostituierten mit Hang zum Morbiden und einem philosophischen Penner, die Jan wichtige Denkanstöße geben. Was Jan nicht weiß: Auch die Polizei ist ihm dicht auf den Versen (köstlich: Alexander Hild als gefräßiger bayrischer Kommissar Schorsch). In einer Westernstadt im Harz kommt es zum actionreichen Showdown mit dem Bösewicht (Johannes Grauel). Und am Ende ist alles doch ganz anders. Anerkennender Beifall Perfektion ist ja bekanntlich langweilig, und so kann man denn getrost über die ein oder andere dramaturgische Schwäche hinwegsehen. Zwar mögen etliche der Dialoge holprig und gestelzt klingen, einige Bilder zu verwackelt und der Ton teilweise mies sein, Spaß macht „Querschläger“ aber allemal – allein schon wegen der Bergwinkel-Schauplätze und der mit Hingabe agierenden, teils theatererprobten Amateurschauspieler aus der Region. Ideenreich lotet das Gandayo-Team die Möglichkeiten des Mediums Films aus, experimentiert mit Farben, Schnitttechniken, Tempo und verschiedenen Genres und spielt mit Klischees. Auch die Musik – alles Eigenkompositionen – ist von zentraler Bedeutung und zumeist gut auf die Szenen abgestimmt. Und so spendete das Publikum Crew und Helfern am Ende der 80-minütigen Filmvorführung anerkennenden Beifall. Abgerundet wurde die Premiere von Auftritten der Bands Pap’s Blue Ribbon und Rockkonserve sowie einer Kunstausstellung mit Bildern, Fotografien und einer Videoinstallation von Nora Battenberg, Colin Lasser und Johannes Schneider. Voraussichtlich Ende August werden der Soundtrack und die DVD von „Querschläger“ übrigens erhältlich sein.
 
KUKI ON TOUR 2010 beglückt die Region 2 Monate mit tollen Filmen
01.07.2010
(KN) Bereits zum vierten - und vielleicht zum letzten Mal präsentiert das Schlüchterner Kulturkino KUKI mit der Sommer-Open-Air-Reihe KUKI ON TOUR zwei Monate lang unterhaltsame und anspruchsvolle Filme an besonderen Orten. Auftakt ist am 8. Juli. Auch in diesem Jahr bleiben die Macher ihrem aufwändigen und in Deutschland ZIEMLICH EINZIGARTIGEM OPEN-AIR-KONZEPT treu und zeigen ausgewählte Kinostreifen in passendem Ambiente. Filme und Aufführungsorte sind dabei in den meisten Fällen sorgfältig aufeinander abgestimmt, was dazu einlädt, den jeweiligen Ort einmal mit anderen Augen zu betrachten. Eine kleine Neuerung gibt es aber doch: Das besondere Kinoerlebnis ist jetzt auch über die Grenzen des Bergwinkels hinaus erfahrbar. So macht das KUKI-Team im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda unter anderem Station im malerischen Park von SCHLOSS FASANERIE IN EICHENZELL oder am mystischen Dolorit, dem TAUFSTEIN AUF DEM FRAUENBERG bei Kalbach-Heubach. Zum absoluten Höhepunkt der zweimonatigen Tour dürfte wohl die Vorführung von METROPOLIS in der neuen Fassung mit verschollen geglaubten Szenen werden. Fritz Langs expressionistischer Stummfilm über eine futuristische Großstadt mit ausgeprägter Zweiklassengesellschaft wird vor der beeindruckenden BACKSTEIN-KULISSE DER DREITURM-WERKE in Steinau an der Straße gezeigt. Das denkmalgeschützte Industriegelände wirkt so authentisch, als habe es selbst als Drehort für den Klassiker gedient. Für die Live-Vertonung an diesem Abend wird der renommierte Musiker und Medienkünstler ANTONIO BRAS sorgen. Eine geradezu ideale Spielstätte für den jüngsten Tim-Burton-Streifen ALICE IM WUNDERLAND (in 2 D) ist der idyllische Park von SCHLOSS FASANERIE IN EICHENZELL, der ebenfalls frappierend an die Kulissen des erfrischend modernen und bildgewaltigen Kinofilms erinnert. Und so fällt es nicht schwer, sich Alice vorzustellen, wie sie in die Weiten des fürstlichen Gartens hinausläuft, in einem Kaninchenloch verschwindet und daraufhin die unglaublichsten Dinge erlebt. Darüber hinaus wird auf der prachtvollen Schauseite vor der Terrasse von HESSENS SCHÖNSTEM BAROCKSCHLOSS der vielgelobte Kostümfilm YOUNG VICTORIA zu sehen sein, der den Weg der 18-jährigen Adeligen Victoria zur Königin von England nachzeichnet, nach der eine ganze Epoche benannt wurde. Mythisches Kino an einem sagenumwobenen, geheimnisvollen Ort können die Zuschauer am TAUFSTEIN BEI HEUBACH erleben - eine technische und logistische Herausforderung für die Ehrenamtlichen des KUKI-Vereins. Inmitten fast unberührter Wildnis wird zum einen der atemberaubende Dokumentarfilm NOMADEN DER LÜFTE, zum anderen James Camerons episches Fantasy-Abenteuer AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA vorgeführt, der real gedrehte und computeranimierte Szenen vermischt. Einen TRAUMHAFTEN BLICK ÜBER DAS KINZIGTAL und gehobene italienische Gastronomie hat der GOLF-CLUB SPESSART IN BSS-ALSBERG zu bieten. Doch nicht nur das: Mit COCO CHANEL erhält das Publikum Einblicke in die faszinierende Lebens- und Liebesgeschichte der französischen Moderevolutionärin. Außerdem