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Ehrung geht an „kulturellen Leuchtturm“: Kuki erhält Kinoprogrammpreis des Bundes
19.10.2017

 

Hanspeter Haeseler, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Heide Buhmann und Malte Strietzel (von links) bei der Preisverleihung

 

Ein Grund zum Feiern für das Kuki: Die Vorstände Hanspeter Haeseler, Heide Buhmann und Malte Strietzel haben in Potsdam von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) den Kinoprogrammpreis des Bundes für ein herausragendes Kinder- und Jugendprogramm erhalten.

 

Die Verleihung fand während einer Gala in der Potsdamer Waschhaus-Arena statt. Programmkino-Betreiber aus ganz Deutschland sowie engagierte Film-Verleiher und Ehrengäste waren dort zusammengekommen, um gemeinsam das engagierte Arthouse-Kino, das einen wertvollen Beitrag für eine diskussionsfreudige, offene Gesellschaft leistet, zu feiern.


In ihrer Laudatio stellte Kulturstaatsministerin Grütters das engagierte Programmkino als unverzichtbaren Kulturort heraus, der Filmperlen auf die Leinwand bringe und als kulturelle Institution unverzichtbar für eine offene Gesellschaft sei. Es gelte ein öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung des Kinos als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung aufrechtzuerhalten, gerade auch im ländlichen Raum.Grütters lobte diese Kinobetreiber für ihren Mut zum ökonomischen Risiko, diese brauchten die Anerkennung und Unterstützung durch die Film- und Kinoförderung.


Das Kuki erhält den Kinoprogrammpreis des Bundes als ein wichtiger Ort der Begegnung und als kultureller Leuchtturm in der Region: für sein Engagement, mit Phantasie und Kreativität den jungen Kino-Besuchern ein umfassendes Filmerlebnis zu bieten, das die Medienkompetenz und den eigenen Selbstfindungsprozess fördert, das einen Perspektivenwechsel ermöglicht und Kino auch als sozialen Ort erfahrbar macht.


Seit vielen Jahren arbeitet das Kuki mit anderen sozialen und interkulturellen Trägern, zum Beispiel dem CJD Schloss Hausen, der Ökologischen Forschungsstation und weiteren regionalen Kooperationspartnern zusammen, um den Kinobesuch für den Nachwuchs zu einem Ereignis zu machen. Abgestimmt auf die handverlesenen Familienfilme bietet das Kuki Theaterspiel, kreatives Gestalten, Filmpartys, Schminken, Kostümieren und Bewegungsspiele.


Ein Glanzlicht stellte in diesem Jahr das Mondlichtfest dar, das unter dem Motto „Piraten“ stand und mit Kino, Zirkustheater, Erlebnisparcours, originellen Aktionen und einer spektakulärer Feuershow Klein und Groß gleichermaßen begeisterte.

 
Jetzt wieder KUKI-KINO ab 6. Oktober
30.09.2017

 

 

Das neue KUKI-Programm Oktober steht ab Sonntag Abend zum Download bereit: über 20 aktuelle Kino-Highlights, darunter 6 spannende Filme für die ganze Familie.

Im Programm: The Circle, Bullyparade, Dunkirk, Grießnockerlparade, Cars, Happy Family. Da ist für jeden was dabei!

Die Film-Vorführungen beginnen kommenden Freitag, den 6. Oktober.

 
Florian Schroeders feinstes Kabarett zwischen Politik und Philosophie begeisterte
10.09.2017

 

Es gibt keine Tabus - Vorpremiere "Ausnahmezustand" im KUKI-ZELT

 

 

Schlüchtern (Andrea Euler). Richtig böse? Ja, das kann Florian Schroeder sein. Das hatte er angekündigt bei seiner Werbung für das neue Programm. Und er stellte das unter Beweis: Mit „Ausnahmezustand“ begeisterte er die Gäste im ausverkauften Kuki-Zelt am vergangenen Samstagabend.