wird Guy Richies raffinierte und actionreiche Neuauflage des SHERLOCK-HOLMES-Stoffs über die große Leinwand flimmern. Der bereits angekündigte Film "Crazy Heart" entfällt hingegen. Wie in den Vorjahren werden bei den Veranstaltungen Getränke und kleine Speisen angeboten. Bei schlechtem Wetter gibt es überdachte Ausweichorte in unmittelbarer Nähe. Das komplette Programm wird in den nächsten Tagen hier eingestellt. Karten sind an der Abendkasse erhältlich. VORVERKAUF unter: Ticket Service Fuldaer Zeitung (Tel. 0661-28 06 44), Buchhandlung Schöne Seiten, Schlüchtern (Tel. 06661-153780), Buchhandlung Karmann, Schlüchtern (Tel. 06661-2437) und KUKI-KINO (Tel. 06661-1823). Für Veranstaltungen Schloss Fasanerie, Eichenzell, zusätzliche Verkaufsstelle: Museum Schloss Fasanerie (Tel. 0661-94860) www.schloss-fasanerie.de/aktuell
 
Spannend und vielfältig - Kurzfilme im KUKI
08.03.2010
SCHLÜCHTERN - KINZIGTAL NACHRICHTEN: Mit der Kurzfilmreihe „Glaube, Liebe, Hoffnung“ fand die diesjährige Schulkino-Woche im Kulturkino Kuki gestern ihren Höhepunkt. Filmexperte Julian Namé führte durch die Veranstaltung. Eine junge Asiatin bewegt sich durch ihre Wohnung. Die Kamera ist ihr dicht auf den Fersen, konzentriert sich auf ihr Gesicht mit dem direkten Blick, auf ihr fest gefrorenes Lächeln. „Super Smile“ ist der knapp fünf Minuten lange Kurzfilm betitelt, der bei den rund 115 Schülerinnen und Schülern im Saal des Kuki-Kinos in der ehemaligen Synagoge gemischte Reaktionen hervorruft: Befremden, Spott, Widerwillen, unsicheres Gelächter. Im Anschluss analysieren die Jugendlichen – Schüler der Jahrgangsstufe 8 und 12 des Ulrich-von Hutten-Gymnasiums und der Kinzig-Schule – das Gesehene zusammen mit Julian Namé, Filmpädagoge und Mitarbeiter des Filmmuseums Frankfurt. Er führt an diesem Vormittag durch die Kurzfilmreihe „Glaube, Liebe Hoffnung“, die sich mit wichtigen Themen der Heranwachsenden beschäftigt. In Zusammenarbeit mit Lehrkräften der Schulen im Bergwinkel haben die Kuki-Verantwortlichen, allen voran Heide Buhmann und Ellen Schaum, nach dem erfolgreichen Britfilms-Festival wieder ein spannendes und vielfältiges Filmprogramm auf die Beine gestellt. Zum vierten Mal fand die Schulkino-Woche nun im Schlüchterner Kulturkino statt. Insgesamt 1500 Kinder und Jugendliche besuchten seit dem 1. März die Vorstellungen, in denen unter anderem „Das weiße Band“ und „Lippels Traum“ gezeigt wurden. Schräg, mutig, provozierend, gesellschaftskritisch und mit dem richtigen Timing präsentieren sich die fünf Kurzfilme. „Können Frauen gute Bankräuber sein?“ fragt Julian Namé in die Runde, bevor es mit „Gisela“, einem ungewöhnlichen Animationsfilm über die erste Bankräuberin Deutschlands, los geht. Es folgen die Produktionen „Das Kopftuch“, „Security“ und „Les Temps qui changent“ („Die Zeiten ändern sich“). Von den beiden eingeladenen Regisseuren ist aufgrund anderer Termine keiner im Kulturhaus Synagoge erschienen. Engagiert diskutieren die Jugendlichen mit Namé über Einsatz und Wirkung von Musik, über Kameraführung und dramaturgische Kniffe. Und sie überraschen den Filmexperten, der sichtlich Spaß an der Sache hat, immer wieder mit ihrem Auge für Details und ihren kreativen Deutungen. Auch Sabine Imhof vom DIF zeigt sich nach zwei kurzweiligen Stunden begeistert von den Schlüchterner Schülern: „Da waren tolle Interpretationen dabei.“
 
Wie bewegte Bilder uns bewegen - Workshop
25.02.2010
Bewegte Bilder, Symbole, Sprache - im Zeitalter der digitalen Kommunikation wird es für junge Menschen zunehmend wichtig, den Umgang mit Medien zu lernen und deren Botschaften zu entschlüsseln. Für den kommenden Samstag lädt das KUKI in Zusammenarbeit mit den SchulKinoWochen Hessen zu einer spannenden Lehrerfortbildung ein. Die Filmwissenschaftlerin Stefanie Schlüter aus Berlin zeigt an zahlreichen Beispielen der Filmgeschichte, inwiefern das bewegte Bild mit all seinen Mitteln auf die Emotionen des Zuschauers einwirkt. Zusätzlich soll anhand von Filmausschnitten nachvollziehbar werden, wann die Kamera begonnen hat, sich zu bewegen und welche Bewegungen sie im Laufe der Filmgeschichte "dazugelernt" hat. Die Veranstaltung ist mit 10 Leistungspunkten akkreditiert und gebührenfrei. Veranstaltungsort ist die Kinzig-Schule, Gartenstraße 7, ehemaliges Landratsamt Termin: Samstag, 27.02. Beginn 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr Anmeldung: mail an: kontakt@kukikino.de
 
Berlinale würdigt kleine Kinos wie in Schlüchtern
18.02.2010
Die Berlinale feiert anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens nicht nur das Kino als Kunstform, sondern auch als (sozialen) Ort, als Begegnungsstätte. Sie würdigt das Programmkino als Gegenstück zum Multiplex, bedankt sich bei den kleinen Kinos, die nicht nur einmal pro Jahr, sondern tagtäglich dem Zuschauer Filmangebote machen: Ganzjährige Festivals, wenn man so will. Filmleidenschaft wächst in kleinen Kinos. Während ein Kino, wie wir es in Schlüchtern haben, in der Metropole während der Berlinale gefeiert wird, wird es hier gerade abgebaut. Der Verein KUKI hat ein Konzept vorgelegt, wie das Kulturhaus Synagoge auf Dauer gut funktionieren kann als Kleinod für Kultur. Für die Einrichtung einer Kinolounge im Erdgeschoss der Synagoge würde der Verein zusammen mit dem Bund und dem Land bis zu 200.000,- Euro investieren. Hier könnten dann auch andere Kleinkunstveranstaltungen, Vorträge, Konzerte, stattfinden. Das Dumme ist: Die Zuschüsse von Land und Bund verfallen, wenn sie nicht zweckgebunden für die Kinolounge in der Synagoge, wie beantragt verwendet werden. Ein einmaliges Angebot also, möchte man denken, das nicht so schnell wiederkommt. Statt diese Gelder nutzbar zu machen, steckt die Stadtverwaltung ihre Energie darein, den Verein zu behindern. Hier werden hohe Zuschüsse ausgeschlagen und das in Zeiten leerer Kassen. Der Bundeskulturstaatsminister Bernd Neumann und das Land Hessen würden gerne in kleine ländliche Kinos wie in Schlüchtern und in strukturschwache Gebiete investieren: "Deshalb werden wir ein neues Modell entwickeln, gerade damit die Kleinen nicht auf der Strecke bleiben und weiterhin ein Kinoangebot auch in strukturschwachen Gebieten bestehen bleibt." Und Angelika Krüger-Leißner, filmpolitische Sprecherin der SPD, sagt dazu: "Wir wollen eine Förderung nach kulturellen und strukturellen Kriterien. Gefördert werden sollen insbesondere die ökonomisch schwachen Filmtheater und Kinos in der Fläche." Anders als der Fernsehabend auf dem Sofa ist Kino eben immer auch Gemeinschaftsgefühl, Anlaufstelle, gelebte Erinnerung. Wieviel Züge will man noch ohne Stopp an Schlüchtern vorbeifahren lassen?
 
Hohe Resonanz bei der Englischen Filmwoche im KUKI
17.02.2010
Am Mittwoch ging im KUKI KINO im Kulturhaus Synagoge die Englische Filmwoche zu Ende. Sie traf auf eine hohes Interesse bei den Schülern und Lehrkräften der weiterführenden Schulen. Insgesamt nahmen an den vier Tagen über 500 Schülerinnen und Schüler der Kinzig-Schule, des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums, der Stadtschule Schlüchtern und der Brüder Grimm Schule Steinau daran teil. Das Englische Filmfestival tourt parallel zur Berlinale durch die Bundesrepublik, eine Initiative des Verbands der Programmkinos und Filmkunsttheater in Deutschland - die diesjährig auf der Berlinale besonders herausgehoben werden: Die Berlinale feiert anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens nicht nur kleine authentische Kinos wie das KuKi als Kunstform, sondern auch als (sozialen) Ort, als Begegnungsstätte. Sie würdigt das Programmkino als Gegenstück zum Multiplex und bedankt sich ausdrücklich bei den kleinen Kinos, die nicht nur einmal pro Jahr, sondern tagtäglich dem Zuschauer Filmangebote machen: "Ganzjährige Festivals, wenn man so will. Filmleidenschaft wächst in kleinen Kinos" so heißt es in der Presseerklärung der Veranstalter. Im KuKi wuchs an diesen Tagen zudem die Leidenschaft, Filme aus England, USA und Irland in Originalfassung zu erleben. "Ist doch viel schöner, den Film im Original zu sehen, denn die Stimmen der Schauspieler sind authentischer und oft ist die deutsche Synchronisation auch nicht so gut." So die Meinung einer Schülerin beim Verlassen des Kinosaals nach dem Film ONCE. Die Englische Filmwoche spricht Schüler im Alter von 8 bis 18 an. Dieses Mal ging es im Filmfestival rund um das Thema Freundschaft und das, was wirklich zählt im Leben. Zum Beispiel beim irischen Film ONCE. Die Geschichte handelt von einer jungen Liebe in den Straßen von Dublin. Er, ein junger Musiker, der tagsüber im Staubsauger-Geschäft seines Vaters arbeitet, Sie, aus Osteuropa emigriert, vermisst ihr Piano. Beide fühlen sich fremd in der Stadt, finden über das gemeinsame Musikmachen zu einander und zu sich selbst zurück. "Obwohl es viel um Musik und Liebe ging, war es auch was für uns Jungs" so der Kommentar bei der Nachbereitung des Films im Unterricht. Zur Vorbereitung auf das Abitur wurde die moderne Verfilmung des Shakespear-Stückes RICHARD III gezeigt. Der uralte und doch immer aktuelle Stoff um Verrat, Macht und echte Freundschaft entfaltet sich in einem fiktiven London der 30er, noch unter dem Schein des Glamours der 20er entwickelt sich die faschistische Machtergreifung. In dem Film 32 A geht es um das Lebensgefühl während des Erwachsenwerdens und in SON OF RAMBOW drehen zwei Jungen Lee und Will ihren Lieblingsfilm in den Wäldern von Plymouth nach. So war die Englische Filmwoche ein voller Erfolg und macht Lust auf Mehr.