 

Es war die Vorpremiere der neuen Show, und somit durften sich die Besucher als Regisseure fühlen: Mehr als drei Stunden brachte der Kabarettist und Parodist seine aktuelle Bewertung von Politik, Sozialstaat und Gesellschaft auf die Bühne, brachte die Gäste zum Lachen – und dazu, dass ihnen dann und wann auch das Lachen im Halse stecken blieb. „Ihr werdet Gags hören, die werden nie wieder andere hören“, kündigte der Kabarettist an, dessen verbales Feuerwerk von einer multimedialen Show mit pointierten Einspielungen illustriert wurde. Ganz ohne Parodie ging auch das aktuelle Programm nicht über die Bühne: Markus Lanz, Günther Jauch, Joachim Löw und Marcel Reich-Ranicki – da waren kaum die Worte notwendig, allein Ton und Gestik machten in Sekunden klar, wer da gerade persifliert wurde. Zur erkennbaren Begeisterung der Gäste übrigens, von denen viele schon vor zwei Jahren dem Auftritt von Schroeder in Schlüchtern gefolgt waren.

 

Für den Kabarettisten war die Begeisterung keine Überraschung: „Kabarett ist Leidenschaft. Das Schöne am Kabarett ist: Man ist sich so einig, man ist auf der richtigen Seite.“ Getreu dem Motto: „Man ist schlau, links und hat recht“, wie es sich für ein Kabarett-Publikum Schroederscher Prägung gehört, wussten die Anwesenden: „Wir sind die Guten. Wir stehen auf der Seite der Schwachen, der Chancenlosen – der SPD.“ Und dann ging es los, das mal ironische, mal sarkastische, mal hintergründige Sezieren der aktuellen (politischen) Situation im Lande kurz vor der Wahl. Und wer da nicht alles sein Fett weg bekam: Martin Schulz wurde zum „sympathischen Sozialkundelehrer“. Für Alexander Dobrindt, dessen Profession die des Diplomsoziologe ist, fand Schroeder harsche Worte: „Welch eine Beleidigung für dieses schöne Fach.“ Die Linke gilt ihm als „der Pfahl im Fleisch der SPD“. Und Angela Merkel? Die überstrahlt alle als „die Helene Fischer der Politik“.

 

Schroeder braucht nicht viel, um klar zu machen, wen er da gerade aufs Korn nimmt. Eine Handgeste – die berühmte Raute – und zwei in recht hohem Ton in typischer Manier hintereinander gequietschte Töne: Das Publikum ist begeistert. Und auch andere Bundespolitiker bleiben nicht verschont: Da spottet Schroeder über Katrin Göring-Eckhardt als „die Margot Käßmann für Arme“. Angela Merkel dagegen ist „der Fels des Guten in einer Welt des Bösen“. Denn: „Der Irrsinn ist männlich.“ Wie an Donald Trump perfekt zu erkennen sei: „Der ist kein Rassist. Der ist noch nicht mal in der Lage, eine rassistische Ideologie zu vertreten. Er ist Unternehmer: Hire and Fire.“ Quintessenz der akribischen Betrachtung: „Wir sind in der Hand eines Vierjährigen, gefangen im Körper eines 70-Jährigen.“

 

Von der neuen Kultur des Teilens, die nicht nur „das Easy-Jet-Prekariat und der Ryan-Air-Pöbel“ bei Airbnb nutze, sondern die man künftig auch auf Kinder und Organe ausweiten könne, vom Postulat: „Das Böse kommt aus der Provinz“, die Gefahr gehe in unserem Land nicht von Flüchtlingen aus, sondern von „unseren untervögelten Männern in der Provinz“ - Satire und Ironie wechselten sich ab im Programm, ein Sahnehäubchen Spott durfte nicht fehlen. Der Weg zum Bioladen: Natürlich im SUV. „Wird schon, mal kucken, kann sein“: Die Relativitätstheorie des Mannes. Das Umsortieren der Spülmaschine durch die Frau: „Die ultimative Degradierung des Mannes“, der heute „Bart tragen muss, aber bitte ohne Haare.“ Die „Doppelspitze“ aus Alice Weidel und Alexander Gauland bei der AfD: „Was ist denn das für ein links-grün-versiffter Kack?“

 

Dass er mit politischer Korrektheit nichts am Hut hat – für Florian Schroeder völlig klar: „Die will im Sinne der Gleichheit alle Unterschiede abschaffen. Das ist Gesinnungsstalinismus, der uns alle zu unmündigen Opfern macht.“ Bei Schroeder ist das – zur großen Begeisterung der Gäste – nicht gelungen.