 
KUKI-Presseerklärung - Wir wollen einfach nur gutes Kino machen
06.02.2010
15 Jahre lang war Kino in der Synagoge möglich. Ebenso andere Kulturveranstaltungen, Konzerte, Kabarett, Lesungen, Vorträge, bei denen sich Menschen versammelt haben. Jetzt, da Probleme in der Synagoge im Brandschutz offenkundig wurden, für deren Beseitigung die Stadt Schlüchtern als Betreiber der kommunalen Kulturstätte verantwortlich ist, soll nun davon abgelenkt werden. Im Klartext: KUKI macht Veranstaltungen in Exil-Räumlichkeiten, die sich für Kulturveranstaltungen bewährt haben, bis die Verhältnisse in der Synagoge gelöst sind. Und jetzt werden wir von der Bauaufsicht daran gehindert. Das Kino hat die Probleme des Brandschutzes in der Synagoge gegenüber dem Bürgermeister und gegenüber der Stadtverwaltung mehrfach angesprochen. Es wurde vom Bürgermeister schnelle Beseitigung durch die Stadt versprochen. Aber es ist nichts geschehen. Vielmehr sieht es nun ganz danach aus, dass der Verein, der auf berechtigte Probleme aufmerksam macht, mundtot gemacht werden soll, indem ein Veranstaltungsverbot gegen ihn ausgesprochen wird: Für die Filmveranstaltungen in der Kreissparkasse Schlüchtern hatte der Verein bei der Stadt Schlüchtern vorher um Genehmigung angefragt. Er bekam dort die Information, dass generell keine extra Genehmigung für eine Kinoveranstaltung in den Räumlichkeiten erforderlich sei, lediglich eine Schankgenehmigung erteilt werden müsse. Diese wurde beantragt, sie wurde erteilt. Zudem wurden in der Kreissparkasse die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung vollauf erfüllt: in Bezug auf Rettungswege, Bestuhlungen, vorbeugende Brandverhütung, Betrieb technischer Einrichtungen etc. Noch zum Start am Donnerstag Abend konnte der Film in der Kreissparkasse gezeigt werden - unter Anwesenheit von zwei Feuerwehrleuten der Stadt, die sicherheitshalber anwesend waren. Zurück zum KUKI und zur Stadt Schlüchtern mit den gravierenden Brandschutzmängeln im städtischen Kulturhaus Synagoge. Pikant ist hier: Der Brandschutz im kommunalen Kulturhaus wurde durch jährliche Begehungen durch die Stadtverwaltung selbst geprüft. Nun ist aber öffentlich geworden, dass es damit nicht zum Besten steht. Und da die Stadtverwaltung nun bestimmte Bauauflagen bzgl. Brandschutz hätte erfüllen müssten, ist das vielleicht ein Grund, dass der Bürgermeister nun am liebsten das ganze Thema KUKI vom Tisch haben möchte und Nutzungen nicht mehr möglich sind, damit hier niemand mehr über die Versäumnisse bzgl. erforderlicher Investitionen in das Gebäude redet. Das ganze Vorgehen der Behörden steht in krassem Gegensatz zu eindeutigen mit großer Mehrheit gefassten Beschlüssen der Stadtverordneten, die alle das Ziel hatten: Der Spielbetrieb im KuKi möge so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden. Das KUKI möchte in der Schulstadt Schlüchtern weiterhin Kultur- und Bildungsarbeit leisten. Das ist wichtig für die Menschen und die Region. Dafür brauchen wir aber die Unterstützung von kommunaler und behördlicher Seite. Es kann nicht sein, dass diese von vielen Bürgern getragene Initiative von Amtsschimmeln und von Politikern, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, zum Tode verurteilt wird. KUKI e.V  
 
Europäischer Filmpreis: «Das weiße Band» räumt ab
13.12.2009
Bochum (dpa) - Der Film zog sich wie ein roter Faden durch den Abend des Europäischen Filmpreises 2009: «Das weiße Band» ist der große Gewinner. Gleich drei Auszeichnungen von den insgesamt zu vergebenen 15 bekam die deutsch-österreichisch-italienisch- französische Koproduktion am Samstagabend in der Jahrhunderthalle in Bochum. Michael Haneke wurde jeweils als Regisseur und Drehbuchautor prämiert. Der beklemmende Film, der vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges in einem norddeutschen Dorf spielt, ist eine Anklage gegen geheuchelte Moral und mangelnde Zivilcourage. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - seiner Machart in schwarz-weiß hat er sich durchgesetzt gegen die heute meist bunten und aufgeregten Filme. «Ich versuche eine Filmsprache zu finden, die dem Zuschauer ein Stück Freiheit zurückgibt», hatte Haneke einmal gesagt. «Es war ein extrem schwieriger Film», betonte der Österreicher in seiner Dankesrede. Und bekannte sogar, dass auch er bei den Dreharbeiten nicht immer ganz leicht zu ertragen war: «Meistens bin ich grantig.» Der ebenfalls für den Europäischen Filmpreis nominierte «Slumdog Millionaire» erhielt den Publikumspreis. Danny Boyle sagte, er sei «in der Erwartung gekommen, anderen Filmen zu applaudieren». Der Oscarpreisträger fügte hinzu, die Aufreihung von Preisen bei ihm Zuhause wirke auf ihn inzwischen bedrohlich. Am Abend des Filmpreises wurde viel über das europäische Kino diskutiert, den Überlebenskampf kleinen Programmkinos, aber auch über die Schaffensfreiheit. Der britische Regisseur Ken Loach und die französische Schauspielerin Isabelle Huppert waren die diesjährigen Ehrenpreisträger. «Das Kino ist eine Sprache der Freiheit, die nicht boykottiert werden darf», sagte Huppert. Und Loach meinte wenig später: «Es gibt Teile dieser Welt, wo Filmemacher unterdrückt werden. Es ist keine Selbstverständlichkeit, die Filme machen zu können, die man für wichtig hält.» Mit «Das weiße Band» und «Der Vorleser» waren zwei deutsche Produktionen für die höchste Auszeichnung «Europäischer Film» nominiert worden. Kate Winslet wurde für ihre Rolle in «Der Vorleser» als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Ihr ebenfalls nominierter Mitspieler David Kross ging in der Kategorie bester Schauspieler leer aus. Dafür gewann mit Tahar Rahim ein Newcomer den Preis - für seinen Einsatz in «Un Prophète». Zumindest wurde am Abend klar, dass auch weniger kommerzielle Filme eine Chance auf Anerkennung und Auszeichnung haben. Der große Star des Abends war neben allen Nominierten und illustren Gästen - darunter der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich, und die deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu und Hannelore Elsner - aber jemand anderes: Eric Cantona. Der ehemalige Fußballstar bei Manchester United und französische Nationalspieler kam als Laudator für Ken Loach. Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010 wurde der Filmpreis erstmals in der nordrhein-westfälischen Stadt Bochum verliehen. Eindrucksvoll war die Kulisse in der Jahrhunderthalle, in die eine Lichter- und Klangshow eingebettet wurde.
 
NIKOLAUS MIT DISNEYFILM UND FEUERWEHR IM GEPÄCK
03.12.2009
Dieses Jahr kommt der Nikolaus mit einem tollen Weihnachtsfilm im Gepäck ins KUKI - und das im Schutz der Feuerwehr! Dafür möchten sich die Mitglieder des KUKI schon jetzt ganz herzlich bei allen Einsatzkräften der Feuerwehr bedanken, die ihre Freizeit dafür zur Verfügung stellen, dass die großen und kleinen Kinder Disneys "KÜSS DEN FROSCH" zuhause im KUKI erleben können. Es ist ja nicht drum herum zu reden: Der Brandschutz in der Synagoge liegt seit geraumer Zeit im Argen und hier müsste dringend durch die Stadt Abhilfe geschaffen werden: Neue Türen, Erneuerung der Notausgangstreppe usw. Insgesamt etwa 50.000,- Euro Kosten. Am sinnvollsten und billigsten ist es ganz sicher, diesen Betrag umgehend in den Nachtragshaushalt einzustellen, der am 14.12. im Stadtparlament in Schlüchtern debattiert wird. Alle Bürger, die das KUKI mögen, sind herzlich eingeladen, die Entscheidung live in der Stadthalle zu verfolgen. Kurze Info: Die Stadtverwaltung hat Ende 2008 mit dem KUKI einen Untermietvertrag abgeschlossen über die Nutzung der Synagoge als KINO mit 2 Sälen. Der läuft noch bis Ende des Jahres 2015. Sollte die Synagoge also auf Dauer nicht mehr für das KUKI-KINO zur Verfügung stehen, müsste die Stadt Schlüchtern wohl oder übel eine Alternative finanzieren. Um schnell handlungsfähig zu werden, hat eine AG des Magistrats, in der das KUKI vertreten ist, einen Vorschlag zur Schadensminderung gemacht: für den Monat Dezember sollte der Betrieb durch den Einsatz der freiwilligen Feuerwehr gewährleistet werden. Auch der Vorschlag, 50.000,- Euro für Brandschutz einzustellen, stammt aus dieser Arbeitsgruppe. Für Sonntag (Nikolaus) hat uns Bürgermeister Fritzsch schon mal grünes Licht gegeben. Am 6.12. startet also der Disney-Weihnachtsfilm "KÜSS DEN FROSCH" im Preview um 17.00 Uhr im KUKI. Es empfiehlt sich, Karten vorzubestellen. AUSSERDEM STELLEN WIR AN DER KASSE EINE GROSSE SPARDOSE FÜR DIE FREIWILLIGE FEUERWEHR AUF und bitten alle Besucher hier einen zusätzlichen Obolus reinzuwerfen. Ganz nach dem Motto: VEREINE HELFEN VEREINEN !
 
KUKI zeigt "Liebe und so Sachen" am Sonntag, den 20. Sept
15.09.2009
Film räumt mit Klischees über Behinderte auf SCHLÜCHTERN (KN) Tina und Kai tanzen glücklich miteinander, sie küssen sich, sie sind verliebt. Als Kai jedoch intim werden will, wehrt sich Tina – das geht ihr zu schnell. Doch beide scheuen sich darüber zu sprechen, sie wissen noch nicht so recht, wie Liebe eigentlich geht. Obwohl die beiden volljährig sind, macht sich Tinas Mutter Sorgen und ist gegen diese Liaison. Als das Pärchen in Kais Bett im Wohnheim miteinander schmust, geht eine mit der Situation überforderte Betreuerin empört dazwischen. Die Liebenden sind erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung. Die beschriebenen Szenen aus dem Film „Liebe und so Sachen“ sind durchaus realistisch. Hilfe bekommt das Filmpaar durch Kais Betreuer im Wohnheim, Tinas verständnisvollen Vater und ihre größere, erfahrene Schwester. „Was ist, wenn ich jetzt ein Kind von ihm kriege?“, fragt Tina, nachdem sie Kai geküsst hat. Die Schwester beruhigt: „Verlieben und küssen reicht nicht aus, um schwanger zu werden“. Die Geschichte kommt wie eine mehrteilige und durchaus spannende Fernsehserie mit Happy End daher, wenn die beiden Liebenden nach allerlei Verwicklungen endlich „kriegen“. Aber es handelt sich um eine einstündige Aufklärungs-DVD, die am kommenden Sonntag im Schlüchterner Kuki-Kino einem regionalen Fachpublikum vorgestellt wird. Zu diesem werden natürlich auch Menschen mit geistiger Behinderung gehören, auf deren Anregungen hin der Film entwickelt worden ist. Jahrelang haben Regina Bätz und Christiane Zehner, die Macherinnen der Schlüchterner Pro Familia-Beratungsstelle, für diesen Film gesammelt, geworben, gearbeitet und gekämpft. Als sie vor über 20 Jahren anfingen, sexualpädagogische Workshops für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung anzubieten, waren sie quasi noch Pionierinnen. Als ein Wohnheim für Behinderte sie um Unterstützung beim Thema Sexualität bat, sagten sie zu. Aber, so erzählen sie heute, bis dahin hatte noch niemals jemand ein solches Seminar in die Tat umgesetzt: „Wir haben ein Tabu gebrochen, mit geistig behinderten Menschen über ihre Sexualität zu sprechen. “ Und dies zu einer Zeit, als Menschen mit geistiger Behinderung noch als eine Art ewige Kinder galten oder deren Bedürfnisse fast schon dämonisiert wurden, weil sie angeblich unfähig seien, Triebe und Gefühle zu kontrollieren. In Wien wetterte der österreichischer Kinder- und Jugendpsychiater Andreas Rett: „Psychologen drängen Behinderte mit dem Kondom in der Hand zum Koitus...“. Die beiden Fachfrauen erkannten in ihren Seminaren mit behinderten Frauen und Männern sehr schnell, dass diese ganz normale Wünsche nach Zuneigung, Nähe, Partnerschaft und Erotik haben. Aber: Sie verstehen körperliche Vorgänge langsamer, brauchen länger, um Gefühle adäquat auszudrücken, sich abzugrenzen oder auch Paarkonflikte zu lösen. Die Flut sexualpädagogischer Bücher und Filme in den 1980er Jahren waren für behinderte Erwachsene nicht geeignet. Seitdem entwickeln Bätz und Zehner angemessene Materialien und schulen vor allem Betreuer und Multiplikatoren, weil diese täglich mit dem Thema konfrontiert sind. Der professionell gestaltete Film (Drehbuch und Regie: Cornelia Thau) ist fraglos ein Höhepunkt der sexualpädagogischen Arbeit der beiden Schlüchterner Frauen. Die zwei Protagonisten sind professionelle Schauspieler des Berliner Ramba-Zamba-Theaters und durch ihr Down-Syndrom geistig behindert. Auch die anderen Filmfiguren werden von Schauspielern dargestellt. Uraufgeführt wurde „Liebe und so Sachen“ bereits in Frankfurt – und die Fachwelt reagierte begeistert. Für nicht Behinderte ist der Film „eine gute Chance, eigene Klischees zu bemerken und zu revidieren“, schrieb beispielsweise die Professorin Ulrike Schmauch (Frankfurt). Die DVD ist bei der hessischen Fördervereinigung von Pro Familia Hessen erhältlich und kann dort telefonisch unter (069) 44 70 62 oder per E-Mail an bestellt werden: foerderverein.lv. hessen@profamilia.de. Der Kaufpreis beträgt 39 Euro für Privatpersonen. Weitere Details im Internet: www.foerderverein-profamilia-hessen.de Von Hanswerner Kruse
 
KUKI-Team geht in kreative Pause
05.08.2009
Das KUKI-TEAM geht in eine kreative Pause und ist gespannt, wie über die Mittel für den Fortbestand des Kinos entschieden wird.
 
KUKI ON TOUR - Großes Kino, große Stars, große Mühen
01.08.2009
Großes Kino, große Stars, große Mühen - es waren 6 fantastischen Open-Air-Veranstaltungen, die KUKI ON TOUR diesen Sommer als ein großes Feuerwerk der Kino-Leidenschaft abbrannte. Zum Auftakt beehrte "Der Vorleser" David Kross die Bergwinkelstadt und eröffnete mit einem Werkstattgespräch die Open-Air-Reihe. Bepackt mit Decken und Knabberkram pilgerten die Menschen abends in Scharen aus ihren Häusern. Das KUKI-Team zieht jeden Sommer ins Freie, um ausgesuchte Zelluloid-Juwelen an den schönsten Plätzen im Bergwinkel in stilvoller Kulisse zu präsentieren. Mit unterhaltsamen Filmen und einer 80 qm-Leinwand im Gepäck reist die KUKI-Crew durch die Städte und Dörfer der Region – als kleines Dankeschön für sein Publikum, das in der übrigen Zeit des Jahres den Weg nach Schlüchtern findet. Der Wettergott meinte es nicht gnädig in diesem Jahr. Dennoch kamen die Besucher und Fans zahlreich zu allen Veranstaltungen, als ob sie gewusst hätten, dass das KUKI-Team sich nun ab August erstmal in eine kreative Pause verabschiedet – mit Open End, aber in der Hoffnung, dass sich bis Oktober eine tragfähige Lösung hinsichtlich der Mittel für den Fortbestand des Kinos abzeichnet. Wie heimelig es in Zukunft sein könnte, wenn als zweiter Saal eine gemütliche Kinolounge im EG entsteht, zeigten schon mal die beiden im KUKI parallel gespielten Sommer-Blockbuster ICE AGE 3 und HARRY POTTER UND DER HALBBLUTPRINZ. Zum Bundesstart beider Filme verwandelte sich der Galerieraum im EG der Synagoge kurzerhand für eine Woche in einen zusätzlichen Kinosaal mit mobiler Leinwand und mobilem Projektor. Und den kleinen Besuchern machte es sichtlich Spaß, hier ICE AGE 3 zu bestaunen. Zurück nach Draußen und ein Blick hinter die Kulissen. Was macht eigentlich den Spaß und die Begeisterung aus, bei KUKI mitzuarbeiten: Mit 10 Leuten werden am Frohnhof Stelltafeln plakatiert und anschließend fahren die 2-er Teams vom Hof um sie aufzustellen. Nach 3 Stunden trifft man sich wieder, müde aber total zufrieden und glücklich. – Da liegt es das große Tuch mit all den Einzelteilen der Traverse, 8 Leute arbeiten Hand in Hand und dann endlich steht sie, die Leinwand, unübersehbar, bereit die Besucher zu begrüßen. Es ist die Spannung vor dem Event, bis die Kassen aufgestellt, die Filmrollen umgespult sind, der Projektorwagen optimal im Winkel zur Leinwand rangiert ist, eine Energie, die von diesem Teamgeist ausgeht mit einer "das-wäre-doch-gelacht" Mentalität. Es sind die vielen Ideen, die zusammen kommen und die jede Veranstaltung zu etwas Besonderem machen. Es ist weit mehr als nur ein gutes Gefühl, wenn alles geklappt hat, wenn beispielsweise alle Stühle nach Filmende wieder in den Kuhstall des Guthofs in Ramholz geschleppt sind,wenn 15 Mitglieder beieinander sitzen und den Abend Revue passieren lassen bei einer Flasche Wein, spendiert von der Wirtin.
 
DIE HERZOGIN IN SCHLOSS RAMHOLZ TROTZT WETTERKAPRIOLEN
09.07.2009
In die Decke kuscheln - und dann wirds gemütlich in Schloss Ramholz vor der großen Leinwand. Das KUKI - Team arbeitet auf Hochtouren. Die Karten-Nachfrage für DIE HERZOGIN ist hoch. Also wird die Parkstraße vor dem Schloss abgesperrt. Eine große Kinoleinwand überspannt die Straße und sorgt für ausreichend Sitzplätze. Damit aber nicht genug, in der Orangerie steht eine zweite Leinwand, ein zweiter Projektor, parallel zur Vorstellung draußen vor den Toren des Schlosses läuft DIE HERZOGIN im Innenraum der Orangerie. Der Gast kann wählen, solange die Plätze reichen. Die Feuerwehr Ramholz weist die Parker auf die vorgesehene Parkwiese vor dem Viadukt ein, Ortsvorsteher Bruno Friedrich sorgt für die Elektrik. Familie Hüfner mulcht ihr Wiese noch schnell, damit das Gras für die Vierräder kurz genug ist. Der neue Schlossherr Maximilian von Kühlmann hat sein Plazet gegeben, dass die Besucher über seinen Gutshof zum Kino-Event schlendern dürfen. Überhaupt freut er sich auf zukünftige Kulturevents auf seinem Anwesen. Leicht ansteigend stehen die Stühle wie im Freilufttheater und bieten freie Sicht auf den phantastischen Kostümfilm. Und wer das perfekte Ambiente voll und ganz genießen will, zahlt ein bisschen mehr und nimmt oben "in der Loge" auf der Terrasse der Orangerie seinen Platz ein. Dazu hat die Vereinsgemeinschaft der Schlüchterner Vereine sogar noch schnell Bühnenelemente frei gegeben, dass auch der kleinste Besucher noch eine gute Sicht hat. Die Gastgeber - Familie Weinberg - vom Schlosscafé Ramholz bereiten sich auf ihre Kinogäste vor, sie haben sich leckere kleine Köstlichkeiten überlegt und zusätzliches Personal geordert. Oben in der Orangerie und unten auf dem Platz vor dem Schloss wird ausgeschenkt. Sollten Herr Kachelmann und der Deutsche Wetterdienst dabei bleiben, dass es mal einen kurzen Schauer geben könnte - stellt das KUKI kostenlose Regencapes zur Verfügung, die an der Kasse mitgenommen werden können. Kurzer Filmstop, Regenschirm aufgespannt, untergestellt, Regenwolke vorbei, fleißige Helferhände wischen die Stühle trocken und weiter gehts. Das alles wird auch möglich, weil die Stadt Schlüchtern mit Bürgermeister Falko Fritzsch und der Kultursommer Main-Kinzig-Fulda mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst als Förderer Pate stehen. Freuen Sie sich auf einen unvergesslichen Abend in der einmaligen Umgebung von Schloss Ramholz: Freitag, 10. Juli, Einlass 20:30, Filmbeginn nach Einbruch der Dunkelheit, ca. 22:00 Uhr.
 
Großes Gefühlskino: Slumdog Millionär in Schloss Hausen
25.06.2009
Nach dem fulminanten Start der diesjährigen KUKI on Tour – Reihe mit „Der Vorleser“ in Schlüchtern unter der persönlichen Anwesenheit des Hauptdarstellers David Kross, wird am zweiten Abend des Sommerkinos am Samstag, den 27. Juni der mit acht (!) Oscars prämierte Streifen„Slumdog Millionär“ im Schloss Hausen zu sehen sein: Mit überbordender Energie fingen der Brite Boyle und sein Team die Atmosphäre des Landes ein, selten, dass die Bilder zur Ruhe kommen. Der mitreißende Stil, mal hartes Underdog-Drama, mal romantisches Liebesmärchen, schafft ein lebendiges Abbild der indischen Gesellschaft und bleibt bei alledem vor allem eines: rasantes Gefühlskino voll wuchtiger Abenteuerlust. Die acht Oscars gehen deshalb voll in Ordnung. Ein Film wie ein Erdbeben: Danny Boyles Oscar-gekrönter Überraschungshit "Slumdog Millionär" platzt fast vor Energie und Tempo. Das Slum-Epos ist so bunt, laut und lustig, dass es jeden mitreißt, der sich nicht festhalten kann." SPIEGEL ONLINE "Die Hauptfiguren jagen sich im Höllentempo durch ihr Schicksal, durch die 'maximum city" Mumbai - eine Stadt als Konzentrat der unkontrollierbaren Moderne. Dogma meets Dickens". SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Er übernahm die Farben, die Musik, den Rhythmus, die Lebensfreude. Aber er drehte eben nicht im Studio eine exotisch-eskapistische Mär, die sich in eine heile Welt träumt. Er zeigt stattdessen ein zwar ironisch gebrochenes, aber doch knallhartes Sozialdrama über den Moloch Indien. Der vielleicht temporeichste Film seit Lola rennt". WELT über den Regisseur Danny Boyle Gastgeber für KUKI ON TOUR ist diesmal das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland, das einer Vielzahl junger Menschen Orientierung und Zukunftschancen gibt. Hier werden minderjährige Flüchtlingskindern aus verschieden Ländern der Welt betreut. Wie die Protagonisten in SLUMDOG MILLIONÄR wurden sie in Slums groß oder entkamen Krisenherden in Afghanistan, Äthiopien, Angola, Burma, Burundi, der VR China, Ghana, Guinea, Nigeria, Somalia, Vietnam. Sie werden passend zum Film Gerichte aus ihrer Heimat „auftischen“. Neben anderen Klassikern für den europäischen Gaumen gibt es Samosa, auch Samussa genannt: kleine schmackhafte, dreieckige Teigtaschen, die mit einer gewürzten und gebratenen Hackfleisch- oder Gemüsefüllung zubereitet werden. Sie sind in ganz Ostafrika und in vielen Gegenden Asiens beliebt. Dazu werden zwei trockene Weine gereicht, die aus dem Weinberg des Jugenddorfs Schloss Kaltenstein in Württemberg stammen: Ein herrlicher Riesling und ein Trollinger. Einlass zur Veranstaltung im Schloss Hausen ist 20:30 Uhr, Filmbeginn 22:00 Uhr. Bei schlechtem Wetter findet die Filmvorführung in der Kapelle von Schloss Hausen statt.